Heidnischer Tempel in Deutschland geplant

  • Heil euch.

    Ich war eben grad im Netz, um zu schauen ob es mal einen Beitrag zum Thema Paganismus gibt den man nicht schon x- mal gelesen hat und hab tatsächlich etwas neues gefunden, nämlich:

    "Die Rückkehr der Götter- germanisches Heidentum in der heutigen Zeit".

    Ein recht gut recherchierter Artikel über Asatru in dem Online-Magazin

    "Kurt.digital".

    Dort wurde ich auf eine andere Seite aufmerksam:

    "heidnischer- tempelbau.org."

    Seit Jahren wird ständig über den Bau

    eines heidnischen Tempels, quasi nach isländischem Vorbild diskutiert und nun scheinen ein paar Leute konkrete Pläne für so ein Vorhaben hier in Deutschland zu haben.

    Ich mag jetzt nicht den ganzen Inhalt wiedergegeben, aber vielleicht schaut ja mal der eine oder andere von euch dort rein.

    Würde mich mal interessieren, wie ihr darüber denkt.


    Asenheil: Widulf

  • Was soll ein Tempel bewirken ? Die wenigen Heiden in Deutschland sind entweder untereinander zerstritten , wollen sich nicht öffentlich zu unserem Glauben bekennen , oder gehören irgendwelchen " heidnichen " Pseudoreligionen an . Vor einigen Jahren wollten einige von uns , das der heidniche Glaube rechtlich anerkannt wird und dem christlichen Glauben gleich gestellt wird . Es waren zu wenige um eine Pedition zu stellen . Also was soll`s ?

  • Heil Sverker.

    Ich weiß, das "das Heidentum" in Deutschland seit Jahren unter internen Grabenkämpfen zu leiden hat.

    Das heißt aber meiner Meinung nach nicht, das man es in Zukunft nicht besser machen könnte.

    Auf dieser Internetseite geht es natürlich auch um Mitgliedsbeiträge und Spenden, um das Projekt überhaupt finanzieren zu können.

    Ich halte es für durchaus realisierbar, zumal man dort eingeräumt hat, das es am Ende wohl doch eher ein Kultplatz werden würde, statt eines überdachten Gebäudes, da man wohl davon ausgeht, das für einen richtigen Tempel, nicht genug Geld zusammen kommen würde

    -schon schade, aber wenigstens realistisch.

    Es wäre ein heidnisches Gemeinschaftsprojekt- also nicht nur Asatru. Ob dieser Umstand jetzt eher gut oder schlecht wäre, weiss ich auch nicht.

    Ich weiss noch nicht einmal, wo dieses Heiligtum eigentlich geplant ist.

    Ich finde es aber auf jeden Fall richtig ober- knorke, das es zumindest Leute gibt, die etwas bewegen wollen.

    Was am Ende daraus wird, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

    Ich für meinen Teil, werde schauen, ob ich das Projekt in irgendeiner Form unterstützen kann.


    Gruß: Widulf

  • Hallo zusammen,

    ich bin ungern immer gleich negativ, aber bei dem Thema fällt es mir schwer:


    Die Idee von einem heidnischen Tempel geistert ja schon seit Ewigkeiten durch die heidnische Szene. Das letzte Mal aufgegriffen von den "Heiden für Toleranz" vor ein paar Jahren. Meist waren solche Wortmeldungen spiegel reiner Egomanie, als tatsächliche Willensbekundung. Auf der anderen Seite gibt es dann große Vereine, wie den Eldarring e.V. oder den Vfgh, welche die Strukturen haben sollten, einen Tempel betreiben zu können. Diese reden aber auch maximal davon, tun aber nichts.


    Da jetzt einen Verein zu gründen, der eigens den Bau und Unterhalt eines Tempels dient, scheint mir absolut sinnvoll zu sein. Ich würde das gleiche Konzept verfolgen. Nur mit dem Vorhaben des Vereins "Heidnischer-Tempelbau" habe ich ein anderes Problem:


    Es macht keinen Sinn einen Tempel bauen zu wollen und ihn dann für alle heidnischen Strömungen öffnen oder gar weihen zu wollen.


    Vor einigen Jahren wollten einige von uns , das der heidniche Glaube rechtlich anerkannt wird und dem christlichen Glauben gleich gestellt wird . Es waren zu wenige um eine Pedition zu stellen . Also was soll`s ?

    Was war das denn für eine Petition? Die war dann ja schon von der Grundkonzeption daneben. Im deutschen Recht werden keine Religionen anerkannt, denn in Deutschland herrscht Religionsfreiheit. Jeder darf seinem Glauben, jedweder Art, nachkommen, Im Rahmen der Gesetze, natürlich. Das Heidentum ist dem Christentum gleichgestellt.


    Wo es ein rechtliches Ungleichgewicht gibt ist in der Organisationsform. So sind zum Beispiel die katholische Kirche und die evangelische Kirche "Körperschaften des öffentlichen Rechts". Hierbei geht es aber, rechtlich, nicht um die Religion, sondern um die Gemeinschaft. Die Anerkennung als eine "Körperschaft des öffentlichen Rechts" steht auch heidnischen Gemeinschaften grundsätzlich offen. Bisher erfüllt nur keine heidnische Gemeinschaft die Voraussetzungen dafür und das ist nichts, was man mit einer Petition herbeiführen kann.


    Grüße

    Ancarus

  • Im deutschen Recht werden keine Religionen anerkannt, denn in Deutschland herrscht Religionsfreiheit. Jeder darf seinem Glauben, jedweder Art, nachkommen, Im Rahmen der Gesetze, natürlich. Das Heidentum ist dem Christentum gleichgeste

    Hallo Ancarus

    Wenn man die Wirklichkeit betrachtet , werden wir als Spinner oder Rechtsradikale angesehen und an den Rand der Gesellschaft gestellt . In den Schulen gibt es für alle Religionen Religionsunterricht , über den heidnische Glauben wird nicht mal im Geschichtsunterricht gesprochen .

  • Heil euch.

    Zum Thema Schulunterricht empfinde ich es als enormen Fortschritt, das in Grossbritannien die heidnische Religion

    (Steinzeit, Druidentum und Religion der Angelsachsen) soweit ich weiss, mit auf dem Stundenplan steht- wegen der offiziellen Anerkennung von Celtoi/ Druidentum natürlich.

    Bei uns wird so was ja totgeschwiegen

    - kein Lehrer will unter Verdacht geraten,

    "so einer" zu sein.

    Was dieses Heiligtum angeht, seh ich da auch gewisse Probleme.

    Ich hab hier zwar mal etwas über den Gehörnten und die Göttin geschrieben, aber an einem Wicca- Altar würde ich wohl eher nicht opfern. Und an einem römischen oder keltischen auch nicht unbedingt. Ich denke mal, das es denen mit uns auch nicht anders geht.

    Die Grundidee an sich finde ich aber schon sehr gut

    - gerade für Menschen in der

    (Groß-) Stadt, die jetzt vielleicht nicht einmal wissen, wo sich bei ihnen der nächste Wald befindet.

    Und dort Kontakte zu knüpfen und Gleichgesinnte zu finden, wäre wohl auch nicht das Schlechteste.


    Asensegen: Widulf

  • Wenn man die Wirklichkeit betrachtet , werden wir als Spinner oder Rechtsradikale angesehen und an den Rand der Gesellschaft gestellt

    Es liegt an jedem Einzelnen von uns, dem eigenen Umfeld ein anderes Bild zu zeigen. Auf der anderen Seite ist es aber ja leider auch so, das ein Teil der heidnischen Szene viel für dieses Vorurteil tut. Wenn ich an die "Heiden für Toleranz" denke, schüttelt es mich immer noch.



    In den Schulen gibt es für alle Religionen Religionsunterricht , über den heidnische Glauben wird nicht mal im Geschichtsunterricht gesprochen.

    Die deutschen Schulen sind sehr limitiert, was das angeht. Ich sehe da aber auch mehr die Eltern in der Verantwortung.



    Grüße

    Ancarus

  • Heil euch.

    Bei den Römern gab es, so weit ich weiß, einen Tempelbezirk, wo die Heiligtümer der unterschiedlichsten Götter, aus verschiedenen Religionen dicht an dicht standen.

    So ein gemeinschaftliches Areal wäre denkbar, wo dann aber jede Strömung ihren eigenen Kultplatz hat.

    Allerdings dürften wohl die meisten Heiden, die acht Jahreskreisfeste feiern.

    Wär schon nerfig, bei einem dieser Feste,

    Wotan, Donar und Frigg zu opfern,

    während links neben mir jemand lautstark den Gott Zeus anruft

    und rechts ein Lied zu Ehren der Göttin Cerridwen ertönt.


    Gruß: Widulf