Wir bezeichnen uns selbst als traditionell germanische Heiden. Was wir unter diesem Begriff verstehen: Deutung der GdG zum Begriff „Tradtionelles germanisches Heidentum“: Die GdG sieht im germanischen Heidentum einen Baum, der einst von den Göttern gepflanzt und zur Pflege den Menschen übergeben wurde. Durch die Pflege unser Ahnen ist der Baum immer weiter gewachsen und von Generation zu Generation stärker geworden, eben bis zum Zeitpunkt der Christianisierung. Wir, als traditionell germanische Heiden, sehen nun unsere Aufgabe darin, die Pflege dieses Baumes nun wieder aufzunehmen und weiter zu führen. Dabei liegt es dann auch klar in unserer Verantwortung, das dieser Baum auch weiterhin als solcher erkennbar bleibt. Tradition wird so auch als etwas lebendiges begriffen. Die Möglichkeit der (weiter)Entwicklung wird unbedingt anerkannt. Denn auch schon zu Zeiten unserer Ahnen haben sich ja Traditionen weiter entwickelt. Es ist somit auch garnicht nötig, ganz allgemein das Rad der Zeit zurück zu drehen. Es ist höchstens nötig, gewisse Gesellschaftlichen Entwicklungen wieder auf den richtigen Kurs zu setzen. Als Beispiel sei hier eine stärkere ökologische Ausrichtung der Gesellschaft genannt oder die wieder Heilighaltungaltung heidnischer Heiligtümer. Warum Heidentum der Germanen? Wenn die GdG vom germanischen Heidentum spricht, meint sie das Heidentum, welches die Bewohner Europa´s vor der Christianisierung gelebt haben. Damit umfasst "germanisch" hier einen größeren Bereich, als der wissenschaftliche "Germanen-Begriff". Denn wir bezeichnen mit mit "germanisch" hier vorallem eine religiöse und spirituelle Haltung, keine Ethnie. Nach diesem Verständnis war der Rentierjäger aus der Ahrensburger Kultur genau so germanischer Heide, wie der sächsische Kleinbauer. Unabhängig davon, ob die Begriffssetzung wissenschaftlich gesehen dann falsch ist. So sind wir doch der Überzeugung, das hier eine Traditionslinie existiert, die eben zum germanischen Heidentum geführt hat, welches wir heute kennen. Durch diese unzählbar lange Traditionslinie ist das germanische Heidentum, wenn auch oft unterbewusst, einfach Teil unseres Geistes. Das sieht man an der Sprache (Gewitterziege), aber auch an den Bräuchen. Im allgemeinen ist das germanische Heidentum für die Menschen Mittel- und Nordeuropas so einfach auch der einfachste Zugang zu den Göttern. Das es hier natürlich auch Ausnahmen gibt, ist selbstredend, aber dazu später mehr. Das Verhältnis zu Heiden anderer Strömungen Wie oben beschrieben begreift die GdG, das traditionelle germanische Heidentum, als Strömung innerhalb des Asatrú und Asatrú wiederum als Strömung des Heidentums. Wir sind Teil dieser Strömung, weil sie für uns den idealen Weg zu den Göttern darstellt. Wir gehen aber nicht davon aus, das dies automatisch für alle Menschen so sein muss. Der Weg zu den Göttern kann sehr vielfältig sein. Das sehen wir als Tatsache an und so sehen wir, erstmal ganz allgemein, alle, die an die Götter glauben, als Glaubensbrüder/Glaubensschwestern an. Dies bedeutet zwar nicht, das wir in allem zustimmen, was so unter germanischen Heidentum verstanden wird, doch bedeutet es klar, das wir allen erstmal grundlegenden Respekt entgegen bringen. Wert der Überlieferungen Die religiösen Überlieferungen vorangegangenen, heidnischen, Generationen sehen wir als bindend an. Dabei gilt es nicht unbedingt, Dinge Wort für Wort nachzuahmen, sondern den religiösen Kern der verschiedenen Überlieferungen zu erkennen. Dabei ist es dann auch wichtig zu erkennen, was in den Überlieferungen göttliches Gebot ist (was befolgt werden muss) und was sozial, kulturelle Komponente ist (was befolgt werden kann, aber nicht muss). Als Beispiel sei die Todesstrafe bei den Germanen genannt: Die Germanen haben Verbrecher und Kriegsgefangene hingerichtet bzw geopfert. Die Götter erlauben uns dies, gebieten es aber nicht. Aus religiöser Sicht ist also eine Wiedereinführung der Todesstrafe nicht nötig. Das wir nun diese Überlieferungen nun aber auch als bindend anerkennen, bedeutet das wir im Zweifel die Überlieferungen über persönliche Meinung stellen. Das solch eine Überlieferung nun aber auch verschiedendlich ausgedeutet werden kann, liegt in der Natur der Sache. Insofern deutet die GdG für sich selbst die Quellen bzw für jene, die daran Interesse haben. Die GdG hat also auch keinen Sendungswillen über die eigenen Grenzen hinaus.