Einhegung eines heiligen Ortes

  • Grüßt euch,


    ich habe gerade Ancarus´Bericht über das Blot gelesen und wollte wissen ob die
    Haselstangen bzw. Haselruten die man in die Erde steckt und die Einhegung vornimmt
    nur als solche in Frage kommen und ob man andere Baumruten auch nehmen könnte ?


    Ich hatte vor Jahren einen Garten, den ich mit einem Lebendzaun aus Weidenruten
    umzäunt habe. Weidenruten die man in der ersten Märzwoche schneidet, kann man
    in die Erde stecken wo sie wenn ihre Knospen noch nicht aufgegangen sind, Wurzeln
    schlagen und fest anwachsen. Die Weiden habe ich schräg über Kreuz in die Erde
    gesteckt und sie waren im Frühjahr bis Herbst ein grüner Naturzaun, der mit seinem
    Flechtwerk eine schöne Begrenzung abgab.


    Könnte man Weiden auch benutzen oder gebietet es das Ritual nach dem Blot
    die Einhegung wieder aufzuheben ?


    Würde mich freuen wenn ihr mir diese beiden Fragen beantworten könnt.
    Selber kann ich leider kein Blot aufstellen und feiern, da ich als Heide
    in meinem Wohnort als solcher alleine bin und
    auch noch nicht wüsste, wo ich einen ungestörten Ort finde wo
    das Blot feiern kann.


    Aber was nicht ist, kann ja noch werden....


    Grüße


    Sjard

  • Zitat

    ich habe gerade Ancarus´Bericht über das Blot gelesen und wollte wissen ob die
    Haselstangen bzw. Haselruten die man in die Erde steckt und die Einhegung vornimmt
    nur als solche in Frage kommen und ob man andere Baumruten auch nehmen könnte ?


    Die Sache ist ja folgende: Durch die Überlieferungen wissen wir, das unsere Ahnen Haselstangen genutzt haben und weil sie diese genutzt haben, wissen wir auch, das die Einhegung dahingehend auch "funktioniert". Das bedeutet nun nicht, das es nicht auch andere Holzarten gibt, die man verwenden könnte, nur ist das dann ein stückweit auf eigene Gefahr. Jedoch muss es auch andere Mölgichkeiten gegeben haben, weil unsere Ahnen ja nicht überall und zu jeder Zeit auch Haselstangen haben herstellen können. So denke ich auch, das das Ritual zur Einhegung da mehr Gewicht besitzt, als die Holzwahl. Der Vorteil einer solche Einhegung ist ja auch, das die Grenzen des heiligen Bereichs so auch klar optisch zu sehen sind.


    Zitat

    Könnte man Weiden auch benutzen oder gebietet es das Ritual nach dem Blot
    die Einhegung wieder aufzuheben ?


    Im idealen Fall kann der Platz eingegt bleiben, weil er auch weiterhin heilig gehalten wird. Da dies aber ja im seltensten Fall geschieht, muss man halt den Blotplatz jedes Mal neu einhegen. Wird der Platz jedoch heilig gehalten, ist es auch nicht nötig, die Einhegung aufzuheben oder neu vorzunehmen.


    Grüße
    Ancarus

  • Hallo Ancarus


    danke für deine Antwort. Ja, wenn man einen Blot-Platz auf einer Waldlichtung einhegt und
    würde die Einhegung z.B. aus Weidenruten vornehmen die man dann wachsen lässt
    wäre es wahrscheinlich,das diese Einhegung beschädigt wird oder sonstige Veränderungen
    vorkommen können.
    So betrachet ist die Einhegung und der Abbau nach der Blotfeier mit Haselruten sinnvoller.


    Grüße


    Sjard

  • Zitat

    So betrachet ist die Einhegung und der Abbau nach der Blotfeier mit Haselruten sinnvoller.


    Bei Orten, die für jeden zugänglich sind, halte ich das auch für die beste Vorgehensweise. Man weiß ja nie, was da denn so passiert.

  • Ja, das stimmt. Ich hatte mal eine Feuerstelle die ganz tief im Wald lag wo ich in den
    Ferien früher gegrillt habe. Nach ein paar Monaten war sie weg weil dort in der Nähe
    Bäume gefällt worden waren und die Steine von den Waldarbeitern entfernt worden
    waren. Auch sind sie mit ihrem Fahrzeug einmal drüber gefahren.


    Grüße


    Sjard

  • Die Sache ist ja folgende: Durch die Überlieferungen wissen wir, das unsere Ahnen Haselstangen genutzt haben und weil sie diese genutzt haben, wissen wir auch, das die Einhegung dahingehend auch "funktioniert". Das bedeutet nun nicht, das es nicht auch andere Holzarten gibt, die man verwenden könnte, nur ist das dann ein stückweit auf eigene Gefahr. Jedoch muss es auch andere Mölgichkeiten gegeben haben, weil unsere Ahnen ja nicht überall und zu jeder Zeit auch Haselstangen haben herstellen können. So denke ich auch, das das Ritual zur Einhegung da mehr Gewicht besitzt, als die Holzwahl. Der Vorteil einer solche Einhegung ist ja auch, das die Grenzen des heiligen Bereichs so auch klar optisch zu sehen sind.

    Sehr schön beschrieben, das unterschreibe ich. Wie mir bei meinem Besuch im Keltenmuseum diese Woche wieder bestätigt wurde, wurden damals auch Steine in Forum von Steinkreisen als eine Art Einhegung genutzt, denn wie Ancarus bereits sagte war es ja nicht überall so einfach möglich Haselstäbe zu nutzen. Aufgrund der Tatsachen, dass es heute nicht mehr so einfach ist die Einhegung dort zu lassen und wie Aranrúth mal schrieb, das es auch teilweise (z.B. bei Schnüren zwischen den Stäben) eine gewisse Gefahr für die Waldbewohner mitbringen kann, finde ich es total in Ordnung wenn man die Einhegung wieder abbaut. Die Weihung des Platzes und die Bitte um Schutz für diesen bleibt ja aufrecht, sofern man ihn heilig hält.


    Ich habe bei meinem Platz das Glück, dass er von Baumstämmen eingekreist ist, die wohl bei einem Gewitter umgefallen sind und nun halb im Boden vergraben halb über der Erde dort liegen und genau einen Kreis um meinen Platz bilden. Nachdem ich das auch nicht als Zufall sondern als Bestimmung sehe, verwende ich dies nun als Einhegung :).


    Viele Grüße,
    Philipp

  • Hier habe ich zwei von mir gemachte Bilder von Einhegungen, zweier Kultstätten, die ich besucht habe.


    Eine keltische und eine germanische.


    [IMG:http://www.bilder-upload.eu/thumb/0d0eff-1388480259.jpg]


    [IMG:http://www.bilder-upload.eu/thumb/7578a6-1388480447.jpg]


    Ich persönliche mach das anders. Ich mache am Boden einen Kreis aus gesammelten Holz oder Steinen.
    Ein Bild meines Platzes habe ich, in meiner Vorstellung angehängt.


    Lg

  • Heil, dieser Beitrag ist zwar schon etwas älter, aber ich denke mal, das Themen dieser Art immer aktuell sein werden. Ich hab mit meiner feststehenden Einhegung weitgehend gute Erfahrungen gemacht, was aber daran liegt, das diese aus aufeinander gestapelten großen Ästen und schmalen Baumstämmen besteht, welche zum Teil fest miteinander verwoben und ineinander verkeilt sind. Der Kultplatz befindet sich auf einem Hügel im Wald (wo die meisten Menschen wohl keine Lust haben, extra da raufzukraxeln) und die Einhegung hab ich vor - manchmal auch hinter die Bäume gebaut, welche diese Lichtung umgeben. Das ganze Konstrukt ist schon seit Jahren so stabil (da ich immer weiter baue und großen Wert auf Breite und Höhe lege) das sich der Kraftaufwand es zu beschädigen einfach nicht lohnt. Ist eben nur viel (und schwere) Arbeit, welche sich aber auszahlt. Gruß: Widulf

  • Heiĺ, Ancarus. Ich hätte noch eine Frage: der Eingang der Einhegung ist schon etwas größer (da ich mich an den dortigen Bäumen orientiert habe und die natürlich so wachsen, wie sie wollen) und das Ganze hat vielleicht eher Ähnlichkeit mit einem grossen Hufeisen, als mit einem Kreis. Schadet das dem Aufbau von Energie in irgendeiner weise? Zusätzlich "versiegel" ich das Heiligtum ja auch zu Beginn eines Rituals, mit dem Hammerzeichen in den vier Himmelsrichtungen, sowie oben und unten. Asenheil: Widulf

  • Heil Widulf,

    sich an den Bäumen zu orientieren halte ich für gut und richtig. Die Kreisform ist die überlieferte Forum und ist in ihrer Symbolik stark. Auch ist die Kreisform schlicht praktisch. Jedoch fällt mir kein Argument ein, was auch gegen eine andere Form der Einhegung spricht, so lange sie geschlossen ist. Gerade wenn der heilige Platz durch die natürliche Gegebenheit eine andere Forum zeigt.


    Grüße

    Ancarus

  • Heil, Sverker. Deine Art zu denken kann ich sehr gut verstehen. Ich nehme das Jahr z.B. inzwischen, automatisch als Jahreskreis wahr. Ich denke dann nicht daran, das jetzt März ist, sondern eher an das bevorstehende Ostara-fest- an die Wiedergeburt Baldurs, das Zunehmen von Licht/Wärme, Fruchtbarkeit, Aussaat und solche Sachen. Ist oft echt schwer, Nicht-Heiden diese Art der Wahrnehmung und des Denkens näher zu bringen. Gruß: Widulf

  • Heil, Ancarus. Aber genau das ist ja meine Frage: Ab wann ist der Kreis geschlossen? Ich mein, jede haga (egal ob Steinkreis oder was auch immer) hat doch einen Eingang und somit eine Lücke. Gruß: Widulf

    Solch ein Eingang ist dann aber rein optischer Natur. Bei der magischen Einhegung sollte einmal der ganze Ritualplatz umrundet werden,



    Irgendwie denke ich in Kreisen . Geburt, Leben , Tot und Wiedergeburt . Der Lebenskreis . Wenn ich spazieren gehe , dann gehe ich am liebsten einen Rundweg.

    Ein richtiger und guter Gedanke


    Grüße

    Ancarus

  • Heil, Ancarus. Danke für die Antwort.

    Ich hab mir so was schon gedacht, aber wollte doch noch mal deine Meinung dazu hören, da ich inzwischen festgestellt habe, das das was du so sagst (schreibst), echt Hand und Fuß hat.


    asaheil ok vana: Widulf