Einzug/Umzug in ein neues Haus

  • Heil euch. Mir ist gerade etwas eingefallen, da ich demnächst in einen Bauwagen einziehe, der sich auf dem Gartengelände meiner Freunde befindet. Und zwar hatte ich mir damals vorgenommen, wenn ich noch mal umziehen sollte, das ich dann mehr auf die alten Traditionen achten wollte. Es geht um das Thema Salz und Brot. Diese soll man ja als erstes in ein neues Heim bringen. Meine Frage bezieht sich jetzt indirekt auf Bräuche aus dem katholischen alemannisch/bajuwarischen Raum oder genauer gesagt, auf den so genannten "Herrgottswinkel". Wie wohl die meisten modernen Heiden, habe auch ich einen Hausaltar. Diese Tradition soll sich über den Herrgottswinkel und keltische Hausaltäre, bis hin zu den alten Römern zurückverfolgen lassen. Bei meinem Anliegen geht es um das Hausbrot-kann man sich einfach einen Leib Brot kaufen und es dann zusammen mit einer Schale Salz auf den Hausaltar legen und es dann auch in Zukunft dort liegen lassen? Würde mich sehr freuen, wenn jemand Ahnung von dieser Thematik hätte oder auch von anderen Bräuchen, die mit dem beziehen eines neuen Hauses zu tun haben (z.B. vorher ausräuchern oder etwas in der Art). Asenheil: Widulf

  • Heil meine lieben Mitheiden.

    Danke für die zahlreichen Antworten und Beiträge!!!

    Gestern Nacht habe ich zum ersten mal in meinem neuen Zuhause übernachtet.

    Ich hab einen Leib Brot, eine kleine Specksteinschale mit Salz und ein Mjöllnir-Amulett aus Kupfer, auf den Holzofen gelegt und den Hausgeistern ganz sachlich erklärt, wer ich eigentlich bin, was ich so mache und was ich mit diesem Bauwagen, so für die Zukunft im Sinn habe.

    Das gute ist, das dort unter dem Hochbett genug Platz für einen (niedrigen) Altar und der gleichen Ist- allerdings werde ich ab jetzt wohl auf den Knien opfern und beten müssen.

    Da auch der Platz auf meinem (zukünftigen) Altartisch etwas beschränkt sein wird, habe ich nun beschlossen, nur ein Stück vom Hausbrot abzuschneiden und in einer Schale auf dem Altar zu verwahren und den Rest nach und nach, als Gaben für den Hauskobold, den Herdgeist und die Feuerwesen im Ofen zu verbrennen

    -die Salzschale und das Amulett kommen bei mir, ja ohnehin auf den Hausaltar.

    Mit Salbei, Fichtenharz und Wacholder werde ich heute erstmal ausräuchern, da der abnehmende Mond ja ideal dafür ist, altes loszuwerden (meine Vormieterin)

    und bei zunehmenden, oder vollem Mond, wird dann wohl eine Wohnungswihe stattfinden.


    Gruß: Widulf

  • Heil,Sverker.

    Ich gehe mal davon aus, das bestimmte (verbrannte) Pflanzen nur negative Wesenheiten vertreiben, ansonsten hätte ja niemand mehr, der z.B. in den Rauhnächten räuchert, überhaupt noch gute Geister.


    Asenheil: Widulf

  • Hallo,


    Salbei kannst du ruhig räuchern, auch Weihrauch. Den guten Geistern / Disen kannst du ja auch was opfern bzw im zuge eines solchen auch den ersten Merseburgerzauberspruch aufsagen.


    lg

  • Heil, Wolfbald.

    War das der, wo die Idisen, die Fesseln der Gefangenen lösen sollen,

    weil der andere ging ja um die Heilung eines lahmenden Pferdes, glaub Ich- ist schon ein paar Jahre her, wo ich die gelesen habe.

    Aber ja, ich denke du hast recht,

    die Disen miteinzubeziehen ist bestimmt nicht verkehrt- oder auch die Ahnen.


    asaheil ok vana: Widulf

  • Zuerst saßen Idise, saßen hier, da, dort

    einige hefteten Bande,einige hemmten das Heer,

    einige klaubten an den starken fesseln

    Entspring den Haftbanden, entflieh den Feinden


    Eiris sāzun idisi, sāzun hē̆ra duo, der

    sumā̆ hapt heptidun, sumā̆ heri lezidun,

    sumā̆clūbōdun umbi cuoniouuidi

    insprinc haptbandun, inuar uīgandun!


    Prinzipiell wird das wohl eher als Kriegsglück beinflussender Zauberspruch gedeudet, der gefesselte Krieger befreien soll. Ich finde es kann aber sehr wohl auch für andere Zwecke verwendet werden sofern man mal damit aufhört in allem etwas kriegerischen sehen zu wollen bzw. für mich liest es allgemein eher so, als ob er unglück abwenden sollte oder einen Fluch bricht.


    lg

  • Heil, Wolfbald.

    Danke für den Spruch- ich hätte ihn sonst rauskramen müssen (ich schreibe seit Jahren an einem persönlichen Nachschlagewerk, zum Thema Heidentum).

    Ich habe (was für Klischee-menschen immer wie ein Wiederspruch klingt) wenig bis gar nichts für Krieger, Wikinger und andere Mörder und Vergewaltiger * übrig,

    da ich meinen Weg am ehesten, als

    " bäuerlichen Fruchtbarkeitskult " bezeichnen würde.

    Von daher, kann man den Spruch (z.B. von wegen " die Haftbande lösen") auch einfach so interpretieren, das man sich von altem/negativem losmachen möchte, um - in diesem Fall- bei einem Umzug, vergangenes hinter sich zu lassen und etwas neues zu beginnen.


    *Nichts für ungut, aber so sehe ich das eben- ich hoffe, da fühlt sich jetzt keiner persönlich beleidigt.


    Gruß: Widulf

  • Hallo Widulf,


    nix zu danken ;)


    Widulf schrieb:

    Von daher, kann man den Spruch (z.B. von wegen " die Haftbande lösen") auch einfach so interpretieren, das man sich von altem/negativem losmachen möchte, um - in diesem Fall- bei einem Umzug, vergangenes hinter sich zu lassen und etwas neues zu beginnen.


    Genau so habe ich das gemeint und ich denke das soll auch der Zauberspruch bewirken.

    Widulf schrieb:

    Ich habe (was für Klischee-menschen immer wie ein Wiederspruch klingt) wenig bis gar nichts für Krieger, Wikinger und andere Mörder und Vergewaltiger * übrig,

    da ich meinen Weg am ehesten, als

    " bäuerlichen Fruchtbarkeitskult " bezeichnen würde.

    Das sehe ich ähnlich. Ich kann auch mit diesem ganzen Wikinger / Walhalla Fanatismus absolut nichts anfagen.


    lg

  • Heil, Wolfbald.

    Find ich gut, das ich mit meiner Meinung nicht allein dastehe.

    Es ist schon sehr schade, das wenn man in der Öffentlichkeit, nicht grade als Nazi (ich hab Runen auf den Fingern und eine Triskele auf der Hand) denunzieren wird, dann zumindest unsere Religion, als mordlüsternder Gewalt-kult dargestellt wird und man sich für so einen Scheiss auch noch vor wildfremden Leuten rechtfertigen muss.

    Aber richtig schade ist es vor allem, das viele Menschen sich gar nicht trauen, sich näher mit Asatru zu beschäftigen ( obwohl es sie schon interessiert), nur um eben nicht Opfer, gängiger Vorurteile zu werden.


    Gruß: Widulf

  • Hallo,


    Widulf schrieb:

    Es ist schon sehr schade, das wenn man in der Öffentlichkeit, nicht grade als Nazi (ich hab Runen auf den Fingern und eine Triskele auf der Hand) denunzieren wird, dann zumindest unsere Religion, als mordlüsternder Gewalt-kult dargestellt wird und man sich für so einen Scheiss auch noch vor wildfremden Leuten rechtfertigen muss.



    ich sag mal so, als stark tätowierter, bärtiger, langhaariger Metalhead und natureligiöser Naturbursche kenne ich das nur zu gut.


    Aber da muss man drüber stehen. Im übrigen haben Personen die andere wegen ihrem Äußeren, Religion, sexueller Orientierung ect. ausgrenzen und diskriminieren, meistens einen Minderwertigkeitskomplex und versuchen das durch Mobbing und Hetze zu verbergen und zu kompensieren. Aber sie leben alle in ihren kleinen eigenen geistigen Gefängnissen....


    Edit: ich würde nach dem Umzug sofern es der Garten zulässt eine Linde pflanzen.


    Lg

  • Heil, Wolfbald.

    Da hast du auf jeden Fall recht, aber als Metaller, wird man wohl auch oft als harmloser "Mittelalterspinner" belächelt. Ich bin (unpolitischer) Skinhead und wenn ich mit meinen Punker-freunden unterwegs bin, dann hält sich das alles eigentlich noch in Grenzen, solange ich meine "Vorzeige-zecken" dabeihab.

    Trotzdem wird man z.B. in der S- Bahn, oder sonstwo, öfters in Diskussionen verwickelt, ob man da jetzt Bock drauf hat oder eben auch nicht.

    So als müsse man sich eben ständig rechtfertigen.

    Wenn jemand einen Rosenkranz tätowiert hat, fragt den ja vermutlich auch keiner ob das jetzt gegen Moslems gerichtet ist, von wegen Kreuzzüge und so.


    Gruß: Widulf

  • Andrerseits ist der Holunder, aber auch der Göttin Holle/ Frigg geweiht und gilt soweit ich weiß, im Volksglauben als

    "Grossmutter des Gartens" und somit als Beschützerin von Haus und Hof.

    Unter den Wurzeln sollen wohl auch die guten Geister (Elfen/ Hollen) leben.

    Von daher vielleicht nicht die schlechteste Wahl.

  • den Holunder mit seiner Symbolik des Todes, würde ich nicht gleich nach meinem Einzug in den Garten pflanzen.

    Warum ist der Holunder das Symbol des Todes ? Im Huller wohnt die Urmutter . Der Huller ist die Bauernapotheke und gehört zu jedem Haus . Wer bei den Germanen einen Holunder rodete wurde hart bestraft.

  • Der Hollunder gilt auch als Totenbaum und als ein Wesen das zwischen den Welten steht. Verbindet das Diesseit mit dem Jenseits. Wobei mit Jenseit hier wohl das Reich der Erdgöttin gemeint ist. Nach Storl zieht der Hollunder böse Geister wie Gnome und Kobolde an. Vom geht oft eine dunkle magische Aura aus und nicht Umsonst ist er auch ein Friedhofsbaum. Er ist genauer betrachtet ein Art Schwellenbaum.


    Der Hollunder zieht auch Unglück an und Krankheit an, daher soll man das Holz des Hollunders auch nicht einfach so schneiden, oder einen abestorbenen Hollunder übersteigen da sonst Krankheit und Unglück übergehen kann.


    Im Hollunder scheinen sich viele Aspekte der Hel zu finden.


    Daher ist als auch der Hel/Holle geweiht und wird auch Holletor genannt (Tor zur Anderswelt)-----> Höllentor.

    In Hollunderreisig wurden die Verstorbenen gebettet. Hollundeholz am Körper getragen soll vor bösen Geistern schützen.



    Dher sollte man bevor man das Holz vom Hollunder schneidet, ein Opfer(Met,Bier,Milch etc.) für den Holunder darbringen um nicht seinen Fluch auf sich zu ziehen. "Willst du aus dem Leben scheiden, tue den Hollunder schneiden".



    Blüht er 2x im Jahr oder verdörrt er gar so stirbt jemand in der Familie.

  • Heil.

    Wenn ich mich recht erinnere, stand mal irgendwo, das es zwar Unglück oder sogar den Tod bringen würde, einen Holunderzweig in das Haus zu bringen, aber wiederum Schutz/ Segen, ihn (draußen) über die Haustür zu hängen.


    Asenheil: Widulf

  • Früher hat man auch die Zollstäbe der Sargschreiner aus Holunder gefertigt.


    Holunder dürfte mehrere Apekte verkörpern.


    Zb sind die Beeren giftig, können aber auch als Heilmittel eingesetzt werden. Seine Blüten kann man für Sirup verwenden. Ritiuel gewonnenes Holunderholz schützt zb gegen böse Geister.


    Die Linde hingegen steht für die Sippe, Schutz und Frieden. In jedem Dorf gibt es daher eine Dorflinde, auch Hochzeiten finden unter der Linde statt. In der Linde zeigt sich die große Göttin von Ihrer freundlichen Seite. Die herzförmigen Blätter der Linde sind der Freya geweiht. Die Linde ist außerdem eine wichtige Bienenweide.


    Lg

  • Heil.

    Was genau kann man denn unter rituell gewonnenem Holz verstehen? Gibt es da bestimmte Überlieferungen, wie z.B. bei der Ernte der Alraune oder des Bilsenkrautes?

    Was die giftigen Beeren anbelangt, so gibt es meines Wissens doch auch Holunderbeerwein und dergleichen?!


    asaheil ok vana: Widulf