Julfest <-> Weihnachten - wie unter einen Hut bringen

  • Servus,


    mich beschäftigt seit einiger Zeit eine Frage bzgl. Jul bzw. Weihnachten.
    Ich möchte einfach mal eure Meinung dazu haben.


    Wie bringt ihr denn Weihnachten und Jul unter einen Hut. Damit meine ich nicht beides zu feiern, sondern damit meine ich, wie ihr mit euren Lieben umgeht.
    Ich bin z.B. in meiner Familie der Einzige, der diese Glauben hat. Alle anderen feiern Weihnachten.
    Jetzt ist es natürlich irgendwie blöd, wenn ich am 24.12. meine Eltern besuche und "Alles Gute zum Julfest" sage oder sogar überhaupt nichts dergleichen sage.
    Auf Geschenke kann ich mich noch einlassen aber was sagt man?


    Wie handhabt ihr das?

  • Hallo Snoopy!


    Eine gute Frage, die mich heuer auch schon beschäftigt hat. Ich mache es so:


    Am 21.12. feier ich natürlich Jul, aber nur mit guten Freunden unseres Glaubens. Am 24.12. feire ich natürlich nicht das christliche Weihnachtsfest, aber ich leiste meiner Familie Gesellschaft und respektiere das sie an diesem Tag ihr Fest feiern. Ich mache es aber immer so kurz wie möglich muss ich zugeben, da der 24. einer der ersten Tage der Rauchnächte ist und ich mich da viel mehr auf unsere Götter konzentrieren möchte als auf die Feierlichkeiten anderer Religionen.


    Die Geschenke überreichen wir uns schon, jedoch sag ich dabei nie "Frohe Weihnachten", aber auch nicht frohes Julfest oder sowas, schließlich sind sie Christen und deswegen sag ich meist nur Danke und Bitte :P. Nachdem wir uns bei den Familienfeiern meist nicht über Religion unterhalten, weiß ich auch nicht ob sie überhaupt so genau wissen welche Religion ich habe. Ich vermeide es auch immer darüber zu sprechen wenn sie auf das Thema kommen, weil wenn sie meine Wohnung sehen oder mal fragen was ich so gemacht habe die Woche lang dann fällt das klarerweise auf welche Religion ich habe. Ich wechsle dann immer das Thema denn ich finde das die Religion Privatsache ist und ich nicht will das sich jemand bei Diskussionen auf den Schlips getreten fühlt. Schließlich führt so eine Diskussionen immer zwangsläufig dazu, dass das Christentum zerbröselt.


    Also grundsätzlich nach der Devise: Ich respektiere ihre Feierlichkeiten, nehme aber nicht als "Feiergast" daran Teil sondern als normaler Gast, aus reinem Respekt vor ihren Ansichten die ebenfalls ihre Privatsache sind. Der Fokus liegt natürlich während der ganzen Zeit auf unseren Jahresfesten und unseren Göttern.


    Viele Grüße,
    Philipp

  • Hallo Snoopy,
    Weihnachten --> Geweihte Nächte --> Rauhnächte --> Jul


    Ich sehe da jetzt nicht zwangsläufig ein Problem, wenn du deinen Eltern schöne Weihnachten wünscht. Oft geht es in den Familien doch bei Weihnachten um das familiäre Zusammensein und den Austausch von Geschenken. Beides steht ja nicht im Widerspruch zu unserem Glauben. Familie ist heilig, daher versuch einfach das Zusammensein zu genießen :)


    Grüße
    Ancarus

  • Also bei uns ist Weihnachten schon so kommerzig geworden, das ein Fremder denken könnte er platzt in eine Geburtstagsfeier:-) Das kommt mir natürlich sehr entgegen weil ich dann nichts vertäuschen brauche was nicht ist.

  • Hallo zusammen,


    ich feiere Yul ebenfalls für mich oder mit Gleichgesinnten, und wenn ich an den Feiertagen bei christlich orientierten Menschen Gast bin, wünsche ich freundlich "Frohe Weihenacht". Das hat bisher noch niemanden gestört, ich glaub sogar, das ist bisher keinem so richtig aufgefallen.


    Gruss Salgard

  • ich feiere Yul ebenfalls für mich oder mit Gleichgesinnten, und wenn ich an den Feiertagen bei christlich orientierten Menschen Gast bin, wünsche ich freundlich "Frohe Weihenacht". Das hat bisher noch niemanden gestört, ich glaub sogar, das ist bisher keinem so richtig aufgefallen.


    Diese Variante gefällt mir sehr gut. Die könnte ich auch für mich annehmen und vor allem ist es ja im Prinzip nicht falsch. Also auch für Christen nicht. :)


    Danke Widogarda für diese Idee.

  • Hallo Snoopy,


    so dachte ich mir das halt auch. Ich denke, wenn jeder "sein Ding" leben kann ohne den Anderen in seinen Ansichten zu brüskieren, ist das doch in Ordnung. Und die es betrifft, wissen eh, wie es gemeint ist. ;)


    Manchmal liegen die Lösungen so offen da, wie in diesem Fall.


    Gruss Widogarda

  • Hallo Sverker,


    genau das ist es, was oft fehlt im Denken und Handeln, die gegenseitige Toleranz, den guten Willen. Ein bisserl mehr davon würde unser aller Kommunikation um vieles unbeschwerter und sinnvoller gestalten. :)


    Und das es funktioniert, erlebe ich immer wieder aufs Neue.


    Gruss Widogarda

  • Heil euch.

    Das Thema ist ja jetzt schon uralt, aber wohl auch jedes Jahr um die Weihnachtszeit wieder aktuell.

    Ich persönlich sehe da kein Defizit zum Heidentum, jemandem schöne Weihnachten zu wünschen. Dieser Begriff dürfte wohl ohnehin heidnischen Ursprungs sein (Weihnachten/ geweihte Nächte- Mehrzahl)

    Wo kommen denn wohl der erste und der zweite Weihnachtstag her?

    Mit Jesus dürfte das wohl nichts zu tun haben, jedoch damit das das Julfest "rein zufällig" ebenfalls drei Tage lang gefeiert wird. Genau genommen dauert die Zeit der "geweihten Nächte" ja auch bis zum Perchtentag (Hochneujahr) an.

    Davon mal abgesehen, haben auch die Christen "ihr" Weihnachten ursprünglich am 21. Dezember gefeiert.

    Erst als der alte julianische Kalender, vom neuen, besser berechneten gregorianischen Kalender ersetzt wurde, kam es zu dieser Dreitages- Verschiebung.

    Die Christen haben einfach nur das alte Datum beibehalten.

    Ich könnte ein ganzes Buch darüber schreiben, was an Weihnachten alles heidnisch Ist- nämlich so ziemlich alles!

    Egal ob Weihnachtsmann, Krampus, Lichterkult, Weihnachtsgans, immergrüne Zweige und, und, und.

    Von daher sehe ich kein Problem darin, das wir UNSER FEST (!!!) feiern.

    Aber das muss man denen ja nicht auf die Nase binden. Allerdings dürfte es etwas peinlich werden, wenn man darum bittet, mal die Stelle in der Bibel sehen zu dürfen, wo steht, wann Jesus denn eigentlich geboren wurde- diese Stelle gibt es nämlich nicht!!!

    Aber man könnte sich auch darauf einigen, ein religionsfreies Weihnachten zu feiern. Ein Fest bei dem es eher darum geht, die dunkle Jahreszeit zu würdigen mit allem was dazu gehört: Tannenbaum, Advendskranz, Mistel-/ Stechpalmenzweige, als Symbole des Lebens und der Fruchtbarkeit, oder auch Kerzen und Lichter, als Licht- und Sonnensymbole in einer Zeit der Dunkelheit und des Todes u.s.w.

    Ich würde dann mit einer Rückbesinnung auf die alten Werte argumentieren und das man sich fernab von Kommerz und Konsum, darauf besinnen sollte, worum es wirklich geht- Familie, innere Einkehr etc.

    Auch könnte man den Baum traditionell (aber eben ohne religiöse Symbole) schmücken, z.B. mit Tannenzapfen, Strohsternen, Äpfeln, Lebkuchen, Fliegenpilzen und Schellen oder Glöckchen.

    Und nur so am Rande: bis vor gar nicht so langer Zeit, gab es nur (kleine) Geschenke zu Nikolaus (Wotanstag) oder auch zu Neujahr- aber nicht zu Weihnachten.

    Dann fällt der ganze Geschenke- Stress auch mal weg; vor allem auch die Verschwendung von Geschenkpapier

    - die Natur wird es uns danken!


    Asenheil: Widulf