Wann ist man eigentlich Heide?

  • Hallo,


    mich würde mal eure Meinung interessieren wann man sich selbst als Heide bezeichnen kann und was ihr glaubt wann man tatsächlich Heide ist und die Gunst der Götter genießen kann, bzw. wann die Götter wohlwollender auf einen schauen; Ist etwas schwer zu erklären.


    Ich mache mal den Anfang zu meiner Denkweise, muss aber selbst gestehen, dass ich nicht wirklich weiß, ob ich mich selbst als Heide/heidnisch bezeichnen würde...




    In der Edda finden wir genügend Informationen um einen Einblick ins religiöse Leben zu bekommen. Dennoch ist es für jeden eine andere Interpretation.

    Daher gibt es ja auch leider so viele verschiedene Organisationen und Vereine, Meinungen.

    Für jeden gibt es andere Schwerpunkte, sind andere Dinge essenziell.


    Wenn ich die Edda lese eröffnen sich mir immer neue Erkenntnisse und trotzdem bin ich mir selbst unschlüssig darüber ob ich nun Heide bin oder nicht, ob ich heidnisch handel oder nicht. Ich bin weit davon entfernt ein Ideal zu sein. Vernachlässige die Natur oft genug und zweifel auch sehr häufig.

    Allerdings denke ich besonders oft an die Götter, erwische mich öfter auch dabei, wie ich mit den Göttern spreche.

    Ähnlich dem Beten, es ist jedoch mehr ein "erzählen".


    Die jährlichen Feste vergesse ich meist. Woran ich immer denke ist Sommersonnenwende, Wintersonnenwende und Ostara.

    Mit "daran denken" ist es bei mir leider aber auch schon erledigt.

    Ich bin in einer neutral religiösen Familie erzogen worden, war nur 2 mal im Jahr in der Kirche, bin allerdings konfirmiert und habe daher relativ viel Kontakt gehabt zum Christentum. Ich bin also eher der "faule" der weiß, wenn er zweimal in die Kirche geht ist schon OK, sonst muss ich nichts machen.

    Das ist logischerweise im Heidentum nicht so. Dennoch konnte ich mich bisher da noch nicht ganz von befreien. Also von dem "Faul-sein".

    Auch das Opfern fällt mir schwer. Ich bin so erzogen worden, dass man nichts verschwendet. Also fallen Lebensmittel für mich schonmal weg, weil ich mich dabei einfach nicht wohl fühle. Dinge selber sammeln.... Tja, dafür bin ich nun wieder zu faul.


    Und da setzt dann eben mein "Denken" ein. Wann ist man eigentlich ein Heide? Bin ich schon heidnisch, weil ich an die Götter glaube, in der Edda lese und ab und zu mit den Göttern spreche?

    Ab wann bin ich also ein Heide?


    Wie sind eure Meinungen dazu? Was ist für euch essenziell um ein Heide zu sein?

  • Hallo Snoopy,

    Was ist für euch essenziell um ein Heide zu sein?

    Nach meiner Meinung sind folgende Erkenntnisse die Grundlage, worauf sich alles spätere aufbaut:


    -Zu wissen das es nicht den einen Gott gibt, sondern die Götter


    -Die Natur ist direkter spiegel göttlichen Wirkens


    -Wir sind Teil dieser Natur


    -Durch die Natur sind wir in ständigem Austausch mit den Göttern


    -In den Überlieferungen der Ahnen befindet sich der Schlüssel für ein tieferes Verständnis für die Götter


    -Die Bereitschaft steter Weiterentwicklung


    In der Edda finden wir genügend Informationen um einen Einblick ins religiöse Leben zu bekommen. Dennoch ist es für jeden eine andere Interpretation.

    Daher gibt es ja auch leider so viele verschiedene Organisationen und Vereine, Meinungen.

    Für jeden gibt es andere Schwerpunkte, sind andere Dinge essenziell.

    Das ist einer der wesentlichen Unterschiede zu den abrahamistischen Religioen: Der Mensch ist kein Schaf, welches von einem Hirten geführt werden muss.


    Jeder Mensch ist dazu aufgerufen selbst seinen Weg zu gehen und selbst den Kontakt zu den Göttern zu suchen und zu pflegen. Das es dabei dann zu unterschiedlichen Interpretationen kommt liegt in der Natur de Sache und ist auch nichts schlimmes. Denn dafür gibt es das "Thing", die Zusammenkunft der Heiden: Der Austausch und Abgleich der religiösen und spirituellen Erkenntnisse miteinander. Das Thing ist nicht einfach eine weltliche Institution, sondern vielmehr auch eine spirituelle.



    Ich bin in einer neutral religiösen Familie erzogen worden, war nur 2 mal im Jahr in der Kirche, bin allerdings konfirmiert und habe daher relativ viel Kontakt gehabt zum Christentum. Ich bin also eher der "faule" der weiß, wenn er zweimal in die Kirche geht ist schon OK, sonst muss ich nichts machen.

    Das ist logischerweise im Heidentum nicht so. Dennoch konnte ich mich bisher da noch nicht ganz von befreien. Also von dem "Faul-sein".

    Das sich "Aufraffen" ist Teil deiner Zuwendung zu den Göttern und kann dir von niemanden abgenommen werden. Der "freie Mann" ist Bestandteil des germanisch heidnischen Ideals. Der "freie Mann" geht selbst seinen Weg und nimmt, gegebenenfalls, auch Mühsal auf sich, um das richtige zu tun. Gleichzeitig ist es auch eine geistige/spirituelle Weiterentwicklung sich von diesem anerzogenem Faul-sein zu lösen.

    Da hat uns schlicht auch das Christentum vergiftet, ist dieses Denken doch ganz im Sinne der christlichen "Herde-Ideologie"-


    Auch das Opfern fällt mir schwer. Ich bin so erzogen worden, dass man nichts verschwendet. Also fallen Lebensmittel für mich schonmal weg, weil ich mich dabei einfach nicht wohl fühle. Dinge selber sammeln.... Tja, dafür bin ich nun wieder zu faul.

    Jede Gabe erfordert eine Gegengabe. Dieser Satz aus den Überlieferungen ist universell wahr. Sei es im spirituellen oder im materiellen. Ein Opfer ist nie eine Verschwendung. Der materielle Aspekt des Opfers wird von der Natur aufgenommen, der spirituelle Aspekt findet Aufnahme bei den Göttern und Geistern.



    Abgesehen von den von mir beschriebenen Dingen ist noch eine Erkenntnis, nach meiner Meinung, ganz essentiel: Man "ist" nie wirklich Heide, sondern man "wird" zum Heiden. Heide sein bedeutet eine ständige Weiterentwicklung. Ganz so wie die Natur sich ständig neu und weiter entfaltet, so ist es auch mit dem "Heide sein". In unserer Existenz in und auf Midgard gibt es da keinen Endpunkt der Entwicklung. Das Wesen der Götter ist unendlich und in etwas unendlichem lässt sich kein Ende finden.


    Grüße

    Ancarus

  • Hallo Ancarus,


    vielen Dank für Deine Antwort.

    Das sich "Aufraffen" ist Teil deiner Zuwendung zu den Göttern und kann dir von niemanden abgenommen werden. Der "freie Mann" ist Bestandteil des germanisch heidnischen Ideals. Der "freie Mann" geht selbst seinen Weg und nimmt, gegebenenfalls, auch Mühsal auf sich, um das richtige zu tun. Gleichzeitig ist es auch eine geistige/spirituelle Weiterentwicklung sich von diesem anerzogenem Faul-sein zu lösen.

    Da hat uns schlicht auch das Christentum vergiftet, ist dieses Denken doch ganz im Sinne der christlichen "Herde-Ideologie"

    Nehme ich diesen Mühsal nicht auf mich, bin ich dann ein schlechter Heide? Stehe ich dann schlechter da? Gibt es überhaupt dieses Denken "guter Heide, schlechter Heide"?

    In den monotheistischen Religionen muss man Angst vor einer Hölle haben. Das muss man im Heidentum in dem Sinne nicht, jedenfalls nicht als normal-rechtschaffener Mensch.

    Sagen wir mal, jemand (hier: ich) kann sich nicht aufraffen zum Opfern. Hat das dann irgendwelche negativen Auswirkungen? Oder ist man dann gar "ungläubig"? Ich frage absichtlich so scharf, da es sicherlich viele Menschen gibt, die so etwas fragen würden.

    Abgesehen von den von mir beschriebenen Dingen ist noch eine Erkenntnis, nach meiner Meinung, ganz essentiel: Man "ist" nie wirklich Heide, sondern man "wird" zum Heiden. Heide sein bedeutet eine ständige Weiterentwicklung. Ganz so wie die Natur sich ständig neu und weiter entfaltet, so ist es auch mit dem "Heide sein". In unserer Existenz in und auf Midgard gibt es da keinen Endpunkt der Entwicklung. Das Wesen der Götter ist unendlich und in etwas unendlichem lässt sich kein Ende finden.


    Man "ist" nicht sondern man "wird". Das gefällt mir sehr gut. Das behalte ich mir auf jedenfall. Vielen Dank dafür!

  • Hallo zusammen!


    Letztlich sind alle alten Glaubensrichtungen, die vor dem Aufkommen des Monotheismus schon da waren heidnisch. Auch der griechisch-römische, der keltische und z.B. der ägyptische Glaube sind heidnisch. Genau wie eben der nordisch-germanische Glaube heidnisch ist.

    Ich spreche in diesem Zusammenhang absichtlich nicht von Religionen, weil das lateinische Wort religere "sich anbinden" oder "sich zurückbinden" bedeutet. Und zwar an eine bestimmte Gottheit, wie das ja im Monotheismus der fall ist. Die Schäfchen im Christentum binden sich an den Hirten, die Gläubigen Mohammedaner unterwerfen sich Allah, die Juden haben einen ewigen Bund mit JHWH.

    Heiden hingegen gehen eine Bindung dieser Art, bei der sie sich einem Gott unterwerfen oder einen ewigen Bund als Volk mit ihm eingehen, nicht ein. Als Heide glaubt man an die Götter und vertraut sich ihnen ggf. an. Vielleicht hat man im Asatru auch einen Fulltrui (richtig geschrieben?), aber an den bindet man sich nicht auf die Art, wie es die Monotheisten an jeweils ihren Gott tun.

    (Sollte ich mich in irgendeinem Punkt irren, und das Wort Religion, abgeleitet von religere ist doch auf die heidnischen Glaubensrichtungen anzuwenden, dann bitte ich mich zu korrigieren und dies entsprechend zu begründen!)


    Guten Start in die neue Woche!

    LG

    Marcel

    Friede und langes Leben!

    (Sochya eh dif!)


    Kol-ut-shan

    (Vulkanisch (Star Trek) für: Unendlichen Möglichkeiten in unendlichen Kombinationen)

  • Nehme ich diesen Mühsal nicht auf mich, bin ich dann ein schlechter Heide? Stehe ich dann schlechter da? Gibt es überhaupt dieses Denken "guter Heide, schlechter Heide"?

    Das kommt immer darauf an, was dieses Mühsal darstellt. Das Heil eines Menschen wird durch seine Taten gemehrt oder gemindert. Bezogen auf das opfern: Das Opfer ist das heiligste unserer Rituale. Nicht zu opfern wirkt sich ganz sicher nicht positiv aus. Das jetzt aber näher zu beschreiben würde hier den Rahmen sprengen.


    Natürlich kann man auch zwischen guter und schlechter Heide unterscheiden. Die Unterscheidungslinie verläuft da nur anders, als in den abrahamistischen Religionen. Was gutes Handeln ist und was schlechtes gibt ja zum Beispiel das Havamal Auskunft.


    In den monotheistischen Religionen muss man Angst vor einer Hölle haben. Das muss man im Heidentum in dem Sinne nicht, jedenfalls nicht als normal-rechtschaffener Mensch.

    Es muss ja auch nicht immer gleich die Hölle sein. Ziellosigkeit, Unbeständigkeit, unglücklich sein, es gibt da soviele Dinge die einem bei einem schlechten Lebenswandel quälen können. Die Götter haben mir schon so oft Halt gegeben, das ich gar nicht in Frage stelle, ihnen die gebührende Ehre zu erweisen, Wahrscheinlich schaff ich das gar nicht immer, aber ich versuche es eben. Dies tue ich nicht aus Angst vor Strafe, sondern aus Dankbarkeit und Freude an dem Wohlwollen der Götter.



    Letztlich sind alle alten Glaubensrichtungen, die vor dem Aufkommen des Monotheismus schon da waren heidnisch. Auch der griechisch-römische, der keltische und z.B. der ägyptische Glaube sind heidnisch. Genau wie eben der nordisch-germanische Glaube heidnisch ist.

    Sicher, aber das hier ist ein germanisch heidnisches Forum und daher liegt hier auch der Schwerpunkt auf dem "germanischen".



    ch spreche in diesem Zusammenhang absichtlich nicht von Religionen, weil das lateinische Wort religere "sich anbinden" oder "sich zurückbinden" bedeutet. Und zwar an eine bestimmte Gottheit, wie das ja im Monotheismus der fall ist. Die Schäfchen im Christentum binden sich an den Hirten, die Gläubigen Mohammedaner unterwerfen sich Allah, die Juden haben einen ewigen Bund mit JHWH.

    Heiden hingegen gehen eine Bindung dieser Art, bei der sie sich einem Gott unterwerfen oder einen ewigen Bund als Volk mit ihm eingehen, nicht ein. Als Heide glaubt man an die Götter und vertraut sich ihnen ggf. an. Vielleicht hat man im Asatru auch einen Fulltrui (richtig geschrieben?), aber an den bindet man sich nicht auf die Art, wie es die Monotheisten an jeweils ihren Gott tun.

    Heidentum und die monotheistischen Religionen sind da nur sehr schwer vergleichbar, weil sie von völlig unterschiedlichen Voraussetzungen ausgehen:

    Das ganze christliche Tauf- und Kommunionszeremoniell zielt auf Unterwerfung und Einschränkung. Der Bund zwischen den Menschen und Gott ist ja auch geschädigt und Menschen sind grundsätzlich sündhaft und müssen gerettet werden.

    (Das ist jetzt keine Einladung zum Christentum und co näher zu beleuchten)


    Das Heidentum kennt keine Erbsünde, die Verbindung zu den Göttern ist ein natürlicher Teil unseres Wesens. Etwaige Konsequenzen aus dieser Verbindung (ob positiv oder negativ) sind oft auch mit gesundem Menschenverstand zu begreifen. Der einzige Grund, warum soviele Menschen Probleme haben diese Verbindung auch wahrzunehmen sind die Kirchen, welche seit fast 2000 Jahren daran arbeiten diese Verbindung zu zerstören.


    Grüße

    Ancarus

  • Hallo Snoopy

    Allerdings denke ich besonders oft an die Götter, erwische mich öfter auch dabei, wie ich mit den Göttern spreche.

    Ähnlich dem Beten, es ist jedoch mehr ein "erzählen".

    Das ist doch ganz o.k. Wichtig ist das Du an unsere Göttinen und Götter glaubst , das ihre Schöpfung unsere beseelte Natur ehrst und sie nach deinen Mitteln beschützt ( zB deinen Abfall mit nach hause nimmst ) .


  • Sollte ich mich in irgendeinem Punkt irren, und das Wort Religion, abgeleitet von religere ist doch auf die heidnischen Glaubensrichtungen anzuwenden, dann bitte ich mich zu korrigieren und dies entsprechend zu begründen!

    Also ich kann weder Latein noch behaupte ich, dass es richtig ist was ich jetzt sage, jedoch kann man das meiner Meinung nach schon anwenden. Schließlich binde ich mich an einen Glauben bzw. an Götter (ob nun einen oder mehrere ist in diesem Kontext wohl egal).

    Das ist natürlich nur mein Verständnis...


    Was gutes Handeln ist und was schlechtes gibt ja zum Beispiel das Havamal Auskunft.

    Da hast Du Recht. Letztlich habe ich wohl immer noch dieses typisch gut-böse der monotheistischen Lehre im Kopf.


    Das ist doch ganz o.k. Wichtig ist das Du an unsere Göttinen und Götter glaubst , das ihre Schöpfung unsere beseelte Natur ehrst und sie nach deinen Mitteln beschützt ( zB deinen Abfall mit nach hause nimmst ) .

    Und dabei tue ich mich immer schwer. Ich verstehe was Du meinst, aber was sind denn meine Möglichkeiten?

    Das ist immer schwierig. Jeder könnte viel mehr machen. Und da setzt wieder mein Denken ein, dass ich ja eigentlich ein schlechter Heide bin (wenn ich denn einer bin), weil ich ja viel mehr machen könnte...


    Wenn ich im Wald an meinem Opferplatz opfere, dann bringe ich meiner Herrin Geschenke mit, die ich auf meinem Weg finde buntes Herbstlaub,Blumen, Früchte, eine schöne Feder,ein Schneckenhaus. Wenn ich Lebensmittel opfere, dann Sachen die von den Tieren gefressen werden und somit nicht verschwendet werden. Für die Naturwesen die Elfen und die Zwerge gebe ich etwas Kleingeld.


    Für die Götter räuchern tu ich nur zuhause, wegen der Waldbrandgefahr.

    Vielen Dank für deine Offenheit, was Du so mitnimmst.

    Dazu hätte ich ein paar Fragen:


    Du schreibst, dass Du z.B. Laub, Blumen, Früchte, Federn oder ein Schneckenhaus opferst.

    Auch solche Gedanken kamen mir schon. Ich denke mir dann aber immer, was wollen die Götter z.B. mit Laub, Federn einem Schneckenhaus o.ä. Das meiste findet man mal eben so (gerade z.B. Blätter, Laub, etc.). Laub sind ja quasi tote Blätter. Für mich persönlich war das also ein no-Go. Kann aber auch ein Denkfehler von mir sein. Wie siehst Du das? Aus welchem Grund entscheidest Du Dich für Laub, Schneckenhaus, Federn?

    Deine Gedanken dazu würden mich wirklich interessieren. Was denkst Du können diese Dinge überbringen, was "wollen die Götter damit"? Also mir ist klar, dass damit Gedanken, Gefühle, Wünsche überbracht werden sollen und nicht der materielle Gegenstand. Aber irgendwie werde ich da nicht richtig schlau...


    Auch mit dem Kleingeld. Ich mache mir bei sowas generell immer Gedanken ist es zu viel oder zu wenig was ich gebe. Würde ich bspw. Brot opfern, woher weiß ich ob es zu viel oder zu wenig ist? Opfer ich einen ganzen Laib oder nur einen halben? Oder nur einen Bissen?



    Sverker schrieb:


    Meine Opfer werden an genommen.

    Eine etwas eigenartige Frage aber: Woher weißt du das?




    Aber nun zurück zum Thema, da es sonst hier zu viel ums opfern geht (über eine Antwort, gerne auch per PN würde ich mich freuen).



    Was meint ihr, wäre es hilfreich sich "mehr heidnisch zu fühlen", wenn man z.B. zu Hause räuchert, Edda liest (Was ich ja schon tue), vielleicht zu Jul bewusst Kerzen anzündet, etc.

    Wie gesagt tue ich mich mit dem Opfern schwer aber ich denke für den Anfang könnte das doch schon reichen. Wie seht ihr das?

  • Hallo Snoopy,


    Möglicherweise hilft dir das Thema ja weiter, dort haben wir das Thema Opfergaben schon Mal diskutiert.


    Opfergaben


    Snoopy schrieb:

    Was meint ihr, wäre es hilfreich sich "mehr heidnisch zu fühlen", wenn man z.B. zu Hause räuchert, Edda liest (Was ich ja schon tue), vielleicht zu Jul bewusst Kerzen anzündet, etc.

    Wie gesagt tue ich mich mit dem Opfern schwer aber ich denke für den Anfang könnte das doch schon reichen. Wie seht ihr das?

    Ich denke wenn es dir darum geht die Geistwesen/Götter uvm. wahr zu nehmen oder mit ihnen in Kontakt zu treten, dann wird dir lesen nicht viel bringen.


    Diese Verbindung muss aus deinem tiefsten Inneren selbst kommen. Ich weiß das ist schwer zu vermitteln aber eine universale Anleitung dafür gibt es wohl nicht.


    Vielleicht hilft es dir wenn du in die Natur gehst und die Natur und das spirituelle versuchst aktiv war zu nehmen.


    Tut mir leid eine bessere Ausführung kann ich dir nicht bieten.


    Lg

    See the ravens fly there
    Circling in the storm
    Hidden from the new world
    Where the spiritless are born


    I - Far Beyond the Quiet

  • Hallo Snoopy

    Du schreibst, dass Du z.B. Laub, Blumen, Früchte, Federn oder ein Schneckenhaus opferst.

    Auch solche Gedanken kamen mir schon. Ich denke mir dann aber immer, was wollen die Götter z.B. mit Laub, Federn einem Schneckenhaus o.ä. Das meiste findet man mal eben so (gerade z.B. Blätter, Laub, etc.). Laub sind ja quasi tote Blätter. Für mich persönlich war das also ein no-Go. Kann aber auch ein Denkfehler von mir sein. Wie siehst Du das? Aus welchem Grund entscheidest Du Dich für Laub, Schneckenhaus, Federn?

    Deine Gedanken dazu würden mich wirklich interessieren. Was denkst Du können diese Dinge überbringen, was "wollen die Götter damit"? Also mir ist klar, dass damit Gedanken, Gefühle, Wünsche überbracht werden sollen und nicht der materielle Gegenstand. Aber irgendwie werde ich da nicht richtig schlau...


    Auch mit dem Kleingeld. Ich mache mir bei sowas generell immer Gedanken ist es zu viel oder zu wenig was ich gebe. Würde ich bspw. Brot opfern, woher weiß ich ob es zu viel oder zu wenig ist? Opfer ich einen ganzen Laib oder nur einen halben? Oder nur einen Bissen?

    Auch unsere Götter mögen schöne Sachen. Meine Herrin die Göttin Freya mag Blumen und ich gebe ihr sie gerne. Die Opferstelle mit buntem Herbstlaub, Federn, Schneckenhäusern und anderen schönen Sachen schmücken. Diese Dinge entnehme ich der Natur und gebe sie wieder zurück ohne irgend einen Müll zu hinterlassen.

    Zur Menge : Wenn Du zB. ein ganzes Brot opfers das liegt dann rum und verschmutzt den Opferplatz, es sei denn es käme ein Wildschwein und täte das Brot fressen. Nicht auf die Menge oder die Höhe deiner Opfergaben kommt es an. sondern ob Du es gerne gibst. Ob Du unsere Götter achtest.


    Eine etwas eigenartige Frage aber: Woher weißt du das?

    Weil ich mich bei den Göttinnen und Göttern aufgehoben fühle.Ich fühle das SIE bei mir sind. Wenn ich meinen Opferplatz verlasse fliegen fast jedesmal 2 Raben über mich hin.

  • Möglicherweise hilft dir das Thema ja weiter, dort haben wir das Thema Opfergaben schon Mal diskutiert.

    Ach Du hast ja Recht. Vielen Dank. Habe ich total vergessen.

    Ich denke wenn es dir darum geht die Geistwesen/Götter uvm. wahr zu nehmen oder mit ihnen in Kontakt zu treten, dann wird dir lesen nicht viel bringen.

    Naja ich lese ja, um mehr über die Götter zu erfahren. Um sie gegebenenfalls besser zu verstehen oder erkennen zu können.

    Diese Verbindung muss aus deinem tiefsten Inneren selbst kommen. Ich weiß das ist schwer zu vermitteln aber eine universale Anleitung dafür gibt es wohl nicht.

    Leider... Es wäre so viel einfacher ;)^^

    Vielleicht hilft es dir wenn du in die Natur gehst und die Natur und das spirituelle versuchst aktiv war zu nehmen.

    Das versuche ich manchmal. Irgendwie habe ich immer das Gefühl, dass einfach nichts passiert. Oder das ich mir Dinge einbilde. Nur weil irgendwo ein Rabe kräht, bilde ich mir ein "oh, das könnte was bedeuten". Oder wenn ich irgendwo Rehe sehe, oder ein Windhauch. Aber letztlich denke ich dann doch wieder ach ist doch Quatsch...

    Weil ich mich bei den Göttinnen und Göttern aufgehoben fühle.Ich fühle das SIE bei mir sind. Wenn ich meinen Opferplatz verlasse fliegen fast jedesmal 2 Raben über mich hin.

    Ich habe bisher 4 mal geopfert. Einen richtigen Opferplatz habe ich nicht. Ich suche mir ein schönes Fleckchen im Wald, ab der Wege unter einer Eiche oder so. Beim ersten Mal, wurden alle Vögel still. Es war plötzlich so ruhig, abgesehen von ab und zu Autogeräuschen in weiter Ferne. Beim zweiten Mal, als ich versuchte den Opferplatz vom ersten Mal zu finden, habe ich ein Reh gesehen, was mich angeschaut hat. Ich dachte, dass es ja lustig ist und bin dem Reh hinterher. Gerade wenn ich es aus den Augen verloren hatte und aufgeben wollte, weil ich dachte ich finde es eh nicht mehr, stand es plötzlich wieder irgendwo. Das ging 3 mal so und letztlich habe ich eine andere wunderbar freistehende Eiche gefunden, an der ich geopfert habe.

    Beim dritten Mal passierte nichts, bis auf 2 Rehe die ich weglaufen sah, als ich fertig war. Beim vierten Mal passierte einfach gar nichts. Keine Tiere, keine Stille, nichts besonderes.....


    Da frage ich mich eben ob ich einfach nicht vorbereitet war, ob ich irgendetwas falsch gemacht habe oder ob einfach alles Quatsch ist. Da komme ich dann wieder ins zweifeln und dann denke ich mir wieder ich bin gar nicht wirklich heidnisch und wünschte nur es wäre so... Und damit schließt sich der Kreis: "Wann bin ich eigentlich Heide?"


    Ein Teufelskreis...

    Ich weis leider nicht wie man ein Foto einfügen kann.So könnte ich euch meinen Opferplatz zeigen.

    Du kannst unter der Box wo du schreibst auf "Dateianhänge" gehen. Dort kannst Du ein Bild hochladen, welches nicht größer als 1MB ist. Ich würde mich sehr freuen ein Bild deines Platzes zu sehen. :)

  • ch habe bisher 4 mal geopfert. Einen richtigen Opferplatz habe ich nicht. Ich suche mir ein schönes Fleckchen im Wald, ab der Wege unter einer Eiche oder so. Beim ersten Mal, wurden alle Vögel still. Es war plötzlich so ruhig, abgesehen von ab und zu Autogeräuschen in weiter Ferne. Beim zweiten Mal, als ich versuchte den Opferplatz vom ersten Mal zu finden, habe ich ein Reh gesehen, was mich angeschaut hat. Ich dachte, dass es ja lustig ist und bin dem Reh hinterher. Gerade wenn ich es aus den Augen verloren hatte und aufgeben wollte, weil ich dachte ich finde es eh nicht mehr, stand es plötzlich wieder irgendwo. Das ging 3 mal so und letztlich habe ich eine andere wunderbar freistehende Eiche gefunden, an der ich geopfert habe.

    Langen dir diese Zeichen der Götter nicht !

    Was willst Du mehr ? Sollen die Götter plötzlich vor dir stehen und mit menschlicher Sprache zu dir sprechen ( wie bei Don Camillo )


    Das versuche ich manchmal. Irgendwie habe ich immer das Gefühl, dass einfach nichts passiert. Oder das ich mir Dinge einbilde. Nur weil irgendwo ein Rabe kräht, bilde ich mir ein "oh, das könnte was bedeuten". Oder wenn ich irgendwo Rehe sehe, oder ein Windhauch. Aber letztlich denke ich dann doch wieder ach ist doch Quatsch...

    Dein Problem ist Du glaubst nicht.

  • Langen dir diese Zeichen der Götter nicht !

    Was willst Du mehr ? Sollen die Götter plötzlich vor dir stehen und mit menschlicher Sprache zu dir sprechen ( wie bei Don Camillo )

    Das ist ja genau mein Problem. Ich weiß nicht, was ich brauche... Eben... Sind es Zeichen? Oder Zufall? Das ist genau mein Problem. Und ich weiß nicht, wie ich das bekämpfen kann...

    Dein Problem ist Du glaubst nicht.

    Zumindest nicht so, wie es richtig wäre... Ich würde gerne aber... Tja, kann man nicht erklären.

  • Zitat

    Wenn ich im Wald an meinem Opferplatz opfere, dann bringe ich meiner Herrin Geschenke mit, die ich auf meinem Weg finde buntes Herbstlaub,Blumen, Früchte, eine schöne Feder,ein Schneckenhaus. Wenn ich Lebensmittel opfere, dann Sachen die von den Tieren gefressen werden und somit nicht verschwendet werden. Für die Naturwesen die Elfen und die Zwerge gebe ich etwas Kleingeld.


    Für die Götter räuchern tu ich nur zuhause, wegen der Waldbrandgefahr.

    Vielen Dank für die Beschreibung, Sverker.


    ch habe bisher 4 mal geopfert. Einen richtigen Opferplatz habe ich nicht. Ich suche mir ein schönes Fleckchen im Wald, ab der Wege unter einer Eiche oder so. Beim ersten Mal, wurden alle Vögel still. Es war plötzlich so ruhig, abgesehen von ab und zu Autogeräuschen in weiter Ferne. Beim zweiten Mal, als ich versuchte den Opferplatz vom ersten Mal zu finden, habe ich ein Reh gesehen, was mich angeschaut hat. Ich dachte, dass es ja lustig ist und bin dem Reh hinterher. Gerade wenn ich es aus den Augen verloren hatte und aufgeben wollte, weil ich dachte ich finde es eh nicht mehr, stand es plötzlich wieder irgendwo. Das ging 3 mal so und letztlich habe ich eine andere wunderbar freistehende Eiche gefunden, an der ich geopfert habe.

    Beim dritten Mal passierte nichts, bis auf 2 Rehe die ich weglaufen sah, als ich fertig war. Beim vierten Mal passierte einfach gar nichts. Keine Tiere, keine Stille, nichts besonderes.....

    Das sind alles ja dann schon sehr deutliche Zeichen. Wenn man es darauf anlegt kann man alles hinterfragen und alles in Zweifel ziehen. Das ist ja auch ein stückweit gut so, wenn Zweifel jedoch zur Qual werden, dann läuft etwas falsch. Ich denke du hast sehr viele Zeichen, welche von außen kommen, das Problem sehe ich darin, das Du dich zu sehr an deine Zweifel klammerst: Lern loszulassen.


    Das ist ja genau mein Problem. Ich weiß nicht, was ich brauche... Eben... Sind es Zeichen? Oder Zufall? Das ist genau mein Problem. Und ich weiß nicht, wie ich das bekämpfen kann...

    Indem Du dich aufraffst und tatsächlich mehr Zeit in der Natur verbringst und diese wieder lernst zu genießen. Die pure Schönheit der Natur kann einem schon die Wahrhaftigkeit der Götter vor Augen führen.



    Dein Problem ist Du glaubst nicht.

    Wenn das so wäre, wäre Snoopy nicht hier und würde sich mit seinem Glauben so sehr auseinandersetzen. Nicht in jedem brennt der Funke der Götter so stark, wie bei Dir. Es liegt an uns, anderen zu helfen, ihren Kontakt zu den Göttern wieder zu festigen.


    Grüße

    Ancarus

  • Hallo,


    ich schließe mich den Ausführungen von Ancarus an.


    Im Übrigen bin ich der Meinung daß man es Snoopy aber schon hoch anrechnen muss, dass er sich damit auseinander setzt. Für viele Andere hätte sich die Sache wohl schon längst erledigt und wären bereits Atheisten. Von daher würde ich persönlich nicht automatisch sagen daß er garnicht glaubt.




    Lg

    See the ravens fly there
    Circling in the storm
    Hidden from the new world
    Where the spiritless are born


    I - Far Beyond the Quiet