Beiträge von Widogarda

    Hallo
    Ich sammle zwischen den Jahren Aststücke von neun verschiedenen Baumarten.Eiche,Linde,Birke,Hasel,Ebereche,Erle,Buche,Weißdorn und schwarzem Hollunder. Die Stäbe werden gebündelt und an einem besonderen Platz auf gehoben.Das Bündel schützt die Familie und das Haus.Zu Jul verbrenne ich das Bündel mit allem Schlechtem und Negatifem,das es aufgenommen hat.
    Macht Ihr das auch ? Wenn ja,was für Hölzer verwendet Ihr ?


    Hallo Sverker,


    ich kenne das ähnlich, gesammelt wird bei mir in der Zeit November bis zur letzten Rauhnacht. bei mir wird jeweils ein Aststück von der jeweiligen baumart gesammelt und davon werden kleine Späne abgeschnitzt. Die werden für die "heiligen Feuer" bei Festen zum Anzünden benutzt . Das sie Haus und Familie schützen, das wusste ich noch nicht, danke für den Tip! :)


    Zum Schutz von haus und Familie verwende ich Kräuterkränze/Büschel mit einem hohen Anteil an Beifuss (Thorwurz).


    Ja, mich würde auch interessieren, warum Du 9 Sorten nimmst. Bei mir sind es 7, ich kenne es halt so, das es immer eine "ungerade" Zahl sein muss.


    Ich sammle jeweils ein Aststück von folgenden Bäumen:


    Wacholder, Eiche, Hasel, Weide, Eberesche, Holunder, Weissdorn. Verbrannt werden bei mir die Späne nur draussen, da Holunder dabei ist (Bei manchen Mischungen auch ein Zweiglein Eibe)


    Und Hollerholz soll nicht im Haus verbrannt werden, denn:

    "Brennt der Holler im Haus - trägts die Menschen hinaus!"


    Gruss Widogarda

    Hallo Sverker,

    Hallo Ihr Zwei
    Ich muß mich in meinem Umfeld wegen meines Glaubens nicht verstecken.Die meisten Leute wissen das ich Heide bin.Es wird nur nicht darüber gesprochen.In der Familie sieht das anders aus.Meine Söhne interessieren sich schon fürs Heidentum.Mein älterer Sohn hat zwei Töchter die katholisch getauft sind.Hier in Bayern ist das nicht so einfach,in der Schule und so. Als " Familienoberhaupt "bitte ich die Götter um Beistand und Schutz für meine Familie ( Sippe ).Aus dem Forum eine Sippe zu machen, dazu sind wir zu weit über Deutschland verstreut.Für ein Forumstreffen zu veranstallten sind doch recht weite Anfahrtswege nötig.

    genau so läuft es hier bei uns auch, die Nachbarn wissen, das ich mit Kirchens nix am Hut habe, ahnen/wissen wohl auch um meine heidnische Gesinnung, doch gesprochen wird darüber nicht. Und solange man das so hält hier bei uns auf dem Dorf, hat da auch keiner was gegen. Ich gehe damit auch nicht hausieren, wenn ich klar gefragt werde, sage ich allerdings, was Sache ist. So bin ich bisher am besten gefahren. Und das in Bayern die Uhren diesbezüglich eh ganz anders ticken, stimmt schon, am Schwierigsten ist es immer für Kinder.


    Da hast Du aber Glück mit Deinen Söhnen, das sie für diese Dinge offen sind. Und so wie Du es machst, finde ich es genau richtig. Ich meiner Familie ist kein Interesse an meinem Glauben, ich händle es aber genauso wie Du: ich lebe ihn, und bitte die Götter um Schutz für alle.




    Hallo Ancarus,


    das unser Glaube keine Einsiedler-Religion ist, soviel ist ja wohl klar. Dazu sind die Überlieferungen viel zu sehr vom immer wiederkehrenden Bild der Sippen/Gemeinschaften geprägt. Bei unserem Skype-Stammtisch gestern sind wir ja zu dem Punkt gekommen, das es besser ist, allein die Götter zu ehren als in Gemeinschaft von Menschen, die dies auf unwürdige oder respektlose Art und Weise tun. Und so handhabe ich es schon immer.


    Allerdings ist es für mich schon erstrebenswert, die Gemeinschaft von Menschen zu suchen, die meiner Lebens- und Glaubensart ähnlich sind. Denn der Mensch braucht die Gemeinschaft mit Anderen, um sich weiterentwickeln und an sich wachsen zu können. Und ausserdem ist es einfach ein schönes Gefühl und macht Freude, wenn man um sich herum um ein paar Gleichgesinnte weiss, mit denen man sich austauschen und mit-teilen kann. Da hast Du in jedem Falle Recht mit Deiner Argumentation.


    Eine Sache möchte ich jedoch zum Überdenken anregen, denn Du schreibst:"Alleine kann man niemals das leisten, was man als Teil einer Gemeinschaft leisten kann."


    Dies kann ich so verallgemeinert nicht sehen.


    Auf der einen Seite hast Du sicher recht, doch bitte unterschätze nicht die Kraft des Glaubens und die Energie, die ein Einzelner bei einem Blot aufzubringen vermag. :)


    Gruss Widogarda

    Hallo zusammen,

    Zitat

    Diesen starken Sinn für die Heiligkeit der Gemeinschaft finden wir überall in den Überlieferungen wieder. Alleine das sich das Hávamál zu einem guten Teil mit Gastfreundschaft beschäftigt zeigt schon, wie wichtig das Thema für uns ist bzw wie wichtig den Göttern es ist, das wir diesen Wert hoch halten.

    Dies kann ich ebenso sehen. :)


    Zitat

    Gerade weil dieses Thema quasi omnipräsent in unseren Überlieferungen ist, möchte man auch meinen, das dieser Fakt auch allgemein bei den germanischen Heiden bekannt ist und so auch danach gestrebt wird. Jedoch habe ich die letzten Jahre erfahren müssen, das dem überhaupt nicht so ist. Natürlich haben heute nahezu alle germanischen Heiden das Problem, das die eigene Familie/Sippe heute nicht auch gleichzeitig die Glaubensgemeinschaft ist, wie es noch bei unseren Ahnen der Fall war undso tritt bei vielen Heiden auch ganz automatisch eine gewisse „Vereinsamung“ ein. Gerade wenn das weitere soziale Umfeld negativ auf die eigene religiösen Überzeugungen reagiert. Bei vielen Heiden führt diese „Vereinsamung“ dann auch zu einem starken „in sich gekehrt“ sein.
    Gerade in der Schulzeit war das bei mir sogar sehr stark ausgeprägt. Dieses „ in sich gekehrt“ sein ist dann mitunter auch ein richtiger und wichtiger Schutz. Gerade im süddeutschen Raum muss man ja als Heide sogar schon fast vorsichtig sein.

    In einzelnen Fällen ist ein Zurückziehen und seinen Glauben allein leben nicht das Schlechteste.


    Immer noch besser , als fatalerweise in einem Verein zu landen, in dem Politik ,Dogmatismus, menschenverachtendes Gedankengut , oder im schlechtesten Falle "Platzrangeleien" an oberster Stelle stehen
    sowie Glaubensfragen-und Gespräche wenig Platz haben.


    "Vereinsamung" ist für mich in diesem von Dir gewählten Zusammenhang nicht das richtige Wort. "In sich gekehrt sein" hast Du besser getroffen. :) 
    Zu sich selbst finden kann auch auf diesem Weg sehr gehaltvoll sein, für manch einen von uns ist es vielleicht sogar not-wendig.


    Ich denke, mein Glaube an die Götter und das Achten und ehren Derselben und unserer Ahnen ist das Wichtigste, dabei ist es wurscht, ob ich dies allein tu oder in Gesellschaft. Wenn ich allerdings dabei noch ab und an die Gesellschaft von Menschen geniessen kann, die ähnlich ticken wie ich, ist dies ein besonderes Geschenk. Denn der Austausch mit Anderen kann inspirieren und neue Sichtweisen eröffnen.


    Doch dafür muss ich etwas tun, das kommt nicht angeflogen, das ist richtig. :)

    Zitat

    Das germanische Heidentum ist eine lebensbejahende und dem Leben zugewandte Religion. Es hat ja auch schon einen Grund, warum unsere Ahnen keine Klöster kannten.
    Dabei ist dann das Präsens zeigen im Internet zwar schon ein wichtiger und guter Schritt. Doch das Leben und auch unser Glauben finden „draußen“ statt.

    Zitat

    Andere Heiden von Angesicht zu Angesicht kennen lernen, den Mut (auch eine heidnische Tugend) auch dazu aufzubringen, mal auf einen Stammtisch oder etwas ähnliches zu gehen und Gemeinschaft zu erleben und auch zu pflegen, das ist im Sinne der Götter.

    Zitat

    Dann auch den Schritt zu wagen, ein Blót in Gemeinschaft zu begehen. In solch einem Blót liegt so viel Heiligkeit und Erhabenheit. Ich kann euch nur raten und empfehlen: Strebt danach.

    Das sehe ich ebenfalls so.


    Meine ganz persönlichen Gedanken zu diesem Thema:


    Gemeinsam mit Anderen meinen Glauben leben könnne, mich austauschen und über Götter und Welten nachdenken zu können, ist etwas sehr Wertvolles und für mich Erstrebenswertes. Ich möchte dies aber nur in einer Gemeinschaft tun, in der die Prioritäten klar beim Thema Götter und Glaube liegen.
    Politik sollte m. E. in einer solchen Gemeinschaft keinen und wenn, dann nur einen sehr kleinen Platz haben. Man kann sich mal im Vorfeld bei persönlichen Treffen über solche Dinge durchaus unterhalten, aber sobald die Gemeinschaft zusammengekommen ist, hat die Politik (egal, ob Vereinspolitik oder sonstwas!) draussen zu bleiben.


    Ich gehe sogar noch weiter und sage, das ich es für erstrebenswert halte, das eine Glaubensgemeinschaft nie ein Verein sein kann und umgedreht.
    Beides sollte, wenn schon nötig, getrennt betrachtet und gehandhabt werden.
    Eine wirkliche Glaubensgemeinschaft hat für mich nur ein Ziel: Den gelebten Glauben an die Götter und das Wissen um die Ahnen sowie deren Verehrung.
    Und den Austausch um genau diese Dinge und das Teilen von Gedanken zu diesen Themen. Das dies an einem Stammtisch, bei einer Wanderung, bei einer Feier in der Natur (Blot), beim Feiern der Jahresfeste oder der Lebensfeste stattfinden und durchaus einen sehr geselligen Abschluss haben kann, ist klar. Doch an oberster Stelle sollten in einer solchen Gemeinschaft unsere Götter und unser gelebter Glaube stehen :)


    Gruss Widogarda

    Hallo zusammen,


    als Nächstes habe ich mir die Thrymskvidha ausgesucht, es ist ebenso wie das Groagaldr eine Übersetzung von Karl Simrock.



    1. Wild ward Wing-Thôr als er erwachte


    Und seinen Hammer vorhanden nicht sah.


    Er schüttelte den Bart, er schlug das Haupt,


    Allwärts suchte der Erde Sohn.





    2. Und es war sein Wort, welches er sprach zuerst:


    »Höre nun, Loki, und lausche der Rede:


    Was noch auf Erden Niemand ahnt,


    Noch hoch im Himmel: mein Hammer ist geraubt.«




    3. Sie gingen zum herlichen Hause der Freyja,


    Und es war sein Wort, welches er sprach zuerst:


    »Willst du mir, Freyja, dein Federhemd leihen,


    Ob meinen Miölnir ich finden möge?«




    Wer von Euch weiss etwas über die Bedeutung des "Wing" im Namen von Thor? Ist es die Beschreibung einer Eigenschaft Thors? hab es bisher so noch nie gehört oder gelesen.


    Als ich das Thrymskvidha zum ersten Mal las, musste ich grinsen. Ich fragte mich, was für ein geschickter genialer Dieb das gewesen sein muss, der es schaffte, Thor den Mjölnir zu klauen. :D 
    Ist darüber eigentlich etwas bekannt, wieso dies möglich war?


    Interessanterweise vertraut er sich zuerst dem Loki an. Offensichtlich hält er ihn für fähig, eine Lösung des Problems zu finden. Was wiederum für den Scharfsinn und die Intelligenz Lokis spricht.
    Wer von den beiden ist eigentlich auf die Idee gekommen, Freya um Hilfe zu bitten?


    Gruss Widogarda

    Hallo Südsohn,


    das was Du beschreibst, würde ich durchaus als Vision einordnen. Ich habe selbst viele Jahre am Rhein gelebt und kenne seine Sprache und seine Geschichten, die er erzählen kann. Allerdings verstehen es nur jene, die in einigen Bereichen sehr offen sind für diese Dinge/Strömungen/Energien - nenn es, wie Du möchtest. Offensichtlich verstehst Du es auch. :)

    Danke für deine Antwort. Aber, wie erlangt ihr (die solche Erfahrugen schon gemacht haben) Sicherheit darüber, dass es nicht die eigenen Gedanken sind, die einem gerade einen Streich spielen, bzw. man selbst etwas als "Eingebung" deutet, was vielleicht gar keine ist? Gibt es da hm...so etwas wie eine "Übung" um das "überprüfen" zu können. (ich drücke mich vielleicht gerade etwas merkwürdig aus)

    Tja Südsohn - da gibt es nun wirklich nichts zum überprüfen. Wenn ich so eine Vision/Erlebnis habe, dann bin ich so erfüllt davon, da weiss ich tief in meinem Inneren, das es so ist! Da zweifle ich keine Sekunde mehr daran. Früher, als ich das selbst noch nicht so kannte, habe ich anfangs auch manchmal gezweifelt, ob das alles so echt ist. Doch von Mal zu mal wurde ich sicherer, und irgendwann kam für mich der Punkt, da wusste ich ganz einfach: Es ist so!


    Da gibt es nichts und niemanden, der das überprüfen oder belegen kann. Das kannst nur Du für Dich selbst erfahren.


    Ich will es mal mit einem Beispiel versuchen zu erklären: Es gibt hier eine sehr schöne Stelle am rechten Rheinufer, hinter dir ist Wald und man kann den Blick so gen linkes Ufer richten, dass man auch dort keine Bebauung, sonder einfach nur einen dichten Baumbestand sieht. Immer wenn ich dort stehe, und diesem mächtigen Strom beim fließen zusehe, packt mich eine Art "Ehrfurcht" darüber, dass er dies schon immer tat, und ich muss an die alten Germanen denken, die vielleicht auch voll Respekt auf diesen "erwürdigen" Strom blickten. Diese Szene wirkt immer hm...magisch, ewig, erhaben. Was ist das nun? Einfach nur ein Gedanke, oder schon das öffnen des Geistes, von dem du sprichst?

    Schau, Du beschreibst es hier selbst so schön: " Immer wenn ich dort stehe, und diesem mächtigen Strom beim fließen
    zusehe, packt mich eine Art "Ehrfurcht" darüber, dass er dies schon
    immer tat, und ich muss an die alten Germanen denken, die vielleicht
    auch voll Respekt auf diesen "erwürdigen" Strom blickten."

    Das ist etwas, das tief aus Deinem Inneren kommt - es ist durchaus möglich, das in solchen Momenten Deine Ahnen Dich "berühren".... Etwas, was so aus meinem Inneren käme, dem würde ich bedenkenlos vertrauen in einer solchen Situation. Da gäbe es für mich keinerlei Zweifel.
    Denn wenn ich nicht mehr meinem Innersten vertrauen würde, wem denn dann überhaupt?


    Gruss Widogarda :)

    Zitat


    Vielen wird sicherlich die Frage im Kopf bleiben, was denn mit den Opfergaben passiert, die wir nicht verzehrt haben.


    Die dargebrachten Opfergaben gehören den Göttern und verbleiben im Heiligtum.

    Hallo Ancarus,


    und gerade weil die Opfergaben im Heiligtum/in der Natur zurückbleiben, ist es m. E. nach sehr wichtig, darauf zu achten, was man opfert. Ich opfere entweder Produkte aus meinem Garten bzw. achte darauf, das Brote, Gebäcke etc, aus Zutaten hergestellt werden, die biologisch einwandfrei sind. Wenn ich im Garten nichts mehr habe, hole ich mir etwas vom Bauern aus der Nachbarschaft bzw. aus dem Bioladen.


    Gruss Widogarda

    Hallo zusammen,


    ein Blot feiere ich in der Nähe einer prähistorischen Weihestätte aus dem Neolithikum, von den Einheimischen "Heidenkirche" genannt. Riesige Monolithe säumen den Weg durch den Wald zu diesem Felsentempel. Der gesamte Wald in der weiteren Umgebung ist "Heiliges Land", deshalb suche ich eine bestimmte Felsformation auf, die ein Stück weg vom Felsentempel liegt. Denn dieser Felsentempel ist immer gut besucht - ausser im Winter. :)


    Ich nehme mir jedesmal vier kleine Kränze mit oder flechte sie unterwegs. Diese Kränze werden mit speziell für diesen Zweck von mir gewebten Bändern an Stöcken befestigt, mit denen ich dann den Platz einhege. Bevor ich wieder gehe, entferne ich die Einhegung - damit die Tierwelt nicht gestört wird.
    Der Platz wird jedesmal wieder neu eingehegt und geweiht.


    Ein paar Jahre hatte ich einen eigens dafür eingehegten Platz speziell für unsere Rituale auf der gepachteten Wiese eines Bauern. Im kommenden Jahr wird der Nächste entstehen. Dies sind dann bleibende Plätze.


    Ich halte es ähnlich wie Ancarus: Zuallererst möglichst ein altes Heiligtum.
    Wenn dies nicht möglich ist, einen Platz im Wald oder auf dem Berg oder einem See/Fluss erspüren. Es sollten markante Plätze sein.
    Diese Plätze am besten jedesmal wieder neu einhegen und weihen, denn eine Einhegung mitten im Wald lassen, kann wirklich zum Problem für die Waldtiere werden oder zu Problemen mit der Förstern führen.


    Einen Platz im eigenen Garten ist was ganz Feines. Er kann dauerhaft eingehegt bleiben und ist zudem von grossem Segen - in meinem Falle kann ich nur sagen, seitdem ich diesen Platz im Garten habe, wachsen und gedeihen meine Heilkräuter, das es eine Freude ist!


    Wenn das nun alles nicht geht, kann man auch im Haus ein Blot abhalten - dies sollte dann allerdings in einem Raum stattfinden, der ausschliesslich rituellen Zwecken vorbehalten ist.


    Wenn dies nicht möglich ist - ab in die Natur - eine Wiese oder ein paar Bäume findet man immer. Und besser da, als in den Räumen, in denen man seinen Alltag lebt. Eben wegen der Energien, die da bewegt werden.


    In meiner Wohnung habe ich auch einen "Hausaltar", die lieben Ahnen und das lichte kleine Volk haben hier ihren Platz, an dem sie willkommen geheissen werden. :)


    Gruss - Widogarda

    @ Ancarus: Klar, diskret.... :D :)


    @ Snoopy: Das grob ins Handy Getippte liest sich gut! Danke für diese "Übersetzung"! :)


    Ihr seid echt klasse - mit Euch die Edda zu betrachten macht richtig Laune! :thumbsup:


    Gruss Widogarda

    »Zum Neunten sing ich dir, wird dir Noth mit dem Joten,


    Dem schwertgeschmückten, zu reden,


    Wortes und Witzes sei im bewusten Herzen


    Fülle dir und Ueberfluß.



    »Nun fahre getrost der Gefahr entgegen,


    Dich mag kein Hinderniss hemmen.


    Ich stand auf dem Stein an der Schwelle des Grabs


    Und ließ mein Lied dir erklingen.



    Nimm mit dir, Sohn, der Mutter Worte


    Und behalte sie im Herzen:


    Heils genug hast du immer


    Dieweil mein Wort dir gedenkt.«





    Da kam ich nicht weiter:


    »Zum Neunten sing ich dir, wird dir Noth mit dem Joten,


    Dem schwertgeschmückten, zu reden,


    Das mit den Joten die Riesen gemeint sind, denke ich mir mal. Wer oder was ist mit Noth gemeint? Und wer ist der "schwertgeschmückte"?



    Aus dem ganzen Lied und vor allem aus den letzten zwei Versen ist für mich eindeutig zu erkennne, das diese Groa sowohl Seherinnenfähigkeiten - und das schon zu Lebzeiten - hatte als auch der Zauberei mächtig war. Sie hat mit diesem Lied einen Zauber/Segen über den "Sohn" gesungen - um ihn vor Gefahr zu schützen.


    Und gleichzeitig hat sie ihm "Worte der Macht" verliehen - das heisst für mich, das der Anwender Derselben selbst zauberkundig sein musste, denn sonst nützten ihm diese Worte herzlich wenig. :)


    Gruss Widogarda

    Hallo zusammen,


    hier mal das, was ich herausgefunden habe:


    galdr ist Altnordisch für Zauber


    galstar ist althochdeutsch für Zauber


    galstern bedeutet singen, besprechen, beschwören


    Galsterweib nannte man Frauen, die Zauber webten


    ...und hier noch was aus Wikipedia: In der nordischen Mythologie, in der Liederedda, wird der Galster ebenfalls Odin zugeschrieben, der z. B. in der Vegtamskviða (Baldrs draumar) auch als galdrs
    fǫður
    , Vater des Galsters benannt wird.


    Gruss Widogarda

    Hallo zusammen,


    diese Gedanken von Sverker in einem anderen Thema haben mich dazu veranlasst, denselben hier Raum zu geben. :)


    Fragen: Was beinhaltete der Begriff "Ächtung". was bedeutete "vogelfrei"? Wie ginge man mit solchen Menschen um?


    Wie gewaltfrei oder gewalttätig waren unsere Vorfahren? Wo lagen die Toleranzgrenzen? Wann waren Grenzen überschritten?


    Gab es Hinrichtungen oder Kriegshandlungen, die einen religiösen Hintergrund hatten?



    Gruss Widogarda

    Lebten unsere germanischen Vorfahren wirklich so gewaltfrei ? Haben sie sich und ihre Lieben nicht verteidigt und ihre Lebensgrundlage ? Wenn wir sagen sie waren Gewaltfrei,sind wir da nicht ein wenig blauäugig ? Ich glaube die Germanen wären ganz schnell von den Römern überrannt worden. Warum sie aber gegen über dem Christentum so unbekümmert waren,weiß ich nicht?


    Wenn ich am Thema vorbei rede,bitte in ein anderes Thema einfügen.


    Hallo Sverker,


    ich finde Deine Gedanken interessant und meine, diese sollten nicht in diesem Thema untergehen. Mit Deinem Einverständnis werde ich ein neues Thema daraus machen. :)


    Gruss Widogarda

    Es muß sich ja nicht um eine Aufforderung zur Tötung handeln.Ächtung ist auch eine Möglichkeit.


    Hallo Sverker,


    ähnliche Gedanken hatte ich dazu auch schon, ich beschrieb es als "für tot erklären", was ja Ächtung in den meisten Fällen auch bedeutete. Ich hatte dabei, und auch bei Deiner Ausführung, nicht an Töten gedacht.


    Es bleibt spannend! :)


    Gruss Widogarda

    Hallo Snoopy,


    mit Quellenangabe kann ich Dirs nicht liefern, ich habe irgendwo mal gelesen, das der erste Adventskranz offiziell von einem Johann Hinrich Wichern in seinem Waisenhaus? "Rauhen Haus" - war irgendwo im Norden - aufgestellt wurde. Vielleicht weiss von den Nordlichtern hier jemand mehr darüber? :)


    Und nun meine eigene Meinung dazu: Ein Kranz mit vier Speichen ist für mich - und für viele Menschen, die im ländlichen Bereich angesiedelt sind - das Symbol für das Rad der Jahreszeiten. Frühling, Sommmer, Herbst und Winter.


    Nicht umsonst findet man diesen vierspeichigen Kranz bei den Sommer- und Wintersonnwendfeiern. Für mich ist es normal, in der Dunkelzeit diese Gedanken an den Ablauf des Jahres noch einmal zu betonen.


    Ich kenne es auch so, das bis zur Wintersonnwende immer eine Kerze mehr gelöscht wird Zur Wintersonnwende wird dann das Feuer neu geschlagen und eine dafür bestimmte geweihte Kerze neu entzündet. Mit dieser wird dann das Feuer zu den Familien und den Feuerherden gebracht. .. Und so handhabe ich es auch. Am Haus wird ein ein vierspeichiges geflochtenes Rad aufgehängt. Es symbolisiert den kommenden Neuanfang des
    Lebens zur Wintersonnwende. So kenne ich es. :) 
    Gruss Widogarda

    Hallo Ancarus,


    da habe ich noch eine Ergänzung: Frauen sind ebenfalls die bevorzugte Zielgruppe von Möchtegern-Gurus. Plastik-Schamanen etc. Da schlägt man(n) oft zwei Fliegen mit einer Klappe - man kann die Ladys vernaschen und zugleich um ein paar interessante Infos/Techniken erleichtern, die man in sein - oft nicht vorhandenes - Profil nahtlos mit einbauen kann. :D


    Ist ja auch kein Zufall, oder? ;)

    Was mich nur etwas verwirrt ist, dass es zwischen "getauftes" und "totes" kein Komma gibt. Ohne Komma ist es ja keine Aufzählung sondern gehört irgendwie zusammen.


    Ach ich weiß nicht. Aber so macht es halt wenigstens Sinn.


    Hallo Snoopy,


    das unterstreicht noch einen anderen Gedanken, den ich dazu hatte: kann es sein, das unsere Vorfahren einen christlich getauften Menschen als tot bezeichneten, weil er nicht mehr ihrer Gemeinschaft angehörte? Er hat ja seine Götter verleugnet und betet andere an. Also ist er sozusagen tot für die Gemeinschaft und auch für die Götter. Dachten sie vielleicht so? Wäre für mich auch eine Erklärung. :)


    Gruss Widogarda