Warum die Angst vorm Wolf

  • Alle Naturvölker leben im Einklang mit dem Wolf. Bei den indigenen Völkern ist er Bruder Wolf. Ist unsere Angst und Abneigung vor dem Wolf durch das Christentum anerzogen ? Oder ist es schon so, seit wir seßhaft wurden ?

  • Also, ich habe vor keinem der großen Raubtiere Angst. Im Gegenteil, ich finde sie faszinierend!


    Ich denke mal dass das ein schleichender Prozess seit der Mensch zum Viehhirten wurde ist, der durch das negative Bild vom Wolf als Bestie im Christentum zusätzlich verstärkt wurde. Das Christentum stammt ja bekanntlich aus dem Judentum, und das alte Volk Israel war nunmal ein Volk von Viehzüchtern und Hirten, die den Wolf und andere Raubtiere fürchteten. Das Christentum hat dann dieses Feindbild übernommen, und so wurde der Wolf zum "bösen Wolf", der in den Märchen Kinder und kleine Geißlein verschlingt. Auch in den Fabeln kommt der Wolf als Isegrimm selten gut weg. Viel schlechter als Bär, Löwe und Fuchs! Wohl weil Bären seltener sind, Löwen als majestätisch gelten und in fernen Ländern leben, und Füchse klein sind, und eher dem Federvieh nach gehen... Und Wölfe gelten ls gefräßig, Füchse hingegen als schlau und eher genügsam und Bären als tollpatschig und eher gierig nach Honig, als nach Vieh oder gar Menschen. Löwen sind, wie gesagt, weit weg.

    Friede und langes Leben!

    (Sochya eh dif!)


    Kol-ut-shan

    (Vulkanisch (Star Trek) für: Unendlichen Möglichkeiten in unendlichen Kombinationen)

  • Der Ursprung dieser Angst/dieses Hasses liegt in im Wandel der menschlichen Lebensweise vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehierten.


    Der einstmals verbündete und verehrte Jagdgefährte des Menschen, der Wolf wurde domestiziert und verkam zum Hund. Der Urahn und einstige Kamerad wurde ein Futterneider der sich nun am Vieh des sesshaften Menschen labte.


    Das hat sich nicht geändert, der Hass und die Hetze auf den Wolf kommen auch heute noch hauptsächlich aus landwirtschatlichen Kreisen.


    Ist genau so wie wie bei anderen Beutegreifern oder den Rabenvögeln, den Greifvögeln, dem Otter, dem Bieber....


    Alle diese Tiere treten in ihrer Lebensweise in Konkurrenz zum Menschen und da ziehen sie halt den kürzeren. Zum Teil wurden sie auch schon in heidnischer Zeit verfolgt.... Das liegt wohl an der Menscheit die wirtschaftliche Interressen in den Vordergrund stellt...


    Das Christentum hat sich nur an bereits vorhanden Vorurteilen bedient und diese wohl noch verstärkt. Der Christenheit die alleinige Schuld an dieser Verfolgung zu geben, ist aus meiner Sicht falsch. Die Schuld/der Grund an/für der/die Verfolgung dieser Tiere liegt in der bäuerlichen/landwirtschaftlichen Lebensweise des Menschen.


    Alle diese Tiere sind für den bäuerlichen, sesshaften Menschen ein Konkurrent und oder Schädling, welcher das Überleben der Sippe oder des Stammes durchaus bedrohen kann.


    Einige Beispiele.


    Wolf: reisst Vieh

    Bär: plündert Bienenstöcke, reisst Vieh

    Rabenvögel: schädigen landwirtschaftliche Flächen

    Fuchs, Marder, Habicht, Sperber uvm. : holen sich Hühner

    Schwarzwild: plündert Felder uvm

    Otter,Reiher,Säger, Taucher, Kormorane: suchen menschliche Teichwirtschaften heim..


    Dies kann für einen Sippe, einen Stamm schon von essentieller Bedeutung sein um einen Winter, wie in nur noch unsere Ahnen kannten, zu überleben.


    Auch unser Ahn hat den Eichbaum geschlagen, auch unser Ahn hat den Eber erlegt, auch unser Ahn hat die Heide gerodet, auch unser Ahn hat den Nachbarn überfallen, beraubt und erschlagen wenn es nötig war um zu überleben.....


    lg

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  • Hallo Sverker, nichts zu danken.


    Im Übrigen haben die Gebrüder Grimm sicher auch nichts positives zu dem Thema beigetragen.


    Hier in Österreich wird derzeit medial eine extreme antiwolf Hetzjagd betrieben.


    Letzte Woche berichtete eine Zeitung reisserisch das ein Wolf mitten am Wanderweg lag und keinerlei Angst oder Flucht erhalten zeigte. Das Bild des riesigen Wolfes ging durch die Zeitungen. Die Jägerschaft sprach auch sofort von einer Gefahr.... Einige Leute fühlten sich in ihren Forderungen bestärkt den Wolf wieder aktiv zu bejahen...


    Dann stellte sich heraus: Der "Wolf" hört auf den Namen Dämon und ist ein Alaskan Malamut....


    Am Truppenübungsplatz Allensteig, gibt es schon lange Wölfe und die Pflanzen sich reichlich fort. Sofort wurden Bilder veröffentlicht und riesigen Rudel gewarnt..

    Wohl wissend das ein Rudel europäischer Wölfe aus den Altieren und dem Nachwuchs des Jahres besteht.


    Große Rudel wie in Nordamerika gibt es bei uns nicht.


    Otter und Rabenvögel (zu tausenden) wurden hier bereits zum Abschuss freigegeben. Die Landwirtschaft und Teile der Jägerschaft fordern die auch bereits lautstark für Wolf, Bär und Luchs.


    Hierbei wird immer vor der Gefahr für Menschen gesprochen. Zum Vergleich die Schweiz hat soviel Einwohner wie Österreich und ist dabei von der Landesfläche aber nur halb so groß wie ö.


    Slowenien ist so sogar noch kleiner als die Schweiz und beherbergt den größten Bestand an Wölfen und Bären....


    Mir wäre kein Fall von Angriffen auf Menschen bekannt.


    Und wie viele Menschen werden aber täglich von Hunden angegriffen......


    Die Stimmung ist hier ziemlich aufgeheizt.



    Lg

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  • In meiner Nähe befindet sich auch ein Truppenübungsplatz mit einem kleinen Wolfsrudel,ferner 2 Fischadlerhorste und 2 Seeadlerhorste. Der Wolf spürt sich auch außerhalb des Übungsplatzes. Sofort meldeten alle Schäfer Wolfsübergriffe an. Jetzt ist es wieder still bis zum nächsten Zeitungsartikel. Wölfe ziehen wohl schon seit 10 Jahren oder länger bei uns durch.Solange das nur Insider wußten gab es keine Probleme.

  • Tja, der Mensch, der einst Teil der Natur war, wie jedes andere Tier auch, hat si h so weit von ihr entfernt, dass er nun Angst vor ihr hat, und sie an allen Ecken und Enden bekämpft!

    Das wird sein Untergang sein, wenn er es nicht schafft über seinen Schatten zu springen und sich der Natur wieder anzunähern!

    Und die Menschen, die dies schon geschafft haben, müssen damit klar kommen, dass ein Großteil der Menschheit es noch nicht geschafft hat! Und die Natur ebenso, nur die weiß sich auf ihre Weise zu wehren!

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    Kol-ut-shan

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  • Nun das ist das Problem wieder auf dem letzen Treffen vom ( BJV ) Bayrischen Jagd Verband ist es zu Abschuss Forderungen gekommen.

    Odin sei Dank kam keine Mehrheit für die Empfehlung der Endgültigen entmahne von Wölfen zustande.

    Hatte nur 30 min Redezeit aber ich hoffe das es der anstoß war für die Zwiespältigkeit bei der Abstimmung. Es bleibt wie es war mit der Endgültigen Entnahme von wölfen.

  • Haben den die Landwirte völlig verlernt mit Wölfen umzugehen?

    Tausende Jahre hat das doch funktioniert. Was tun denn die Landwirte, um ihre Herden effektiv zu schützen? Offensichtlich scheinen die Wölfe ja keine Probleme zu haben da in die Herden zu gehen und sich satt zu fressen.



    Grüße

    Ancarus

  • Hallo Ancarus,


    ich glaube hier gehts darum, das sie es garnicht wollen.


    Hirten wollen ein Gehalt. Hunde kosten in der Anschaffung/Ausbildung und wollen auch Futter, Impfungen ect. . Auch beim Einsatz der Hunde müssen sie sich an das Tierschutzgesetz halten.

    Zäune etc. verursachen Kosten in der Anschaffung und müssen erhalten werden.


    Da ist es wohl bequemer, einfach alles was einem an Wildleben nicht in den Kram passt zu töten...


    Die Bestie vor der Mensch Angst hat, die gibt es doch gar nicht. Es gibt nur eine Bestie und diese ist schließlich die "Bestie Mensch" , mehr fällt mir dazu nicht weiter ein.

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  • Nein zu Gas verbrannt.

    Da wird geklagt das Vieh muß verkauft oder notgeschlachtet werden ,weil es sonst verhungert.Bei uns sind die Fahrsilos randvoll mit Mais- und Grassilage für die Biogasanlagen. Man könnte es aber auch verfüttern.

  • Einiges von dem was Ihr da schreibt wusste ich ja schon, aber gerade das im letzten Beitrag von Sverker wusste ich nicht!

    Ich kann mich dunkel daran erinnern, dass ich mal einem Hirten begegnet bin, der seine Schafe tatsächlich auf einer zaunlosen Weide ohne Hunde geweidet hat. Damals hab ich mir darüber nicht viele Gedanken gemacht, aber wenn ich das lesen, was Wolfbald geschrieben hat... :cursing:

    Da schämt man sich ja fast der Art Mensch anzugehören! X/

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  • Das ist auch ein Grund warum wir so wenig Lebensmittel Prodozieren.

    Strom bringt mehr Ennahmen.

    Zu mal weil Sie vom Staat bei jeder Meldung Entschädigt werden. Sie haben keinen Finanziellen schaden.


  • Hierzulande geht es Meister Isegrim bald wieder ans Fell, zum Schutz der Menschen. (= in Wirklichkeit Schutz der Schafbauern, die keinen Herdenschutz betreiben wollen.)


    Hier nachzulesen.:


    https://noe.orf.at/news/stories/2935888/


    Ich finde es ja bemerkenswert wie hier mit zweierlei Maß gemessen wird.


    Es gibt in ganz Europa kaum seriös belegbare Angriffe von Wölfen auf Menschen. Dem gegenüber werden alleine in Österreich jährlich hunderte Menschen von Hunden gebissen (auch Tote gibt es immer wieder). Die Dunkelziffer dürfte wohl noch höher sein.


    Erst vor einigen Tagen wurde in Wien ein Einjähriger von einem Rottweiler fast tot gebissen, ein paar Tage später gab es einen ähnlichen Fall, wieder war das Opfer ein Kind.


    Komisch, hier fühlt sich dann kein Politiker bemüßigt etwas zu tun.

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  • Meine Eltern sind beide auf Bauernhöfen groß geworden .


    Ich persönlich bin gegen den Wolf !

    Ich kann die Leute nicht verstehen ,

    welche ihn hier wieder ansiedeln wollen ,

    außer , sie schafften sich staatsbezahlte Arbeitsplätze

    als "Studierte" .


    Out of the Box -denken , ähnlich den Hitler-Freaks und Neo-Nazis !


    Ich bin der Geist, der stets verneint ...



    Jetzt werden schon Kälber , insbesondere im Februar , angefallen .

    Und während es nur wenige Schafhalter gibt , sind Rinder hier

    ein gängiges Nutzvieh .


    Irgendwo in einem Argrar-Forum oder Facebook schrieb ein Bauer ,

    es wäre , wenn jede Nacht ein Dieb um dein Haus schliche , und stehle

    dir Geld aus deinem Portemonnaie .


    Diese Ersatzzahlungen der Länder sind jährlich gedeckelt ,

    es wird die Letzten die Hunde beißen ( oder auch Schweine ) .


    https://m.volksstimme.de/lokal…ff-um-den-wolfsschutzzaun



    Ich kann finanzielle Armut nicht sonderlich empfehlen , und bin

    mit dem Gekreuzigten auch nicht immer einer Meinung !



    Und wenn hier Menschen verhungern , habe ich kein Mitleid mit

    den in die Großstädte drängenden Menschensorten !


    Ich bin hartherzig geworden ; die Backe hinzuhalten verursacht Depressionen ,

    eine neue Volkskrankheit !

  • Keine Bauer aber kein Bauer wird wegen der Rückkehr der Wölfe in die Armut gedrängt oder in seiner Existenz bedroht.

    Mir ist jeder einzelne Wolf lieber als 100 Großbauern und ihre Gier.

    Reisender schrieb:

    Irgendwo in einem Argrar-Forum oder Facebook schrieb ein Bauer ,

    es wäre , wenn jede Nacht ein Dieb um dein Haus schliche , und stehle

    dir Geld aus deinem Portemonnaie .

    Gegen Einbrecher und Diebe schützt man sich. Dem Wolf aber präsentiert man die Lämmer auf dem Silbertablett (mangels Herdenschutz) und dann beschwert man sich noch drüber.


    Ist doch genau das gleiche mit den Imkern. Die stellen ihre Bienenstöcke auch im Bärengebiet auf, ohne Schutzmaßnahmen zu ergreifen und nachher regen sie sich auf. Selber schuld, ich freu mich für die Bären.

    Reisender schrieb:

    Ich persönlich bin gegen den Wolf !

    Ich kann die Leute nicht verstehen ,

    welche ihn hier wieder ansiedeln wollen ,

    außer , sie schafften sich staatsbezahlte Arbeitsplätze

    als "Studierte

    Ich habe Fortwirtschaft studiert und einen Jagdschein und ich kann nicht ein einziges Argument der Wolfsgegner nachvollziehen.


    Für mich sind diese Tiere heilig und stehen über finaziellen Interessen, aber darüber können Menschen wie du, wohl nur lachen.


    Mal abgesehen davon das der Wolf gemäß nationaler Gesetze (Jagdgesetze, Naturschutzgesetze), der Fauna Flora Habitat Richtlinie (Anhang II & IV), Berner Kovention (Anhang II) etc. geschützt ist. Wer einen Wolf erlegt, ist ein Wilderer und kriminell.


    Ich bin gegen Kampfhunde und ähnliches.. Halte, Zucht und Verkaufsverbot...


    Reisender schrieb:


    Out of the Box -denken , ähnlich den Hitler-Freaks und Neo-Nazis !


    ohne Worte....bitte such dir ärtzliche Hilfe.

    Reisender schrieb:

    Und wenn hier Menschen verhungern , habe ich kein Mitleid mit

    den in die Großstädte drängenden Menschensorten !

    In der EU verhungert niemand.....

    Chief Seattle schrieb:

    Only after the last tree has been cut down / Only after the last river has been poisoned / Only after the last fish has been caught / Then will you find that money cannot be eaten.


    lg

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