Exodus der Kelten

  • Bello Gallico hatte ich gelesen .


    Aber mich interessierten die Schlachtaufstellungen ,

    die ich in Terrain-Zeichnungen versuchte , darzustellen .


    Also : Wikipedia -> Latenezeit .


    Was in Caesars Buch stand , so ich mich erinnere ,

    war , daß die Helveter ausbüxen wollten , da sie dem

    Kriegerischen Druck der Schwaben und Norditaliener nicht mehr

    nervlich standhalten meinten zu können .


    Die Sueben wurden fast wie die Waräger der Ukraine und Rußland

    durch den Arabischen Reiseschriftsteller beschrieben : Lange Ruhe-Pausen

    wie die Löwen in Afrika , um dann auf Beutezüge zu gehen .




    Nach Wikipedia hätte es eine Stände-Gesellschaft gegeben ,

    und meine Einschätzungen wären zu wenig Krieger um zu

    viele eigene Knechte kontrollieren zu können , mit

    Wohlstandsverweichlichung der Reichen und verstärktem Selbstbewußtsein

    der Dienstschichten .


    Wenn nun auch noch mehrere Jahre schlechte Sommer am Stück folgen

    mit zu viel und zu wenig Niederschlägen , dann gibt es Unzufriedenheiten ,

    wie man aus der Zeit von 1916-1918 lernt mit Steckrübenwintern ,

    die dann bei Uneinsichtigkeit der Führungseliten eben zu Totalverweigerungen

    ausarten können .



    Die nördlich gelegenen Clans und Stämme werden auch ähnliche Sommer

    gehabt haben , und eventuell die Kelten verdrängt haben .



    Es gibt auf Jütland drei Böden-Arten : Reiche Klei , Arme Geest und

    Reiches östliches Hügelland .

    Doch auch wenn es vielleicht schon durch Rodungen entwaldet war ,

    waren viele Böden wohl noch nicht durch Entwässerung brauchbar

    gemacht gewesen .


    Ackerbau mag es gegeben haben , aber hier in Schleswig Holstein

    ist die Qulität des Mahl- und Brotgetreides zumeist Viehfutter ,

    und nicht Bäcker-Qualität .



    Vor einigen Jahren las ich , daß keine Schweine-Knochen gefunden

    wären , hier bei uns bei Ausgrabungen , sondern nur Rinderknochen .


    Es wäre möglich , daß die Schweinehaltung zu einem falschen Reichtum

    geführt hatte , und sich die Unterschichten zu stark vermehrt hatten ,

    und es zu bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen bei den Kelten gekommen war .



    So wäre es möglich , daß sich die Kelten selbst "abgeschafft" hatten ,

    und sich die verbleibenen Adeligen auf die Reise machen mußten .

  • Ich glaube das hat mit der Ausbreitung des römischen Reiches und den "innerkeltischen Kriegen" zwischen dem Königreich der Boier und dem Königreich Noricum zu tun.


    Diese innerkeltischen Kriege fallen auch in die Zeit der Wanderung von Kimbern, Teuten, Ambronen, den römischen Bürgerkrieg, den gallischen Krieg und den römischen Alpenfeldzug. Im Prinzip war das ein Kontinentalkrieg mit vielen Partein und vielen verschieden Interressen.


    Wer weiß was passiert wäre wenn sich Boier und Noriker anstatt zu bekriegen verbündet hätten.


    Noricum: Teile Bayerns und Sloweniens, wie der Großteil von Österreich gehörten zum keltischen Königreich Noricum welches aus 13 keltischen Stämmen bestand und den Sitz in Kärnten am Magdalensberg hatte.


    Acht der 13 Stämme Noricums sind bekannt: Alaunen, Ambidraven, Ambilinen, Ambisonten, Laianker, Noriker, Saevaten und Uperaken.


    Kelten Oberitaliens: 
    Auch in Südtirol und Oberitalien, sogar bis nach Mailand gab es keltische Siedlungen. Insubrer, Taurisker, Lingonen, Häduer

    Hauptort des Stammes der Insubrer, welche wiederum zu den Hädauer gehörten war Mediolnanum beim heutigen Mailand.
    Die Oberitalenischen Kelten lagen im Konflikt mit den italenischen Ligurer und Rom begann sich auszubreiten.


    Das Reich der Boier: Über das Rain-Main-Donau Gebiet herrschten die mit Noricum verfeindeten Boier, die ihr Territorium auf Teile Österreichs, Tschechien, Slowakei, Ungarn und auch zum Teil nach Oberitalien ausdehnten.

    Im Osten kam es daher zu Konflikten mit den Dakern.


    Ostalpenrand: vermutlich Kärtnten, Slowenien. Hatten Anteil an der Landnahme in Oberitalien (Turin). Ihre genaue Zugehörigkeit ist nicht geklärt. Es ist möglich das sie früher Teil Noricums waren, später jedoch unterstützen sie die Boiern im Krieg gegen Noricum.


    500 v.u.Z. erste Gruppen von Senonen dringen in Italien ein und Gründen Siedlungen in Rimini und Ancona.


    um 400 v.u.Z. keltische Senonen (vermutlich aus Gallien) und wahrscheinlich Boiern dringen nach Oberitalien ein und verdrängen die dort ansässigen Etrusker. Sie beginnen südlich des Fluss Po zu siedeln.


    387 v.u.Z die Senonen unter König Brennus erobern den Stadtstaat Rom mit Ausnahme des Capitols. Es folgte jahrhunderte lange Feindschaft zwischen Senonen und Römern.

    285 v.u.Z. die Senonen greifen das etruskische Arezzo an. Die von den Etruskern zur Hilfe gerufenen Römer unterliegen in der Schlacht. Darauf hin verbünden sich die Etrusker mit dem senonischen Häuptling Britomaris.


    283 v.u.Z. wärend die Senonen erneut auf Rom marschieren, besetzen die Römer das Stammesgebiet auf italienischen Boden und töten gezielt keltische Frauen und Kinder. Die Römer gründen dort die Provinz Sena Gallica. Das Heer der Senonen unterliegt in der darauf folgenden Schlacht den Römern. Es folgt die Vetreibung der Senonen aus Italien.


    225 –222 v.u.Z. Keltenkrieg in Oberitalien. Rom führte gegen die in Oberitalien siedelnden keltischen Stämme Krieg.

    Diese Stämme waren Boier, Insubrer, Taurisker und Gaesati.

    225 und 222 v.u.Z. erleiden die Kelten schwere Niederlagen gegen Rom, wodurch Rom Kolonien in Oberitalien gründet.

    197–194 v.u.Z. Es erfolgen Strafmaßnahmen der Römer durch die Hand der römischen Armee gegen die keltischen Insubrer, da diese im 2 punischen Krieg mit Karthago verbündet waren.


    193 v.u.Z. Die Boiern werden in Oberitalien vernichtend geschlageen und ziehen sich nach Böhmen zurück.

    Bolognia der Hauport der Boier fällt an Rom. Daraus resultieren weitreichende Maßnahmen zur romanisierung Oberitaliens.


    186 v.u.Z. vermutlich akuter Landmangel veranlasst an die 12.000 Taurisker und Boier an die obere Adria zu ziehen. Die geplante Stadtgründung der Kelten in Friaul wurde durch Rom zwar unterbunden jedoch konnte Rom die keltische Landnahme bei Venedig nicht unterbinden. Darauf hin bedrohen die Taurisker welche vermutlich den Boiern untergeordnet sind Noricum.


    170. v.u.Z. Bereits unter König Cincibilus schloss Noricum einen Freundschaftsvetrag mit Rom.


    113 v.u.Z. bis ca 101 v.u.Zeit Kimbern, Teuten, Ambronen ziehen gen Süden.

    Sie attakieren vermutlich zuerst die Boiern, Daker, dann Noricum und dann die Taurisker.  Durch den Druck der Kimbern auf die Taurisker, rufen die Taurisker schließlich Rom um Hilfe, was wohl bedeutet das die Tauriker bereits den Römern Tribut leisteten.
    Daraus resultieren die Schlacht bei Noreia und in Folge die Kimbernkriege zwischen Rom und Kimbern.

    58 bis 51/50 gallischer Krieg. Gaius Julius Caesar erobert das freie Gallien. Dies wiederum passiert weil die keltischen Helveter auf dem Gebiet der heutigen Schweiz, durch Ariovist und die Suebben bedrängt werden und nach Gallien fliehen wollen/müssen


    Da sie dafür aber römische Provinzen durchqueren müssen, wenden sie sich an den Stadthalter Julius Caesar und bitten diesen um Hilfe. Da Caeser aber die Hilfe verweigert schlagen sich die Helever (zum Teil auch Boiern) durch. Es kommt zum Krieg zwischen Helvetern und römischen Truppen aus Oberitalien unter dem Kommando von Caesar.


    58 werden die Helveter von Caeser in der Schlacht bei Bibracte geschlagen. Dies ist wiederum da erste Jahr des gallischen Krieges.

    Krieg zwischen Noricum und Boiern: Zur selben Zeit versuchen die Boiern Noricum gemeinsam mit den Tauriskern zu erobern werden jedoch schwer geschlagen. Auch in den Jahren daruf kommt es immer wieder zu kriegerischen Handlungen zwischen Boiern, Tauriskern mit Noricum und/oder den Dakern.

    jetzt wird es kompliziert:


    Parallel dazu führt Caesar aber auch Krieg gegen die Sueben unter Ariovist, obwohl diese zuvor noch Verbündete waren.

    Die Sueben bedrängen die Boiern und die Boiern wiederum bekriegen Noricum. Daher verheiratet König Voccio von Noricum seine Schwester mit dem Suebenkönig Ariovist um sich gegen die Bioer zu verbünden.

    54 Ariovist wurde von Ceasar in der Schlacht bei Elsass besiegt. Rom festigt seine Macht in Gallien und Frankreich.


    49 Unter König Voccio unerstützt das Königreich Noricum Julius Ceasar im römischen Bürgerkrieg gegen Gnaeus Pompeius Magnus. Die Bioer unterliegen den Dakern und Noricum baut seine Macht bis ins Wiener Becken aus.

     


    15 vor unserer Zeit, also 43 Jahre nach den Niederlagen der Suebben und Boiern, begann der römischen Alpenfeldzug gegen Noricum. Welches unter Augustus zu einem tributpfichtigen Fürstentum degradiert und später unter Claudius zur Gänze zerstört/erobert und römische Provinz wurde.


    Die Boiern waren plötzlich von zwei Seiten Nachbarn Roms. West und Südeuropa.



    Letzendlich wurden die Kelten Mittelreuopas wohl zum überwiegenden Teil "Kriegsopfer des römischen Massenmords" und der römischen Okkupation, ählich wie in Gallien.


    Der Siedlungsdruck der Germanen auf die Kelten dürfte dann wohl der Todesstoß gewesen sein. Unterwerfen, sich zusammenschließen oder sterben.



    lg



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    Dieser Beitrag wurde bereits 7 Mal editiert, zuletzt von Wolfbald ()

  • Hallo Sverker,


    gerne geschehen.


    Altbayern, Österreich und Südtirol wurden nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches von den Baiowaren besiedelt und sind unsere direkten Vorfahren.


    Wobei die Baiowaren wohlmöglich ein Zusammenschluss der keltischen Boiern mit verschieden germanischen Stämmen sind . Sueben, Quaden, Westgoten, Langobarden, Heruler, Allamanen etc.


    Nachdem römischen Zusammenbruch sprießen deren germanische Königreiche zwischen Alpen-Adria Raum und der Toskana etc. nur so aus dem Boden wie die Schwammerl.


    Jedenfalls ging aus diesem "Konglomerat" das baiowarische Stammesherzogtum hervor. Wann genau das geschah ist glaube ich nicht ganz geklärt und ist umstritten. Diesem Herzogtum gehört auch Österreich bis 1156 an.


    Nicht zu vergessen die Awaren, von Osten her und diverse Slawen.


    Mit den Slawen waren die Baiern lange Zeit im Krieg und Grenzen zwischen Baiern und Slawen verschwimmt. Jeden falls haben die die Germaniesierug recht schnell vorangetrieben.


    Dann hatten die Franken, Merowinger ja auch noch ihre Finger mit im Spiel.




    Lg

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  • Hallo Wolfbald,


    vielen Dank für deine Ausführungen.

    Woher hast Du all' diese Informationen, wenn ich fragen darf? Würde mich mal interessieren. Vielleicht kann ich da auch etwas über das Siedlungsgebiet der Chatten herausfinden...

  • Hallo Snoopy,


    aus Verschiedenen Büchern, zum Teil aus dem Internet etc, Die Geschichte der Kelten ist durch verschiedenste zeitgenössische Schreiber recht gut festgehalten.


    Wenn dich die Thematik interessiert, würde ich dir dieses Buch empfehlen (Link), dort kann man das alles nachlesen:


    https://www.amazon.de/Das-Reic…-Percivaldi/dp/3850030334


    lg

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