Beiträge von Ancarus

    Ich fühle mich als Südgermane , nicht als Wikinger . Südgermanen hatten keine Sakralbauten . Die Götter wurden in der freien Natur angebetet .

    Ich fühle mich als Asatru.



    Das sehe ich auch so. Vor allem hält ein Tempelgebäude auch nicht davon ab, direkt in der Natur den Göttern näher zu kommen. Ich stelle mir den Tempelbau auch nicht so vor, dass man ein Kirchenähnliches Gebäude hinpflanzt und alles in der Umgebung niedermäht um einen schönen Vorplatz zu haben, sondern mehr als Kultstätte die in und mit der Natur gebaut wird.

    Das sehe ich auch so.


    Grüße

    Ancarus

    Hallo zusammen,

    Da stimme ich zu. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht und das ist mir zugleich bis heute noch ein Rätsel, warum unser Glaube derartig viele "eigenartige" Leute anzieht.
    Da spreche ich jetzt nicht mal von Nazis, sondern mehr von Leuten für die das ganze mehr eine Modeerscheinung ist als ein Glaube. Wo alles umbenannt wird zu Heidenhund, oder Heidensessel und Heidentisch und was weiß ich, man sich nur absolut oberflächlich mit dem Glauben befasst und diesen auch gar nicht lebt, sondern nur anderen zeigen will das man was Besonderes ist, weil man an etwas anderes glaubt als alle Anderen.

    Das (germanische) Heidentum bietet sich da besonders an, weil es eben nicht so strickt organisiert ist, wie zum Beispiel der Katholizismus. Diese "Freiheit" lässt sich dann halt auch für kreativen Unsinn missbrauchen. So oft habe ich in Foren und Gesprächen gelesen/gehört, das ja alles möglich sei, im germanischen Heidentum. Das ist natürlich nicht richtig, das interessiert aber schlicht viele Menschen einfach nicht.



    Die Frage, die sich mir als Außenstehendem stellt, ist, wie Ihr Euch so einen Tempel genau vorstellt. Ich habe mir Naturreligionen immer so vorgestellt, daß diese das Göttliche ungern 'einengen' wollen. Wofür dann also einen Tempel? Ist die Natur dann in diesem Fall nicht ausreichend und ein Gebäude (wie zum Beispiel in Island) kotraproduktiv? Die Römer und Griechen lassen sich doch als Gegenbeispiele eher schwer halten, da vor allem erstere ja wild und unwillkürlich viele Strömungen in sich aufnahmen und beide recht früh damit aufhörten, das Göttliche in der Natur, wie ja beispielsweise bei Euch der Fall, zu suchen.

    Gerade im norden Europas haben die germanischen Heiden auch Tempel gebaut, ebenso wie die slawischen Heiden im eher östlichen Teil Europas. Ein Gebäude ist nichts weiter, als eine erweiterte Einhegung. Idealerweise ergänzt ein Tempel einen heiligen Bereich.


    Unsere heidnischen Vorfahren huldigten den Göttern in " Heiligen Hainen" . Meiner Meinung nach sollten wir unseren Göttinnen und Göttern in der Freien Natur begegnen .

    Wie oben beschrieben, nutzten sie auch Tempelbauten. Ich sehe da keinen Widerspruch -> Beides ist möglich.


    Grüße

    Ancarus

    Hallo zusammen,


    Ich zeige nicht gerne öffentlich mein Glauben und bin eher bescheiden. habe keine tattoo.

    Mein Glauben zeigst darin, wie ich mit meiner Umwelt agiere und an dem Schmuck, den ich trage. Ebenso gebe ich Auskunft über meinen Glauben, wenn ich gefragt werde.



    Auch die neonazis tragen neben biker gerne solche Tätowierungen und Schmuck.

    Warum tun sie das? Weil sie wirklich an die götter glauben oder kennen den Inhalt (Edda) wirklich nicht?

    Das lässt sich so pauschal nicht beantworten. Das Gedankengut der Neonazis lässt sich jedoch nur schwer mit dem germanischen Heidentum vereinbaren. Jedoch sind Extremisten sehr kreativ und schaffen es jeden Glauben so zu verdrehen, das es dann doch passt. Das gilt nicht nur für das germanischen Heidentum, sondern für alle Religionen.



    Grüße

    Ancarus

    Wenn man die Wirklichkeit betrachtet , werden wir als Spinner oder Rechtsradikale angesehen und an den Rand der Gesellschaft gestellt

    Es liegt an jedem Einzelnen von uns, dem eigenen Umfeld ein anderes Bild zu zeigen. Auf der anderen Seite ist es aber ja leider auch so, das ein Teil der heidnischen Szene viel für dieses Vorurteil tut. Wenn ich an die "Heiden für Toleranz" denke, schüttelt es mich immer noch.



    In den Schulen gibt es für alle Religionen Religionsunterricht , über den heidnische Glauben wird nicht mal im Geschichtsunterricht gesprochen.

    Die deutschen Schulen sind sehr limitiert, was das angeht. Ich sehe da aber auch mehr die Eltern in der Verantwortung.



    Grüße

    Ancarus

    Hallo zusammen,

    ich bin ungern immer gleich negativ, aber bei dem Thema fällt es mir schwer:


    Die Idee von einem heidnischen Tempel geistert ja schon seit Ewigkeiten durch die heidnische Szene. Das letzte Mal aufgegriffen von den "Heiden für Toleranz" vor ein paar Jahren. Meist waren solche Wortmeldungen spiegel reiner Egomanie, als tatsächliche Willensbekundung. Auf der anderen Seite gibt es dann große Vereine, wie den Eldarring e.V. oder den Vfgh, welche die Strukturen haben sollten, einen Tempel betreiben zu können. Diese reden aber auch maximal davon, tun aber nichts.


    Da jetzt einen Verein zu gründen, der eigens den Bau und Unterhalt eines Tempels dient, scheint mir absolut sinnvoll zu sein. Ich würde das gleiche Konzept verfolgen. Nur mit dem Vorhaben des Vereins "Heidnischer-Tempelbau" habe ich ein anderes Problem:


    Es macht keinen Sinn einen Tempel bauen zu wollen und ihn dann für alle heidnischen Strömungen öffnen oder gar weihen zu wollen.


    Vor einigen Jahren wollten einige von uns , das der heidniche Glaube rechtlich anerkannt wird und dem christlichen Glauben gleich gestellt wird . Es waren zu wenige um eine Pedition zu stellen . Also was soll`s ?

    Was war das denn für eine Petition? Die war dann ja schon von der Grundkonzeption daneben. Im deutschen Recht werden keine Religionen anerkannt, denn in Deutschland herrscht Religionsfreiheit. Jeder darf seinem Glauben, jedweder Art, nachkommen, Im Rahmen der Gesetze, natürlich. Das Heidentum ist dem Christentum gleichgestellt.


    Wo es ein rechtliches Ungleichgewicht gibt ist in der Organisationsform. So sind zum Beispiel die katholische Kirche und die evangelische Kirche "Körperschaften des öffentlichen Rechts". Hierbei geht es aber, rechtlich, nicht um die Religion, sondern um die Gemeinschaft. Die Anerkennung als eine "Körperschaft des öffentlichen Rechts" steht auch heidnischen Gemeinschaften grundsätzlich offen. Bisher erfüllt nur keine heidnische Gemeinschaft die Voraussetzungen dafür und das ist nichts, was man mit einer Petition herbeiführen kann.


    Grüße

    Ancarus

    Das Führen des Haushalts war eine ehrbare und respektierte Aufgabe. Die Frau wurde nicht an den Herd "gekettet" und deswegen konnte sie auch zum Schwert greifen, wenn es notwendig war. Der heutige, vom Christentum geprägte, Begriff von der Hausfrau, hat wenig bis gar nichts mit der Stellung der Frau bei unseren Ahnen zu tun.


    Grüße

    Ancarus

    Hallo Widulf,

    vorab möchte ich gerne deutlich machen, das ich deinen Glauben zutiefst respektiere und folgende Zeilen nicht als Kritik oder Angriff gemeint sind, sondern schlicht meine Sichtweise darstellt:


    Im Hexenkult und auch in anderen heidnischen Strömungen bezieht man sich ja gerne auf den Gehörnten und die große Mutter als Manifestationen der aktiven, männlichen Kraft und der passiven, weiblichen.

    Also quasi ein aussendes Prinzip (materielle Welt, Sonne, helle Jahreszeit- Luft und Feuer)

    Grob vereinfacht kann ich hier Odin/Wodan und Frigg/Frija erkennen. Im Detail finden sich aber dort noch viel mehr Götter, welche die germanischen Heiden kennen.



    Nun heisst es ja bei Wicca z.B. Gott und Göttin wären die zwei gegensätzlichen,

    aber eben zusammengehörenden*

    Diesen Gegensatz gibt es im germanischen Heidentum so nicht. Odin und Frigg befinden sich in keinem Gegensatz. Gerade durch ihr gemeinsames Wirken ist ja Leben erst möglich.



    Erscheinungsformen eines übergeordneten Schöpferwesens- des so genannten großen Geistes ( bei uns wohl Fimbultyr genannt ). Und das alle übrigen Götter wiederum nur weitere Facetten, dieser beiden kosmischen Grundprinzipien seien.

    Das widerspricht natürlich der " Lehre "

    der Asatru.

    Odin ist der Gott der tausend Namen und so Allvater Odin ist, ebenso Fimbultyr, so ist er nicht Thor, Tyr, Heimdall und die anderen, hochheiligen Götter. Mein Sohn ist ja auch nicht weniger Mensch, als ich es bin und so ist auch nicht Thor weniger Gott, als es sein Vater ist.



    Ich persönlich sehe den Gehörnten und die Göttin nicht als Archetypen oder dergleichen, sondern als ganz reale

    (Ur-) Gottheiten, welche vom höchsten Schöpfergott selbst (durch den Urknall),

    aus ihm selbst heraus erschaffen wurden,

    Dreht man das Rad der Zeit weit genug zurück, dann ist wohl nur Allvater wobei ja Raum und Zeit untrennbar miteinander verbunden sind: Wo kein Raum, auch keine Zeit. Ich denke, das auf dieser Eben "War" und "Ist" das Gleiche ist.

    Jedenfalls glaube ich nicht an diese Form der Dualität. Jedenfalls nicht, wie es im Wicca der Fall ist.


    Denn vor dem Urknall gab es ja nichts ausser dem " All- Einen ", welcher logischerweise ja selbst das Nichts war, in dem er sich aufhielt.

    Was aber wiederum bedeuten würde,

    das Allvater zugleich männlich, wie auch weiblich sein muss- aber am Ende weder noch, da sich die Existens eines solchen Wesens nicht mit menschlichem Maß,

    messen lässt.

    Allvater ist All(vater). Ich würde da gar nicht mit dem Begriff "männlich" und "weiblich" hantieren. Den Göttern kann man sicherlich Attribute zuschreiben, welche wir als männlich und weiblich beschreiben, aber damit sind die Götter nicht Mann und Frau, wie es bei den Menschen der Fall ist.


    Den Gott und die Göttin finden wir bereits in der nordischen Mythologie, in Form von Muspelheim ( Feuer- Gott ) und

    Nebelheim ( Eis/ Wasser- Göttin ),

    Ich begreife Muspelheim und Nebelheim nicht als Götter.



    aus deren " heiliger Hochzeit ", die ersten

    drei göttlichen Urwesen hervor gingen:

    Riese, Tier und Gott.

    Demnach wären Ymir, Audhumbla und Bori sozusagen Geschwister.

    Bori ist die Inkarnation Allvaters ins "Sein". Ymir ist die Materie. Über Audhumbla müsste ich tatsächlich noch mal nachsinnen.



    Grüße

    Ancarus

    aber sind alte, überlieferte Zaubersprüche aus der Volksmagie

    nicht allgemeines Kulturgut?

    Das kommt darauf an, wie sie aufgearbeitet und publiziert werden. Ich bin aber halt kein Jurist und möchte es gerne vorab vermeiden, verklagt zu werden.


    Grüße

    Ancarus

    Wenn aber alles was existiert, ein Aspekt Allvaters ist, würde das dann nicht wieder in Richtung Monothoismus gehen.

    Das ist ja nicht mein Ansatz.



    Und auf wen genau bezieht sich hier der Begriff "Allvater"?

    Auf Wotan als eigenständige Person

    oder auf das ominöse Schöpferwesen

    Fimbultyr?

    Ich begreife die ganze Existenz, das ganze Sein als etwas, das in verschiedenen Ebenen aufgebaut ist. So sind für mich Wodan, Fimbultyr usw Erscheinungsformen Allvaters, auf diesen verschiedenen Ebenen. Allvater inkarniert sich also auf jeden der Ebenen selbst.


    Grüße

    Ancarus

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    Das legt für mich die Vermutung nahe, das deren Nachfahren, u.a. die Germanen, ebenfalls solche Orte der häuslichen Anbetung und Spiritualität gekannt haben dürften.

    Mal ganz pragmatisch betrachtet, macht das doch auch absolut sinn.


    Grüße

    Ancarus

    Viele Frauen beschäftigen sich wohl oft erst spät mit diesem Thema und dann geht es auch sehr oft in die Esoterikecke: Pendeln, Elfentarot- Karten, Kraftsteine, Engelstatuen, Heilkristalle, Buddhafiguren, "keltische" Energieamulette und sonstiger Hokuspokus, der vorn und hinten nicht zusammen passt.

    Oder auf gut Deutsch: die Kinder sind erwachsen und aus dem Haus, mit dem

    ( Noch-) Ehemann läuft schon seit Jahren nix mehr im Bett und der Familienhund wurde auch schon längst eingeschläfert.

    Nach dem man Jahrzehntelang Mutter und Hausfrau war und nun keiner mehr da ist, um den man sich kümmern könnte, kommt man (Frau) sich bestimmt auch ziemlich überflüssig vor. Eine Rückkehr in den alten Beruf ist dann wohl auch eher unwahrscheinlich, was auf kurz oder lang zu einer Identitätskriese führt!

    Das ist jetzt aber mal hart verallgemeinert.


    Ich würde eher davon ausgehen, das es spirituellen Frauen und Männern oft an Orientierung fehlt. Diese Orientierungslosigkeit zeigt sich dann auf unterschiedliche Weise.


    Grüße

    Ancarus

    Meiner Meinung nach handelt es sich bei den Asen um ein Geschlecht von Riesen,

    da Buri aus dem selben Eis entstand wie der Urriese Ymir und die Riesenkuh Audhumbla.

    Ja und Nein. Folge ich diesem Denkansatz, dann komme ich zu dem Schluss, das alles Allvater ist. Das Grundproblem so einer Frage, die auf die absolute Grundsätzlichkeit der Schöpfung abzieht, ist die Beschränktheit unser Sprache und unseres Intellekts. Wie soll man etwas unbeschreibbares beschreiben?


    Grüße

    Ancarus

    Was mich bei dem Thema mal echt interessieren würde, wäre wie unsere Mythen wohl ursprünglich aussahen.

    Jetzt werden zwar wieder alle mit faulen Eiern nach mir werfen, aber ich werde das Gefühl nicht los, das sich selbst in die Edda christliches Gedankengut eingeschlichen hat.

    Inwiefern?



    Ist ausser mir schon mal jemandem aufgefallen, das die Namen der ersten beiden Menschen- Ask und Embla, mit den selben Buchstaben anfangen wie

    Adam und Eva?

    Die Namen haben aber jeweils eine völlig andere Bedeutung. Insofern sehe ich da keinen näheren Zusammenhang.

    Hallo Widulf,

    versuch die spärlichen Wortmeldungen nicht persönlich zu nehmen. Oft wird sich einfach nicht getraut, etwas zu schreiben. Die Themen gehen ja oft sehr tief in die Materie und da fällt es vielen einfach auch schwerer etwas beizutragen. Nichtsdestotrotz sind deine Beiträge wichtig und werden gelesen und inspierieren.


    Grüße

    Ancarus

    Ich sag mal so: Lieber später geopfert, als gar nicht. Ideal ist es am tatsächlichen Festtag zu opfern, aber es kann immer vorkommen, das es nicht möglich ist (aus welchen Gründen auch immer). Ich würde das Ritual nur dann auch entsprechend anpassen.


    Grüße

    Ancarus