Beiträge von Ancarus

    Hallo Wolfbald,

    mir gefällt dein Gedankengang sehr gut. Möglicherweise lässt sich daraus auch ableiten, das man sich der Gunst Allvaters und der Götter immer wieder würdig erweisen muss und man sich, ob dieser Gunst, niemals ausruhen darf (?)


    Grüße

    Ancarus

    Hallo zusammen,

    in der "Skirnisför" heißt es:

    Skirnir

    (18) Bin nicht von den Alfen noch den Asensöhnen,

    Noch den weisen Wanen;

    Durch flackender Flamme doch fuhr ich allein

    Eure Säle zu schauen


    Hier sagt also Skirnir selbst, das er weder Alfe, Ase oder Wane sei. Nichtsdestotrotz wird er von verschiedenen Autoren mythischer Nacherzählungen, wie zum Beispiel Neil Gaiman oder Harry Eilenstein, als Lichtalbe bezeichnet. Grundsätzlich würde dies ja auch Sinn ergeben, weil Freyr ja König der Alfen ist und so wäre es nur plausibel, wenn Skirnir eben auch zu den Alfen/Alben gehören würde. Auch die Bedeutung des Namens "Skirnir" als Leuchten/Strahlen, lässt an die Alfen/Alben denken.

    Am Anfang der Skirnisför spricht Skirnir auch davon, das er mit Freyr die "Tage der Jugend" geteilt hat. Sie sind also zusammen aufgewachsen, was mich auch dann an die Alfen/Alben denken lässt.


    Aktuell muss ich also leider sagen, das ich die Frage für mich, nicht befriedigend beantworten kann. Das Skirnir jedoch riesischer Abstammung sein soll, erscheint mir (aktuell) unwahrscheinlich. Weil ich mir nicht so recht vorstellen kann, das Freyr, als lichter Vanengott und König der Alben, einen Riesen ist sein engstes Gefolge aufnehmen würde.


    Grüße

    Ancarus

    Ich kann mich hier Snoopy anschließen, möchte aber auch noch etwas eigenes dazu schreiben:


    Meditation und Kampfsport sind nicht mit einem Blót/Opfer zu vergleichen. Das Heidentum ist sehr viel offener, als es die abrahamistischen Religionen je waren oder sind. Sich an "fremden" Kampfformen oder Meditationspraktiken zu "bedienen" stellt keinerlei Problem dar. Darum geht es mir überhaupt nicht. Mir geht es um das Blót/Opfer.


    Das Blót ist absolut und unbedingt heilig und diese Heiligkeit bedingt einfach von sich aus ein paar Dinge. Um das jetzt hier aber nicht ausarten zu lassen, beschränke ich mich dabei auf einen Aspekt, nämlich die Anrufung:


    Die Anrufung ist grundlegender Bestandteil des Blóts, denn der Gott oder die Götter sollen ja auch anwesend sein, sonst ist das Opfer wirkungslos. Damit die Anrufung (und auch das gesamte Blót) die richtige Wirkung entfaltet, braucht es (spirituelle) Energie. Diese Energie muss gebündelt und zielgerichtet sein. Gibt es nun aber 10 Teilnehmer mit 10 verschiedenen Götter- und Glaubensvorstellungen, ist es so, als wenn man diese Energie durch ein Prisma jagt, sie zerstreut sich in alle Himmelsrichtungen.


    Ich opfer nicht unser heiligstes Ritual dem Zeitgeist. Ich weiß, das dass voll uncool ist, weil es In ist, alle Normen und Regeln über Bord zu werfen. Nur einige dieser Normen und Regeln sind aber aus gutem Grund seit tausenden von Jahren da.


    PS: Anglotheist, in deinen Texten lese ich einen gewissen Vorwurf heraus, das wir hier engstirnig und illiberal sind. Das traditionelle germanische Heidentum ist weit offener und größer in seinem Kosmos der Möglichkeiten, als es die monotheistischen Religionen je sein könnten.


    Grüße

    Ancarus

    So ein Pan-Religiöses-Ritual ist bestimmt ein tolles Happening, aber unter einem spirituell, religiös sinnstiftendes Ritual stelle ich mir etwas anderes vor. Es hat doch nichts mit "Über den Tellerrand schauen" zu tun, wenn man nun alle religiösen Sichtweisen in einen Topf wirft.


    Grüße

    Ancarus

    Der Mensch ist dahingehend ein Problem, dass er keine natürlichen Feinde hat. Das heißt wir werden immer mehr und mehr.

    Der Mensch hat sich selbst, als Feind.



    Irgendwann wird der Mensch die berühmte Heuschreckenplage (wenn er es nicht schon ist). Wir brauchen Nahrung. Je mehr Menschen desto mehr Nahrung. Wo kommt sie her? Das ist das größte Problem. Natürlich kann man Fleischkonsum einschränken aber trotzdem wird es früher oder später darauf rauslaufen, dass wir zu viel Platz brauchen. Egal ob für Getreide, Gemüse oder Fleisch, ob für Häuser oder Verkehrsmittel. Irgendwann reicht der Platz aber nicht mehr aus.

    Das ist ja aktuell nur reine Spekulation, weil wir nicht Wissen, wie sich Mensch und Natur weiter entwickeln. Aktuell wird genug Nahrung produziert, das alle Menschen davon leben können. Das nicht alle Menschen nicht genug Zugang zu Nahrungsmitteln haben, liegt nicht an ihrer Knappheit, sondern an der Gier Einzelner. Ich bezweifel auch, das die Götter und die Natur es zulassen werden, das jemals eine solch kritische Masse (an Menschen) erreicht wird.

    Die angebliche Macht des Menschen ist eine Illusion. Es reicht ein Virus, eine Naturkatastrophe und die "Herrschaft" des Menschen ist beendet. Es gibt dafür ja auch Beispiele in der Geschichte.


    Grüße

    Ancarus

    Der Mensch greift ständig in funktionierende Systeme ein und wundert sich dann, das danach etwas schief geht. Alles wird nur noch als Wirtschaftsressource gesehen. Den Begriff "Nutzwald" kann ich mittlerweile nicht mehr hören.


    Auch auf die Gefahr hin, das dass jetzt etwas naiv klingt, aber: Die Natur hat das CO2 in Kohle, Öl und Co gebunden und in dieser Form war es auch völlig neutral. Nur der Mensch ist wieder so "schlau" gewesen und setzt dieses "Gift" wieder frei.


    Grüße

    Ancarus

    Hallo zusammen,

    der Mensch, mal ganz grundsätzlich, ist kein Problem. Wir sind genau so Teil der Natur, wie jedes andere Lebewesen auch. Auf der anderen Seite tut der Mensch aber alles, um ein Problem zu werden bzw zu sein. Dieses Problem liegt aber nicht in unserer reinen Existenz begründet (meiner Meinung nach). Es liegt darin, wie wir uns verhalten und mit dem umgehen, was uns die Götter geschenkt haben. Verhalten ist aber erzieh- und veränderbar.


    Daher sehe ich kein Problem darin, Kinder zu bekommen, Man muss sie halt erziehen und richtig anleiten.



    Grüße

    Ancarus

    Hallo Sverker,

    vielen Dank für diese Anektdote. Auch wenn ich auch schon hellsichtig geträumt habe, kann ich nicht sagen, das dies bei mir während der Zwölfen mehr ist. Wobei für mich die Nacht zum 21. für mich schon besonders war. Jedenfalls glaube ich an die besondere Wirkkraft der Raunächte.


    Grüße

    Ancarus

    Gerne geschehen. Im Übrigen hat man früher frisch geschnittene Haselstöcke auch ins Erdreich neuer Gräber gesteckt.

    Somit konnte der Stock neue Triebe bilden und oftmals erwuchs aus dem Grab eine neuer Haselstrauch. Der Haselstrauch schlug somit eine Brücke in das Reich der Toten und in die Anderswelt, es heißt dass die Seelen frisch verstorbener Menschen sich darin manifestieren können.

    Von seiner Symbolik auch einfach wunderschön. Das lässt mich auch an Lif und Lifthrasil denken.


    Grüße

    Ancarus

    Hallo Wolfbald,

    meine Gedanken zu dem Thema:


    Ich persönlich bin der Meinung das der Mythos von Walhall nach dem Ragnarök-Mythos, einer der meist missinterpretieren Mythen der germanischen Mythologie überhaupt ist.

    Das sehe ich ähnlich, aber nicht so in der Schärfe.



    Wenn wir uns Walhall ansehen, so ist es eine der heiligsten Stätten die noch dazu in der Welt der Götter liegt. Wenn Gímle die höchste der Welten ist und dort nur die reinsten Seelen sich Wiederfinden werden, warum sollte dann Asgard/Walhall Mördern und Plünderern eine Heimstatt sein?

    Es ist ja da die Frage, wie man hier "Mörder" und Plünderer" definiert? Das Töten eines Feindes im Zweikampf ist kein Mord. Stichst Du jemanden hinterrücks ab, dann ist das Mord. Ersteres widerspricht nicht der göttergewollten Ethik. Das zweite sehr wohl und zweiteres führt einen dann auch nicht nach Walhall (jetzt als isolierte Tat betrachtet).


    Das mit dem Plündern finde ich schwierig: Ich selbst finde es nicht, das man solch eine Lebensweise anstreben sollte und es fällt mir auch schwierig darin etwas ehrenhaftes zu finden. Doch geht es ja dabei um das Urteil der Götter und nicht meine persönlichen Vorlieben. Ich denke das es auf den ganzen Kontext angeht: Wer wird geplündert? Warum wird geplündert? Was passiert mit dem Plündergut?

    Ich denke, das die germanisch heidnische Ethik nicht so platt ist, wie es zum Beispiel die christliche ist.


    ahrscheinlich wurde der Mythos absichtlich so verändert und propagiert um Massen zu mobilisieren. Ich sehe hier in diesem Kriegerwahn der Wikingerzeit durchaus Parallelen zum Dschihad oder den Kreuzzügen.

    Das würde ich so nicht sagen:


    Natürlich sollte man auch den gesellschaftlichen Kontext betrachten, in der "Walhalla-Mythos" niedergeschrieben wurde. Er ist nicht falsch, sondern der Fokus liegt auf dem kriegerischen Aspekt, einfach weil das Kriegswesen der "Wikinger" überproportional wichtig war. Der Fanatismus von Dschihadisten und Kreuzzüglern ist da dann doch noch ne ganz andere Stufe: Das lässt sich ja auch schon daran sehen, das die Wikingerzüge auch sehr positive Aspekte hatte, wie zum Beispiel Reichsgründungen, die auch heute noch nachhallen und der sehr rege Handel.


    Betrachten wir das Wesen der Götter und sehen uns Baldur, Forseti & Heimdall zum Beispiel an, sind das weise Götter des Lichts. Von Forseti wird gesagt, dass er noch weiser ist als sein Vater. Er ist der himmlische Richter und weiß alle Zwietracht & Streit zu schlichten. Auch Baldur ist weise und Heimdall gilt neben Baldur als der Strahlendste und lichteste der Götter. Neben dem wacht Heimdall auch noch über Bifröst und hält das Böse fern von Asgard.


    Warum sollten die lichten, reinen und Weißen Götter also dieses Kriegertum gut heißen?

    Frieden ist auch im germanischen Heidentum das erstrebenswerte Ziel, das galt auch für die Nordmannen, auch wenn man das durch die Sagas vielleicht etwas aus den Augen verlieren kann. Jedoch ist das Kriegertum deswegen nicht damit automatisch etwas gottloses. Die Götter selbst sind ja auch "Krieger". Es kommt darauf an, das "Kriegertum" richtig zu interpretieren. Vielleicht bietet es sich da an, noch ein separates Thema zu erstellen?


    Wenn der Kriegertod eine Fahrkarte nach Walhall sein sollte, dann sicher nur wenn es ein selbstloser Tod ist. Zb. Wenn jemand bei der Verteidigung seine Landes, seiner Familie etc sein Leben opfert.

    Ich stimme dir da zu. Wobei die Gleichung Schlachtentod=Walhall so auch gar nicht stimmt und so auch nicht in den Mythen steht. Denn neben Walhall gibt es ja auch noch Volkswang, welche Schlachtote aufnimmt.



    Grüße

    Ancarus

    Zitat

    Wenn ich im Wald an meinem Opferplatz opfere, dann bringe ich meiner Herrin Geschenke mit, die ich auf meinem Weg finde buntes Herbstlaub,Blumen, Früchte, eine schöne Feder,ein Schneckenhaus. Wenn ich Lebensmittel opfere, dann Sachen die von den Tieren gefressen werden und somit nicht verschwendet werden. Für die Naturwesen die Elfen und die Zwerge gebe ich etwas Kleingeld.


    Für die Götter räuchern tu ich nur zuhause, wegen der Waldbrandgefahr.

    Vielen Dank für die Beschreibung, Sverker.


    ch habe bisher 4 mal geopfert. Einen richtigen Opferplatz habe ich nicht. Ich suche mir ein schönes Fleckchen im Wald, ab der Wege unter einer Eiche oder so. Beim ersten Mal, wurden alle Vögel still. Es war plötzlich so ruhig, abgesehen von ab und zu Autogeräuschen in weiter Ferne. Beim zweiten Mal, als ich versuchte den Opferplatz vom ersten Mal zu finden, habe ich ein Reh gesehen, was mich angeschaut hat. Ich dachte, dass es ja lustig ist und bin dem Reh hinterher. Gerade wenn ich es aus den Augen verloren hatte und aufgeben wollte, weil ich dachte ich finde es eh nicht mehr, stand es plötzlich wieder irgendwo. Das ging 3 mal so und letztlich habe ich eine andere wunderbar freistehende Eiche gefunden, an der ich geopfert habe.

    Beim dritten Mal passierte nichts, bis auf 2 Rehe die ich weglaufen sah, als ich fertig war. Beim vierten Mal passierte einfach gar nichts. Keine Tiere, keine Stille, nichts besonderes.....

    Das sind alles ja dann schon sehr deutliche Zeichen. Wenn man es darauf anlegt kann man alles hinterfragen und alles in Zweifel ziehen. Das ist ja auch ein stückweit gut so, wenn Zweifel jedoch zur Qual werden, dann läuft etwas falsch. Ich denke du hast sehr viele Zeichen, welche von außen kommen, das Problem sehe ich darin, das Du dich zu sehr an deine Zweifel klammerst: Lern loszulassen.


    Das ist ja genau mein Problem. Ich weiß nicht, was ich brauche... Eben... Sind es Zeichen? Oder Zufall? Das ist genau mein Problem. Und ich weiß nicht, wie ich das bekämpfen kann...

    Indem Du dich aufraffst und tatsächlich mehr Zeit in der Natur verbringst und diese wieder lernst zu genießen. Die pure Schönheit der Natur kann einem schon die Wahrhaftigkeit der Götter vor Augen führen.



    Dein Problem ist Du glaubst nicht.

    Wenn das so wäre, wäre Snoopy nicht hier und würde sich mit seinem Glauben so sehr auseinandersetzen. Nicht in jedem brennt der Funke der Götter so stark, wie bei Dir. Es liegt an uns, anderen zu helfen, ihren Kontakt zu den Göttern wieder zu festigen.


    Grüße

    Ancarus