Die grosse Göttin und der gehörnte Gott

  • Heil euch.

    Im Hexenkult und auch in anderen heidnischen Strömungen bezieht man sich ja gerne auf den Gehörnten und die große Mutter als Manifestationen der aktiven, männlichen Kraft und der passiven, weiblichen.

    Also quasi ein aussendes Prinzip (materielle Welt, Sonne, helle Jahreszeit- Luft und Feuer)

    Und ein aufnehmendes Prinzip

    (spirituelle Welt, Mond, dunkle Jahreszeit-

    Erde und Wasser).

    Nun heisst es ja bei Wicca z.B. Gott und Göttin wären die zwei gegensätzlichen,

    aber eben zusammengehörenden*

    Erscheinungsformen eines übergeordneten Schöpferwesens- des so genannten großen Geistes ( bei uns wohl Fimbultyr genannt ). Und das alle übrigen Götter wiederum nur weitere Facetten, dieser beiden kosmischen Grundprinzipien seien.

    Das widerspricht natürlich der " Lehre "

    der Asatru.

    Ich persönlich sehe den Gehörnten und die Göttin nicht als Archetypen oder dergleichen, sondern als ganz reale

    (Ur-) Gottheiten, welche vom höchsten Schöpfergott selbst (durch den Urknall),

    aus ihm selbst heraus erschaffen wurden,

    damit diese Wesenheit, welche wohl ausserhalb von allem existiert und auf eine weise, die unser Begriffsvermögen weit übersteigt, physisch werden konnte.

    Denn vor dem Urknall gab es ja nichts ausser dem " All- Einen ", welcher logischerweise ja selbst das Nichts war, in dem er sich aufhielt.

    Was aber wiederum bedeuten würde,

    das Allvater zugleich männlich, wie auch weiblich sein muss- aber am Ende weder noch, da sich die Existens eines solchen Wesens nicht mit menschlichem Maß,

    messen lässt.

    Den Gott und die Göttin finden wir bereits in der nordischen Mythologie, in Form von Muspelheim ( Feuer- Gott ) und

    Nebelheim ( Eis/ Wasser- Göttin ),

    aus deren " heiliger Hochzeit ", die ersten

    drei göttlichen Urwesen hervor gingen:

    Riese, Tier und Gott.

    Demnach wären Ymir, Audhumbla und Bori sozusagen Geschwister.


    * quasi das heidnische Yin und Yang


    Gruß: Widulf

  • Im Hexenkult und auch in anderen heidnischen Strömungen bezieht man sich ja gerne auf den Gehörnten und die große Mutter als Manifestationen der aktiven, männlichen Kraft und der passiven, weiblichen.

    Kann es sein das Du nicht gut auf Frauen zu sprechen bist ? Was ist bitte passiv an unseren Göttinnen ? Bei den frühen Menschen herschte das Matriachat . Die Frau war etwas Besonderes . Sie schenkte neues Leben . Auch unsere Göttinnen schenken neues Leben . Bei unseren germanischen Vorfahren hatte die Frau die Hausgewalt . Als Zeichen trug sie den Hausschlüssel am Gürtel . Wärent die Herren Germanen auf die Jagt gingen , in den Kampf zogen , tranken und Würfel spielten , kümmerten sich die Frauen um Haus und Feld .

  • Heil, Sverker.

    Mit Frauen hab ich überhaupt kein Problem, zumindest wenn sie keine dummen Blondchen sind.

    Mit " passiv " beziehe ich mich darauf,

    das die Frau den Samen des Mannes in sich aufnimmt (Wicca ist ja sehr sexuell

    ausgerichtet) und von daher- als Empfängerin, den passiven Part einnimmt.

    Der Begriff " passiv " hat für mich auch nichts abwertendes.

    Frauen haben zum Beispiel einen besseren Zugang zu Meditation und Trance, weil sie in der Regel intuitiver veranlagt sind als wir Männer.

    Das sind eben Sachen die man (zumindest nach außen hin) passiv praktiziert, da die auszuübende Person sich ja körperlich dabei nicht bewegt- die eigentliche

    " Bewegung " findet während dessen natürlich im Kopf statt.

    Im übrigen berufe ich mich hier auf die Definition, wie ich sie aus dem Druidentum kenne, da heisst es zum Beispiel, das der Mond (passiv) das Licht der Sonne (aktiv) reflektiert.

    Im übrigen sind das eben auch nur sehr grobe Definitionen, um ein bestimmtes Prinzip zu veranschaulichen.


    Gruß: Widulf

  • Hallo Widulf,

    vorab möchte ich gerne deutlich machen, das ich deinen Glauben zutiefst respektiere und folgende Zeilen nicht als Kritik oder Angriff gemeint sind, sondern schlicht meine Sichtweise darstellt:


    Im Hexenkult und auch in anderen heidnischen Strömungen bezieht man sich ja gerne auf den Gehörnten und die große Mutter als Manifestationen der aktiven, männlichen Kraft und der passiven, weiblichen.

    Also quasi ein aussendes Prinzip (materielle Welt, Sonne, helle Jahreszeit- Luft und Feuer)

    Grob vereinfacht kann ich hier Odin/Wodan und Frigg/Frija erkennen. Im Detail finden sich aber dort noch viel mehr Götter, welche die germanischen Heiden kennen.



    Nun heisst es ja bei Wicca z.B. Gott und Göttin wären die zwei gegensätzlichen,

    aber eben zusammengehörenden*

    Diesen Gegensatz gibt es im germanischen Heidentum so nicht. Odin und Frigg befinden sich in keinem Gegensatz. Gerade durch ihr gemeinsames Wirken ist ja Leben erst möglich.



    Erscheinungsformen eines übergeordneten Schöpferwesens- des so genannten großen Geistes ( bei uns wohl Fimbultyr genannt ). Und das alle übrigen Götter wiederum nur weitere Facetten, dieser beiden kosmischen Grundprinzipien seien.

    Das widerspricht natürlich der " Lehre "

    der Asatru.

    Odin ist der Gott der tausend Namen und so Allvater Odin ist, ebenso Fimbultyr, so ist er nicht Thor, Tyr, Heimdall und die anderen, hochheiligen Götter. Mein Sohn ist ja auch nicht weniger Mensch, als ich es bin und so ist auch nicht Thor weniger Gott, als es sein Vater ist.



    Ich persönlich sehe den Gehörnten und die Göttin nicht als Archetypen oder dergleichen, sondern als ganz reale

    (Ur-) Gottheiten, welche vom höchsten Schöpfergott selbst (durch den Urknall),

    aus ihm selbst heraus erschaffen wurden,

    Dreht man das Rad der Zeit weit genug zurück, dann ist wohl nur Allvater wobei ja Raum und Zeit untrennbar miteinander verbunden sind: Wo kein Raum, auch keine Zeit. Ich denke, das auf dieser Eben "War" und "Ist" das Gleiche ist.

    Jedenfalls glaube ich nicht an diese Form der Dualität. Jedenfalls nicht, wie es im Wicca der Fall ist.


    Denn vor dem Urknall gab es ja nichts ausser dem " All- Einen ", welcher logischerweise ja selbst das Nichts war, in dem er sich aufhielt.

    Was aber wiederum bedeuten würde,

    das Allvater zugleich männlich, wie auch weiblich sein muss- aber am Ende weder noch, da sich die Existens eines solchen Wesens nicht mit menschlichem Maß,

    messen lässt.

    Allvater ist All(vater). Ich würde da gar nicht mit dem Begriff "männlich" und "weiblich" hantieren. Den Göttern kann man sicherlich Attribute zuschreiben, welche wir als männlich und weiblich beschreiben, aber damit sind die Götter nicht Mann und Frau, wie es bei den Menschen der Fall ist.


    Den Gott und die Göttin finden wir bereits in der nordischen Mythologie, in Form von Muspelheim ( Feuer- Gott ) und

    Nebelheim ( Eis/ Wasser- Göttin ),

    Ich begreife Muspelheim und Nebelheim nicht als Götter.



    aus deren " heiliger Hochzeit ", die ersten

    drei göttlichen Urwesen hervor gingen:

    Riese, Tier und Gott.

    Demnach wären Ymir, Audhumbla und Bori sozusagen Geschwister.

    Bori ist die Inkarnation Allvaters ins "Sein". Ymir ist die Materie. Über Audhumbla müsste ich tatsächlich noch mal nachsinnen.



    Grüße

    Ancarus

  • Heil Ancarus.

    Ich fühle mich nicht im geringsten angegriffenen oder so.

    Ich hoffe aus dem Text ist ersichtlich,

    das ich mir eher Gedanken über bestimmte Denkweisen und Definitionen

    Gemacht habe.

    Ich persönlich habe mir früher wirklich viele Gedanken über solche Themen gemacht und bin dann vor Jahren zu dem Schluss gelangt, das ich das Wesen der Götter gar nicht zu verstehen brauche, weil es ja ohnehin niemand wirklich weiss.

    Inzwischen habe ich eigentlich aufgehört

    die Hohen oder ihr Wirken analysieren zu wollen. Heutzutage sage ich mir:

    Die Götter sind wie sie sind- und gut ist!

    Das erspart mir echt Kopfschmerzen,

    da man ja trotz allem grübeln und aller Theorien, zu keinem brauchbarem Ergebnis ( Beweis ) kommt.


    Gruß: Widulf

  • Heil, euch.

    Was ich noch (wegen Sverkers Kommentar) schreiben wollte, ist das die Frauen in der germanischen Gesellschaft,

    zwar dem Mann weitgehend gleichgestellt waren, man das aber wohl mit unseren heutigen Vorstellungen von Emanzipation nicht wirklich gleichsetzen kann.

    In der Serie "Vikings" und ähnlichen Machwerken, will man uns zwar glauben machen, jede Frau wäre auch quasi eine Schildmaid gewesen, aber das ist leider totaler Quatsch.

    Die meisten Menschen- egal ob in Skandinavien, Germanien, Britannien oder sonst wo, waren im Frühmittelalterlichen Europa, aber auch später, weitgehend Bauern, Handwerker und Händler. Oder auch Viehzüchter oder Fischer; oft alles gleichzeitig.

    Die meisten Leute, egal ob Mann oder Frau, waren eben keine Könige, Krieger, Wikinger, Goden oder Völvas!

    Was heißt, das es bei der Arbeit in Heim und Hof, durchaus geschlechtsspezifische Rollenverteilungen gab.

    Und was das Klischee vom saufenden und Würfelspiel spielenden, faulen und ständig betrunkenen germanischen Mann angeht- ja ich hab Tacitus "Germania" natürlich auch gelesen. Interessant ist allerdings, das Tacitus selbst, meines Wissens nach, nie in Germanien, Gallien oder Britannien war und sein " Wissen" nur aus zweiter oder dritter Hand hatte.


    Gruß: Widulf

  • Serien und meist amerikanische Filme zeigen nicht das Leben der Germanen . Germanen und Wikinger waren zeitlich nicht die gleichen. Die Germanen waren als Volksgruppe schon vor dem Jahre 0 im heutigen Deutschland vertreten . Die Wikinger schloßen sich erst im 1. Jahrtausend aus germ. Stämmen zusammen , wärend mehrere germ. Stämme schon lange das röm. Reich belagerten . Um auf das Thema mit den Schildmaiden zu kommen . Bei der Schlacht der Teutonen gegen die Römer bei Aix on Provonce ,als die Krieger geschwächt vom Schlachtfeld flohen , wurden sie unter Waffengewalt von ihren Frauen zum Kampf zurück getrieben . Die Frauen griffen in das Kriegsgeschehen mit ein . Als die Schlacht verlohren war und die röm. Legionen das Heerlager zu überrennen drohten namen sie sich alle das Leben.

  • Heil Sverker.

    Das war aber eine Ausnahmesituation.

    Ich will ja auch nur sagen, das die Aufgaben damals schon gerecht verteilt waren: Die Männer gingen zur Jagd und die Frauen hatten im Haus zu tun.

    Jeder tat eben das, was er (oder sie) am besten konnte.

    Ich will damit bestimmt nicht sagen, das Frauen für mich hinter den Herd gehören und dergleichen, aber es waren damals ja ganz andere Zeiten.

    Das kann man mit unserer modernen Gesellschaft und unserem Denken heutzutage natürlich nicht mehr vergleichen.


    Gruß: Widulf

  • Das Führen des Haushalts war eine ehrbare und respektierte Aufgabe. Die Frau wurde nicht an den Herd "gekettet" und deswegen konnte sie auch zum Schwert greifen, wenn es notwendig war. Der heutige, vom Christentum geprägte, Begriff von der Hausfrau, hat wenig bis gar nichts mit der Stellung der Frau bei unseren Ahnen zu tun.


    Grüße

    Ancarus