Beiträge von OzeanAmHorizont

    Wenn ihr mich fragt, ist es ein Kreislauf und kein Ereigniss. Bei vielen Menschen habe ich das Gefühl, das sie bei den Göttern, eher an an Superhelden oder sowas denken....


    Das Alte weicht dem neuen Jahr etc.. Nicht anders ist es mit Ragnarök, für mich ist es der Jahresverlauf.

    Das sehe ich genauso. Ich glaube aber, dass das nicht für alle gleich offensichtlich ist. Vor allem dadurch, dass heutzutage durch Film und Kino so unglaublich viele komische Darstellungen über das Heidentum und unsere Götter existieren, dass vor allem neue Leute erstmal eine Zeit brauchen um ihre Informationen zu filtern.


    Auch wenn wir unsere feste Meinung dazu haben, finde ich es trotzdem gut wenn andere Leute darüber diskutieren. So beschäftigen sie sich zumindest damit und versuchen ihren Horizont zu erweitern. Gefällt mir noch besser als ein G. der kommt und sagt: Das ist so leb damit ich irre mich nie.

    Auch wenn Gastfreundschaft und Asyl sich thematisch sicherlich in einigen Dingen überschneiden, so sehe ich doch da zwei Paar Schuhe. Sehr wohl finde ich das Thema hoch interessant, nur fürchte ich, das die Stimmung (bezüglich dieses Themas) viel zu aufgeheizt ist und zu sehr ins politische abtreiben würde, als das wir das hier wirklich religiös erörtern könnten. Vielleicht mal in einem persönlichen Gespräch?

    Sehr gerne, ist längst schon überfällig :).


    PS: Vielleicht sollten wir das Thema "Gastrecht" separieren und getrennt diskutieren. Das ist ja schon ein sehr komplexes Thema.


    Da wäre ich sehr dafür, ist ein ausführliches Thema und übersichtlicher, wenn man es separat bespricht.


    LG Philipp

    Grüß euch!


    Unsere Religion ist mehr als bloß der Glaube an die Götter, es ist eine Lebensweise. Ich versuche stetig meine Lebensweise an die Werte unserer Vorfahren anzupassen, dass ist aber nicht immer einfach für mich, da ich vieles dieser Lebensweise in die heutige Zeit "übersetzen" muss.


    Mich interessiert sehr, ob und wie ihr versucht euer Leben nach den Werten unseres Glaubens zu leben?


    Vorweg sei gesagt, dass sich für mich die Anpassung meiner Lebensweise bisher ausschließlich positiv angefühlt und ausgewirkt hat, was mich natürlich in meinem Glauben noch weiter bestärkt. Nun ein paar Dinge, die ich durch unsere Religion entweder verändert habe oder noch intensiver betreibe.


    Da ist als erstes die Treue. Egal ob Treue zu Freunden oder Treue zu "einem König". Nur weil wir nicht mehr schlachtend durch die Lande ziehen und einen Anführer bis in den Tod folgen, heißt das ja nicht, dass wir niemanden mehr die Treue halten. Dieser Grundgedanke bleibt aufrecht und gültig. Als neuestes Beispiel fällt mir die Treue zu meinem Vorgesetzten in der Arbeit ein. Das klingt vielleicht ein bisschen eigen, aber ich sehe meinen direkten Vorgesetzten als Anführer an, der meine Treue verdient. Nicht bloß weil er mein Vorgesetzter ist, sondern weil er sich durch seine Führungsqualität bei mir bewiesen hat. Somit halte ich auch meine Treue zu ihm und würde ihn nie hintergehen oder ausbooten. Das wurde mir vor kurzem erst sehr bewusst, wie ein 2. um seine Stellung warb und ich ganz eindeutig Stellung beziehen konnte, und es hat sich gut angefühlt.


    Die Treue zu Freunden und Familie halte ich ähnlich. Was bis heute gleich geblieben ist, ist der Grundsatz "Deine Feinde sind auch meine Feinde". Fand sich in damaliger Zeit ein Paar zusammen, so wurden die Familienfehden von beiden Seiten übernommen. Und auch heute kann sich all jener, welcher eine Fehde mit meiner Familie oder der Familie meiner Frau bzw. Freundin beginnt, das er/sie auch mich zum Feind haben wird.


    Ein anderes Thema ist die Gastfreundschaft. Diese wurde bei unseren Vorfahren groß geschrieben. Klopfte ein Fremder in kalter Wintersnacht an deine Tür und bat um Obdach für eine Nacht, so war es verpönt ihm nicht zumindest eine Mahlzeit und ein Bett für die Nacht im Warmen bereitzustellen. So werde auch ich niemals einen Freund abweisen, wenn er eine Unterkunft auf Zeit benötigt. Eine spannende Thematik ist dabei die derzeitige Flüchtlingssituation. Ausgehend von den Flüchtlingen, die wirklich kommen weil sie Schutz suchen, wie würden sie von unseren Vorfahren aufgenommen werden? In dieser Hinsicht bin ich mir noch nicht sicher, freue mich aber Meinungen von euch.


    Das waren nur ein paar Beispiele, die mir als Lebensweisen-Anpassung (neben den Feiern unserer Feste und allem anderen "selbstverständlichem") eingefallen sind. Falls das Thema Interesse erweckt und ihr auch euren Meinungen dazu gebt, werde ich natürlich noch mehr nennen.


    Ich bin gespannt auf deinen Beitrag!


    Beste Grüße,
    Philipp

    Grüß euch!


    Ein sehr interessanter Ansatz. Nehmen wir zum Beispiel das Sprichwort "Aller guten Dinge sind drei" her - ein Sprichwort mit germanischer Herkunft. Ding stammt von Thing, die 3 wird unterschiedlich interpretiert. Oft habe ich gelesen, dass man 3 Mal vorgeladen werden musste bis das "Gericht" automatisch zu Gunsten des Klägers urteilte. Aber auch das es mancherorts genau 3 Mal im Jahr statt fand.


    Aber auch in meinem Biologie Studium finde ich die Zahl 3 häufig. Zum Beispiel bei den 3 Keimblättern. Damit ist die erste Differenzierung des Embryos in verschiedene Zellschichten gemeint. Bei allen höher entwickelten Lebewesen findet man hier 3 Keimblätter (Entoderm= Innenschicht, Ektoderm = Außenschicht, und Mesoderm= Mittelschicht). Hier, beim Ursprung des Lebens, ist interessant zu beobachten, dass sich erst Entoderm und Ektoderm bilden, und anschließend erst das Mesoderm aus dem der Großteil der Organe gebildet wird. Auch bei der weiteren Entwicklung in der pränatalen Phase finden 3 Trimester von Befruchtung bis Geburt.


    Man muss dazu sagen, dass man bei vielen Zahlen von 1-9 Zusammenhänge finden kann, wenn man denn will. Allerdings ist die Zahl 3 immer noch von besonderes Bedeutung. Ich werde mich mal näher damit beschäftigen und sehen, was ich dazu noch herausfinden kann.


    Beste Grüße,
    Philipp

    Sehr interessante Beiträge die bisher verfasst wurden!


    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es sich dabei um thursisches Umtreiben handelt. Wie ihr schon gesagt habt, in unserer Naturreligion spiegelt die Natur die aktuellen Ereignisse um uns und unsere Götter wieder (Danke Aranruth für die Daten zu den Blitzeinschlägen und Hagelschäden!). Den Göttern sei Dank wurden diese wieder, so wie es sein soll, von Donars göttlichen Kraft in ihre Schranken gewiesen.


    Die wichtigste Frage für uns ist, woher dieser plötzliche thursische Ausfall kam und warum. Einerseits denke ich, werden in heutiger Zeit Thursen immer gefährlicher, da sie mehr und mehr Kräfte sammeln können aus dem Unheil das täglich mehr wird. Dieses Unheil gab es jedoch immer schon, mal mehr, mal weniger, auch wenn es zur Zeit leider wieder mehr ist. Daher glaube ich, dass es noch einen weiteren Grund haben muss, dass solch heftige Aufbegehren nun vermehrt geschehen.


    Ich bin gespannt ob jemand konkrete Ideen dazu hat, ich persönlich glaube, dass uns noch etwas bevor steht und diese Ereignisse so etwas wie Vorboten sind. Es bleibt abzuwarten.


    LG Philipp

    Ich weiß zwar jetzt nicht, ob es da irgendwo ganz spezielle Anweisungen zu gibt. Glaube aber eher nicht. Wozu auch? Die Natur ist göttlich. Jedes Lebewesen und auch die Pflanzen tragen etwas göttliches in sich. Es ist doch logisch, dass wir von der Natur nur das nehmen, was wir brauchen und nicht mehr. Lebst du mit dem Wissen, dass Bäume beseelt sind, dann hast du automatisch auch ein ganz anderes Verhältnis zu ihnen.
    Mit den Tieren ist es natürlich noch viel intensiver. Ich töte z.B. nichts "einfach so".

    Vollste Zustimmung! :thumbup:


    Hier sieht man auch wieder, um das Heidentum zu verstehen, muss man nur auf sein Herz hören und mit Hausverstand agieren. Ich nehme nur so viel, wie ich brauche, und gebe dafür soviel wie die Natur zurück braucht.

    Mit der Natur im Einklang und Respekt zu leben, bedeutet nun nicht, das man nicht töten darf. Es bedeutet einfach nur soviel von der Natur zu nehmen, was man wirklich braucht. Ebenso heidnisch ist es dann aber auch, etwas zu geben --> Keine Gabe, ohne Gegengabe.

    Ganz richtig. Tiere töten Tiere, und auch der Mensch ist fähig Tiere zu töten. Die Vorgabe der Natur ist natürlich, dies nur in der Menge zu tun, in der es nötig ist. Würden wir uns an das Prinzip "Keine Gabe ohne Gegengabe" halten, wären Massentierhaltung und dergleichen gar nicht möglich. Zwar töten wir in heutiger Zeit nur mehr sehr selten Tiere selbst, doch können wir immer noch darauf achten welches Fleisch wir wo kaufen. Beim Essen zu sparen, heißt am Leben zu sparen.

    Und da bin ich der Meinung, dass diese Gegengabe nicht bedrucktes Papier, geprägtes Metall oder, was ich irgendwie richtige lächerlich finde, ein paar Elektronen in den Computersystemen der Banken sein sollten! Der Tauschhandel ist meines Erachtens viel sinnvoller! Und wenn man gerade nichts zum tauschen hat (und sich gegenseitig gut Freund ist), dann gibt man etwas zurück, sobald man etwas dafür hat!


    Hierbei ist eine Gegengabe kein direkter Geldaustausch. Wenn ich vermehrt Fleisch esse, auch wenn ich beim Kauf auf die Herkunft achte, kann ich der Natur dafür eine Gegengabe bringen in dem ich mich um sie kümmere. Es gibt viele Möglichkeiten, Gegengaben zu bringen, auf materieller und nicht materieller Ebene.


    LG OaH

    Ich finde die Schrift von oben nach unten ganz gut. Ich würde nur die restliche Seite neben dem roten Rand entweder statt weiß auch die Farbe wie der Rand hat machen ( einfach ins <body> tag hinter style="background-color:#531102"; ) oder am Rand des roten Rahmens noch einen dunkelroten oder braunen oder wie auch immer farbigen Rahmen machen, damit es begrenzt wirkt. außerdem würde ich die Höhe der Seite auf 100% definieren, damit nicht automatisch ein Scrollbalken kommt und man das ganze Startbild auf allen Geräten gleich groß sieht :).


    LG OaH

    Grüß euch,



    ich schreibe heute einen groben Überblick über die Stammesstrukturen der Germanen, weil die in letzter Zeit wieder vermehrt missverstanden und mit denen der Römer verglichen werden. Die Strukturen der Römer liegen denen der Germanen allerdings fern.

    Die Anführer der Germanen und die Glaubensvermittlung


    Vorweg sei gesagt, ich nenne sie absichtlich Anführer und nicht Herrscher, denn sie führten ihre Gefolgschaft verdient an und befehligten sie nicht bloß. Um die Stammesstrukturen der Germanen zu verstehen, muss man sich mit ihrem Volkscharakter auseinandersetzen, dieses Wissen setze ich hier voraus.


    An oberster Stelle jedes Stammes stehen die Götter, das ist unanfechtbar.


    Nun gab es auch Stammesführer, bzw. "Könige" (Ben. Tac.)*, sie wurden aufgrund des Adels ihrer Abstammung gewählt. Sie führten den Stamm und entschieden bei großen Angelegenheiten wie Kriegen und dergleichen mit gewichtiger Stimme mit. Der hier benannte Adel ist aber kein nichtsnutziges Geburtsrecht, sondern den großen Taten von Vorfahren zu verdanken. Auch Tacitus beobachtete schon, dass diese keineswegs Freiheit zur Willkür hatten. Auch sie mussten ihre Führungsqualitäten unter Beweis stellen und hatten kein Grundrecht, Bestrafungen zu verhängen.


    Das Recht zur Bestrafung obliegte den fälschlicherweise titulierten „Priestern“ (Ben. Tac.)*. Man darf die von Tacitus titulierten Priester aber nicht mit denen der Römer vergleichen. Sie waren nur in seltenen Fällen auch Tempelwart, die Weitergabe der Werte des Glaubens war die Aufgabe des Familienoberhauptes. Strafen wurden für Vergehen wie Ehebruch, Totschlag, Diebsthal, Verrat und ähnliches verhängt. Dabei konnte am Thing eine Klage auf Leben und Tod erhoben werden. Kleinere Vergehen wurden mit Vieh und Pferdezahlungen beglichen. Aber auch Totschlag konnte damit beglichen werden. Einen Teil der „Zahlungen“ ging dem König und dem Volke zur Gute, der andere den Geschädigten.


    Damals wie auch heute brauchen wir keine Priester, durch die wir zu den Göttern sprechen, der persönliche Draht jedes einzelnen zu den Göttern ist und war von besonderer Bedeutung. Diese fälschlich benannten Priester hatten mehr eine organisatorische Rolle und waren auch mit der Ausrichtung des Things betraut. Ebenso sprachen sie auf diesem und wahrten die Ordnung. Sie waren ebenso wie jeder und jede andere mit dem Kampfe vertraut.


    Das oftgenannte „Amt des Goden“ ist nur aus spätisländischen Quellen bekannt und fällt nicht in Zusammenhang mit Germanen unserer Breitengrade, auch ist über dieses Amt nur wenig bekannt und wird oft als Priestertum der Germanen missverstanden. Diese hatten aber nie fixe „hauptberufliche“ Priester und schon gar keine Ober-Goden mit Papstähnlichen Strukturen. Denn wie erwähnt, die Wertevermittlung übernahm das Familienoberhaupt und der Kontakt zu den Göttern war persönlich.


    Die Frauen jedoch wurden als heilig und hellsichtig angesehen. Auch durch sie sprachen die Götter, ebenso wie durch Orakel-Rituale.


    Weiters gab es Herzöge (Ben. Tac.)*, also Gefolgschaftsführer. Sie wurden durch ihre besondere Tapferkeit und das Können in der Schlacht ausgewählt. Diese Gefolgschaftsführer umgaben sich mit einer Gefolgschaft, in der es auch eine indirekte Rangordnung gab. Es war eine gegenseitige Ehre; die Gefolgschaft des Heeresführers war dessen ganze Würde und Kraft, seine Ehrengarde in Friedenszeiten und seine Leibwache im Krieg. Seine Gefolgschaft kannte keinen größeren Lohn als für ihren Führer und ihre Familien in der Schlacht zu sterben. Ohne seinen Heeresführer aus der Schlacht zu kommen, galt als Schande, denn man tat nicht alles um sein Leben zu schützen.


    Zur Besonderung Vertiefung des Zusammenhalts kämpften meist Sippenverbände Seite an Seite, denn das Wimmern und Geschrei Verwandter spornte besonders an.


    Auch Sklaven hatten eine differenzierte Stellung. Sie zu schlagen war nur in selten Fällen der Fall und dann nicht als Züchtigung, sondern aus Jähzorn. Sie zu erschlagen trug keine Strafverfolgung nach sich. Meist standen sie einem Hause und Hof vor und waren lediglich zur Abgabe bestimmter Mengen an ihren Herren verpflichtet. Die Abgabe aller Stammesmitglieder an den König erfolgte übrigens zwanglos, denn es wurde als Ehre und selbstverständlich angesehen, dem König Gaben zu überbringen.


    Ich hoffe ich konnte einen kleinen Überblick über verschiedene Stammesaufgaben vermitteln. Wichtig dabei ist mir herauszuheben, dass diese eben im vollkommenen Unterschied zu denen der christlichen beherrschten Völker stehen. Lasst euch bitte niemals auf Thursen-geleitete Glaubensüberbringer, Priester oder sonstige "religiöse Vermittler" ein. In unserem Glauben steht und stand seit je her der persönliche Draht jedes einzelnen zu den Göttern im Mittelpunkt. Vergesst das nie! Achtet also auf Eure Umwelt, Ehrt die Natur und öffnet die Augen für die Zeichen der Götter.



    Zeichenerklärung:

    *(Ben. Tac.) = Benannt durch Tacitus;


    Quellen:

    Tacitus - "Germania"
    Karl Joseph Simrock (Übersetzer) - "Die Edda"
    Saxo Grammaticus - "Dänische Heldensagen"
    Jacob Grimm - "Deutsche Mythologie"
    Wolfgang Golther - "Germanische Mythologie"
    Emil Engelmann - "Germanias Sagenborn" (1890 sowie 1897; Zweite und Dritte Auflage, sowie "Neue Folgen")


    LG OzeanAmHorizont

    Alles, was du dir denken kannst, ist im Bereich des Möglichen. Das wirklich Unmögliche kannst du dir erst gar nicht vorstellen, da alle Gedanken auf gewissen Eckpunkten und Grundlagen unserer Erfahrungen basieren. Und damit sind nicht nur Erfahrung gemeint, die aktiv gemacht wurden.


    LG


    OaH

    Ich bringe nicht den Tod an einen heiligen Ort und warum soll es die Götter erfreuen wenn ich eines ihrer Geschöpfe töte. Ich denke solche Opfer kommen eher nicht den lichten Kräften zu "gute" und beschwören Anderes. Würde ich ein Tier im Heiligtum töten so entweihe ich es doch. Zumindest sehe ich das so.

    Opfertiere sind immer Teil des Opfermahls gewesen. Zu einem vollen Opferritual gehörte nach der Tötung des Tieres immer auch, das dass Opfertier dann zubereitet wurde. Hierbei wurde dann ein Teil des Opfers den Göttern dargebracht und der Rest wurde von den Blótteilnehmern verspeist. Im Blót ging es nie nur ums reine töten.

    Ich versuche bei diesem Thema immer die zeitlichen Unterschiede mit den Grundwerten abzustimmen. Zu der Zeit der Altvorderen war das Schlachten eines Tieres ein normaler Vorgang zu besonderen Tagen und Anlässen, denn damals wurde Fleisch noch nicht wie am Fließband produziert. Es wurde also ein normaler, aber doch besonderer Essensablauf durchgeführt, gemeinsam und zu Ehren der Götter. So wird nicht nur die Treue und Wertschätzung gegenüber den Göttern verdeutlicht, sondern man möchte ihnen zusätzliche Stärke verleihen und ihnen etwas darbringen, dass man auch selbst wertschätzt und gut brauchen kann. Alles weitere zum Ablauf kennt ihr ja.


    Würde ich heute ein Tier bei einem Opferritual töten, dann würde ich etwas für mich komplett untypisches und nicht notwendiges machen. Abgesehen davon, dass ich noch nie ein Tier geschlachtet habe, könnte ich es vor Ort auch nicht häuten, zerteilen oder sonstiges zur Verarbeitung beitragen. Ich würde den Göttern somit etwas darbringen, dass ich selbst nicht wertschätze und das nicht zu meinem alltäglichen Leben gehört. Ich hätte das Tier letztendlich grundlos getötet und das ist keinesfalls förderlich. Ich werde also zu einem Blót die Dinge mitbringen, die mir im heutigen Leben etwas bedeuten und für mich nützlich oder besonders sind, damit sie das auch für unsere Götter sein können.


    Glaube ist zeitlos und keine Wissenschaft. Wieso also zwanghaft auf Dinge zurückgreifen die vor Hunderten von Jahren alltäglich waren, wenn heute ganz andere Dinge alltäglich sind. Damit verfälscht man seinen Glauben bloß und für mich ist es eine Art Unehrlichkeit gegenüber den Göttern. Sie sind schließlich die letzten, vor denen man sich verstellen sollte.


    LG


    OaH

    Grüß euch,

    Nun zum einen die Geburt und hier würde ich gerne von jedem, der mag selbst hören, wie er dieses Fest begehen würde oder sogar schon hat (falls er selbst Vater/Mutter geworden ist).

    Ich habe bis jetzt noch keine Geburt miterleben können. Zwar habe ich mittlerweile 3 Neffen, doch hab ich die auch immer erst nach der Geburt gesehen. Es ist aber immer wieder beeindruckend wie positiv und erwärmend so ein neugeborenes Kind wirkt. Da geht einem sprichwörtlich das Herz auf.


    Ich bin gespannt, ob ich vielleicht im Zuge meines Dienstes als Rettungssanitäter nun mal eine Geburt, wenn auch im Rettungsauto, mitbekommen werde. Einige Kollegen hatten das schon, wie sie berichteten soll dieser Moment wirklich großartig sein.

    Zum zweiten die Mundreife oder die Jugendweihe, das Mann-/Frauwerden eines jeden. Wie habt ihr dieses Fest gegangen oder würdet ihr es für eure Kinder gestalten?

    Gibt es hierbei im Heidentum ein definiertes Alter? Ich wüsste von keinem, wenn es eines gibt dann müsste es wohl auch angepasst, im Anbetracht der Lebenserwartung und Entwicklung damals/heute. (Aber das nur interessehalber am Rande)


    Ich habe so ein Fest nicht gefeiert. Ich wüsste auch nicht, wann ich denn genau "zum Mann" geworden bin, sofern ich jetzt auch nicht die genauen Kriterien für "zum Mann werden" kenne. Ich finde das der Prozess zu einem "richtigen Mann" zu werden, in meiner Definition eines wahren Mannes, sehr lange dauert und somit kein fixes Datum hat. Auch währt er ewig an, denn zu Ende gelernt hat man nie, so sind es für mich immer die derzeitigen Taten, das Verhalten und das Herz was jemanden einen Mann sein lässt, oder auch nicht. Somit ist das auch kein lebenslanger "Titel", sondern ein Ideal.


    Aber das oberhalb erwähnte ist für mich in moralischer Hinsicht des Mannes zu verstehen. In biologischer Hinsicht würde ich ein "zum Mann werden" wohl auch mit Ende der Pubertät oder dergleichen vermuten, zu diesem Zeit


    Dann bleibt noch die Hochzeit. Wer hatte schon die Ehre oder wie würde sich mancher das vorstellen, wenn er vor den Feuerkreis tritt?

    Noch habe nicht geheiratet, aber wer weiß, vielleicht werde ich es eines Tages. Wie das Fest genau aussehen wird, dass wird sich dann herausstellen, konkrete Vorstellungen davon hege ich zur Zeit noch nicht.


    Zum Abschluss der Tod. Hatte der eine oder andere bereits einen Todesfall, den er heidnisch begleitet sehen durfte oder wie würdet ihr euch euer Erbfest vorstellen, an welchem eines eurer Kinder euer Begräbnis und euer Andenken zu gewähren bzw. zu wahren hätte?

    Ich hatte bisher noch keinen Todesfall in meinem engen Familienkreis den bewusst miterlebt habe. Es ist sehr schwer mit 21 schon zu sagen, was ich mir wünsche meine Zeit gekommen ist. So verschieben sich die Wertvorstellungen und wünsche, basierend auf den gesammelten Wissen und der Erfahrung, umso näher man diesem Zeitpunkt kommt. Im Moment wäre es mir wichtig, dass meine Erben nach meinem Tod ein ehrenvolles Bild von mir haben und das, was ich ihnen vermache, sowohl geistig als auch materiell. ihnen auf ihrem Lebensweg weiterhilft.


    Darf ich fragen, ob ihr aus der Nachgeburt einen Lebensbaum deines Sohnes gepflanzt habt?

    Ich bin mir im Moment gar nicht so sicher, ob man die Plazenta im Anschluss einer Geburt "zurückfordern" kann. Im Krankenhaus wird diese nämlich untersucht ob sie vollständig ist, um sicher zu gehen das keine Reste im Körper der Frau zurückbleiben. Danach wird die Plazenta aber entsorgt soweit ich weiß, zumindest hätte ich noch nie gehört das sie jemand zurückbekommen hätte, jedoch weiß ich auch nicht ob sie schon jemand zurückgefordert hat.


    Viele Grüße,
    Philipp

    Hallo!


    Nur nicht zu ungeduldig wenn ein Thema mal nicht sofort behandelt wird, lass es doch einfach stehen es wird seine Zeit schon finden. Ich für meinen Teil habe im Moment wirklich nur sehr wenig Zeit, das ändert sich aber bald wieder und danach würde ich mich damit beschäftigen.


    Viele Grüße,
    Philipp

    Erwähenenswert finde ich den Umstand, das während der Christianisierung die Gliederung der
    Stände umgekehrt wurde.


    Sehr richtig. Und hier setzt meiner Meinung nach auch das unterschiedliche Adelsverständnis an. So war adelige Abstammung bei unseren Ahnen sowohl nicht ein reines Geburtsrecht, sondern genauso eine Verpflichtung. Wer nichts als König taugte wurde auch nicht als solcher akzeptiert und verlor seine Anhänger.


    Im christlichen Adelsverständnis ist es genau umgekehrt, ein König muss sich nicht beweisen, ihm steht alles zu, alleine aus seinem Geburtsrecht heraus. Höchsten muss er mal ein paar Grausamkeiten vollziehen um durch Angst zu regieren. Bei unseren Ahnen zählten noch wahre Werte, wie Tapferkeit, Führungskraft und Milde.


    Viele Grüße,
    Philipp

    Hallo Sjard!


    "Verwendet werden können" ist sehr relativ, wenn sie dir gefallen und zusagen, kannst du auch die Bodhran-Trommel verwenden. Ich kenne viele Leute, die sich ihre Trommel selber gebaut haben, du kannst sie dir aber auch fertig kaufen. Nur nicht zu viel über vermeintliche Reglementierungen nachdenken, die machen nur schlechte Laune und existieren meist eh nicht im Bezug auf die Götter. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Götter nur den Klang ganz spezieller Trommeln mögen..


    Viele Grüße,
    Philipp

    Im Übrigen ich wollte dich damit nicht angreifen :thumbsup: Die These ist durchaus interresant, aber eben nur eine These.


    Keine Sorge, habe ich nicht so aufgefasst :). Ich versuch nur euch meine Meinung hier aufzuzwingen :D.


    Natürlich gibt es Gemeinsamkeiten, die gibt es auch bei den "Slawen", im übrigen wüsste ich nicht das sich die "Kelten" jemals als solche bezeichnet hätten. :?:

    Das sich die Kelten auch selbst Kelten nannten kann ich mir so nicht vorstellen. Höchsten halte ich es für wahrscheinlich, dass es einen Stamm gab der sich selbst im Wortlaut ähnlich "Kelten" nannte, aus dem die Römer bzw. Griechen einen lateinischen Namen machten. Weder Kelten noch Germanen sahen sich als ein großes gemeinsames Reich an, sondern als einzelne Stämme, so würde es mich also wundern wenn sie sich alle gleich benennen würden, als eine Art "überkategorie". Aber vielleicht war es auch nur ihr Wort für "Mensch". Das nehme ich zwar nicht an, möchte aber damit zeigen das dieses Wort jegliche Bedeutung haben könnte.


    Auch wenn Geza behauptet, Slawen wären genauso Germanen (was er meiner Meinung nach nur tut, da er ja selbst slawischer Abstammung ist), sehe ich an den heutigen Nachkommen der Slawen ganz klare Unterschiede zu den Nachkommen der Kelten und Germanen.

    Ein Volk definiert sich durch Sprache und Kultur und mit dem Beginn der Herrschaft der Germanen und den enstehenden germanischen Königreichen und dem daraus enstehenden Frankenreich und dem heiligen Römischen Reiches (später hlg. röm. Reich deutscher Nationen), gab es diese Kelten nicht mehr und am Ende nichtmal mehr die Germanen selbst.

    So hart würde ich es nicht ausdrücken. Ein Volk definiert sich nicht nur durch Sprache und Kultur, sondern auch durch Erbgut. Außerdem ging so viel Kultur nicht verloren. So hieß es ja nicht, nur weil die Römer es befahlen, dass alle sofort ihre Bräuche und Sprache aufgaben, ganz im Gegenteil, vieles davon hat sich bis heute gehalten. Als Hitler Polen eroberte, hieß das auch nicht das sie ab sofort keine Polen mehr wären, oder die Katalanen Spanier wären.


    Du glaubst also das jemand, desen Ahnen vor Jahrhunderten erobert, und romanisiert wurden, jemand der nach römicher Sprache, kultur und Lebensart aufwuchs, noch immer ein Kelte war? Überhaupt hat die Eroberung der des keltischen Alpenraums, nur ein sehr geringer Teil der Kelten überlebt und diese wurden danach obendrein selber Römer...

    Ich stimme insofern zu, ein Großteil wurde sicherlich teilweise romanisiert, doch bin ich der Meinung, dass du einem Volk nie seine wahren Wurzeln nehmen kannst. Das sehen wir doch schon an uns, durch die Kriege nahmen uns die Siegesmächte jegliche Vergangenheit, so gelang es ihnen vielen Leuten ihre Wurzeln zu nehmen, wenn ich mir zum Beispiel viele dieser Punks oder "Antifaschisten" ansehe, die unter dem Deckmantel einer politischen Gruppierung bloß auf Zerstörung und Anarchie aus sind, da sie mit ihrem eigenen Leben nicht zu recht kommen. Aber das ist zum Glück nur ein Teil, denn es gibt auch andere, die nicht vergessen haben, woher sie stammen.


    Auch wenn du es nicht wahrhaben willst, die Zeit der Kelten war die Eisenzeit(800 bis 15 v.uZ.), die der Germanen die Spätantike(300-600) und das Frühmittelalter (ab 500 bis 1050.), aber da es für DICH, ja keine Germanen gab/gibt, interessiert dich das natürlich nicht und blendest hier mal eben über Tausend Jahre Geschichte und Geschehnisse aus.


    Natürlich gab es Germanen! Ich glaube, ich habe mich da etwas missverständlich ausgedrückt. Ich möchte sagen, dass Germanen kein völlig anderes Volk sind, als die Kelten, sie sind für mich ein und das selbe Volk. Als "Germane" sehe ich daher nur eine räumliche Einteilung an, aber das macht sie ja zu keinem anderen Volk. Ich sehe die Unterschiede in einem ähnlich geringen Maß wie die, zwischen Deutschen und Bayern/Österreichern :).


    Viele Grüße,
    Philipp