Hagen von Tronje, ein Held!

  • Hallo,


    Allgemein wird Siegrfried als der große Held gesehen und Hagen als der Verräter. Aber stimmt das wirklich?


    Siegfried tötet Fafnir und nimmt sich den Schatz wohl wissend das ein Fluch darauf liegt. Siegfried handelt damit gegen den Willen der Götter.


    Siegfried beladet damit nicht nur sich selbst mit dem Fluch, sondern auch alle die mit ihm im Bündnis stehen. (Königreich Burgund, Gunther, Kriemhild, Brunhild etc.)


    Hagen tut eigentlich das einzig Richtige, er dient seinem König und erfüllt seine Pflicht als Ritter/Soldat indem er Siegfried verrät.


    Dadurch das Hagen den Schatz im Rhein eversenkt, verhindert er das dieser einen neuen Besitzer findet und der Fluch hört auf zu existieren.


    Auch wenn der Verrat an Siegfried wohl als kaltblütiger Mord anzusehen ist, tut Hagen ironischer weiße trozdem das einzig richtige.


    Wie seht ihr das?


    lg

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    I - Far Beyond the Quiet

  • Eine sehr interessante Sichtweise und m.E. nach logisch schlüssig!


    Ich habe bei Wagners Ring mir schon öfter die Frage gestellt, wie es sein kann, dass Wotan den Ring überhaupt berührt, wo er doch den Fluch Alberichs hört, und wie Siegfried, der zwar in dieser Version nicht von vorne herein, wohl aber später vom Fluch weiß, den Ring/Schatz behalten kann, bzw. nichts tut, damit ihn keine Anderer kriegt!

    Und in Wagner Ring spielen die Götter nicht gerade fair, als sie den Ring den Riesen überlassen, ohne sie zu warnen (wenn auch widerwillig)!

    Aber das ist Wagner, und nicht die Mythologie...

    Friede und langes Leben!

    (Sochya eh dif!)


    Kol-ut-shan

    (Vulkanisch (Star Trek) für: Unendlichen Möglichkeiten in unendlichen Kombinationen)

  • Hallo ihr Beiden,


    ich habe jedenfalls schon ein paar mal gehört, das sich hinter der Person des Hagen niemand geringer als Allvater selbst verbergen soll. Ich weiß aber nicht ob das zu weit hergeholt ist oder nicht.


    Wotan trängt aber immerhin den Beinamen Grimnir, was wohl der Maskierte heißt.


    Jedenfalls wäre es möglich das er in der Person als Hagen, ähnlich wie bei König Geirrödr seinen Günstling prüft?


    lg

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  • Hallo Wolfbald!


    Das ist eine noch viel interessantere Theorie! Vor allem, weil Du die Parallele zu der Geschichte von König Geirrödr ziehst, die ich erst kürzlich wieder gelesen habe!

    Ist zwar nicht wirklich äquivalent, aber die Motivation Wodans, auf diese Weise, in der Gestalt Hagens von Tronje einzugreifen, klingt, wenn man die Geschichte von König Geirrödr parallel liest, durchaus schlüssig! Und Wodan ist, wie Du mit seinem Namen "Der Maskierte" sagst, in der Gestalt des Wanderers sehr wandelbar!

    Interessanter Weise wird Hagen oft auch einäugig, oder zumindest mit einem verdeckten Auge dargestellt:


    https://www.google.de/search?q…_AUICigB&biw=1366&bih=625


    Das deutet ziemlich eindeutig auf Wodan hin!

    Friede und langes Leben!

    (Sochya eh dif!)


    Kol-ut-shan

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  • Es ist eine Sage (Erzählung) in diesen gibt es immer einen Kern der dem Geschichtlichen Tatsachen entspricht. Es ist nur die Frage wie viel da von nach den Jahrhunderten übrig geblieben ist. Es gab schon immer Schmiede die sich mit Metallorgie aus kannten um nur ein Beispiel zu nennen wenn man ein Schwert das vom Härtegrad zu weich ist, wird es in Späne gefeilt und es Gänsen oder Enten und Hühnern mit in das Futter gemischt und die Exkremente wieder ein geschmolzen nun enthält das Eisen mehr Kohlenstoff als zu vor.

    So wie das baden im Kräutersud macht die Haut Schmerz unempfindlicher und widerstandsfähiger gegen Verletzungen durch eine stärkere Hornschicht Bildung, dieses war auch damals schon Bekannt. Krieger nutzten das wissen um in Schlachten mit weniger Verletzungen vom Feld zugehen als die Anderen. Das waren dann die Ritual Bäder in Regelmäßigen Anwendungen.

    Gold und Frauen waren schon immer ein Grund zum Töten.

    Nun nach meiner Meinung ist da was das in dieser Zeit Periode gewesen sein kann.

    Das mit dem Baden ist bei Caesar und Tacitus nach zu lesen so wie die Metall Verarbeitung.

  • Wikinger, Du hast heute zwei Beiträge geschrieben. Dein Beitrag hier ist wieder auffallend fehlerfrei und gut geschrieben. Dein anderer Beitrag (Im Thema Winter) sieht wieder so aus:

    Kannst Du mir das bitte mal erklären?

  • Interessanter Weise wird Hagen oft auch einäugig, oder zumindest mit einem verdeckten Auge dargestellt:

    Stimmt das ist mir auch schon aufgefallen.


    Das deutet ziemlich eindeutig auf Wodan hin!

    Bist du dir sicher das überhaupt jemals Christ warst ;) Ich habe mich gewaltig in dir getäuscht! ;)Ich freue mich das ich offenbar nicht der Einzige bin der die Parallele zwischen Wotan und Hagen sieht.


    LG

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  • Bist du dir sicher das überhaupt jemals Christ warst ;) Ich habe mich gewaltig in dir getäuscht! ;)Ich freue mich das ich offenbar nicht der Einzige bin der die Parallele zwischen Wotan und Hagen sieht.

    Ich war Christ durch und durch! Insbesondere in den 14 Jahren, in denen ich alt-katholisch war! Aber ich war schon als Christ äußerst weltoffen! Für einige andere praktizierende Christen (viel) zu weltoffen! Und ich habe mich schon lange für die germanisch-nordische und die griechisch-römische Mythologie interessiert! Daher habe ich mich mit beiden schon seit Jahren immer wieder befasst!


    Was die Parallelen zwischen Hagen und Wodan angeht, so ist das für mich alles schlicht un einfach logisch! Man braucht sich nur die beiden anzuschauen, wie sie in der Kunst (ob auf Bildern und Gemälden, von Schauspielern oder von Opernsängern) dargestellt werden! Die Ähnlichkeit der beiden ist eigentlich offensichtlich! Das problem ist nur, dass die Menschen wollen, dass der Gott Wodan der "Gute" ist, und der Antagonist Hagen der "Böse"! Deswegen bekommen wohl nur wenige es hin die beiden als ein und den selben zu erkennen! Weil ein Großteil der Menschen weitgehend schwarz/weiß denkt!

    Ich habe nicht viele Talente und in meinem Leben nicht viel erreicht, aber ich habe es mir sehr bald angeeignet nicht schwarz/weiß, sonder bunt bzw. in Schattierungen zu denken! ;)

    Und genau deswegen konnte ich schon als Christ so offen für das Heidentum sein und war nie missionarisch!

    (Ich war halt schon seit meiner Jugend ein Fan von Spock! Kol-ut-shan!)


    Sich in jemandem zu täuschen ist menschlich! Es zuzugeben, dass man sich in jemandem getäuscht hat, wenn man ihn negativ eingeschätzt hat (aber auch umgekehrt) ist ein sehr großer Schritt, den nicht viele schaffen! 8)


    in diesem Sinne ... ;)

    Friede und langes Leben!

    (Sochya eh dif!)


    Kol-ut-shan

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  • Werde in Zukunft nur noch in Word Arbeiten.

    Ja wenn man Aufmerksamkeit beim Leser wecken will gibt es verschiedene Schreibstile den der Auflistet mit Abgebrochenen Gedankengang regt an zum überlegen was der Schreiber damit ausdrücken will. Die andere Variante eine Komplette Erzählung mit allen Gedankengängen einfach zu lesen bleibt aber Substanziell nicht im Gehirn verankert. Da kommt dann die Kurzerzählung (Kurzgeschichte) wenn sie Interessant ist bleibt sie länger im Gedächtnis.Nun der Telegrammstil den verstehen meistens nur Insider weil das nur noch wichtige Fragmente der Geschichte enthält.

    Das richtet sich bei mir nach Zeit und Ungestörtheit bei dem Schreiben wenn ich mehr Mals im Gedankengang unterbrochen werde kommt meist der Schreibstil zum -zug mit der Auflistung.

  • Hab da was im Archiv gefunden kommt dem ganzen sehr nahe mit den Erzählungen.

    Da es zu dieser Zeit noch unser Glauben verbreitet war finde ich das es Natürlich ist wenn die Hauptpersonen Ähnlichkeit mit den Göttern haben denn es soll ja eine Botschaft übermittelt werden. In Harmonie zu Leben mit Natur Tieren und Mensch,sonst kommt der Untergang.
    Quelle: Die Nibelungen und die schönsten Heldensagen des Mittelalters, Gerhard Aick, 1985, S. 63 ff

  • Jawenn man Aufmerksamkeit beim Leser wecken will gibt es verschiedeneSchreibstile den der Auflistet mit Abgebrochenen Gedankengang regt anzum überlegen was der Schreiber damit ausdrücken will. Die andereVariante eine Komplette Erzählung mit allen Gedankengängen einfach zu lesen bleibt aber Substanziell nicht im Gehirn verankert.

    und die massive Missachtung von Grammatik und Rechtschreibung führt zu Unverständnis oder gar Wut beim Leser und erst recht bei Forenmoderatoren. Es ist immer eine Sache, wenn man selbst nicht so fit ist mit der schriftlichen Sprache, aber dann sollte man einfach mal kleinere Brötchen backen.


    Habda was im Archiv gefunden kommt dem ganzen sehr nahe mit denErzählungen.

    Sei bitte Mal so gut und schlag mal im Duden nach, was allgemein unter "Archiv" verstanden wird.



    Daes zu dieser Zeit noch unser Glauben verbreitet war finde ich das esNatürlich ist wenn die Hauptpersonen Ähnlichkeit mit den Götternhaben denn es soll ja eine Botschaft übermittelt werden. In Harmoniezu Leben mit Natur Tieren und Mensch,sonst kommt der Untergang.

    Das ist irgendwie eine sehr unreligiöse/unspirituelle Sicht. Natürlich wollen die Sagas auch Moral vermitteln, aber diese These erscheint mir etwas sehr platt.



    Was die Parallelen zwischen Hagen und Wodan angeht, so ist das für mich alles schlicht un einfach logisch! Man braucht sich nur die beiden anzuschauen, wie sie in der Kunst (ob auf Bildern und Gemälden, von Schauspielern oder von Opernsängern) dargestellt werden!

    Ich verstehe, worauf Du hinaus willst. Jedoch halte ich Wagner und ähnliche (mehr oder minder zeitgenössische Künstler) nicht unbedingt hilfreich, wenn es um die Deutung solcher Sagen geht.

    Davon ab ist aber die Beschreibung von Hagen, als einäugig, tatsächlich sehr alt und ich finde den Gedankengang Wodan-Hagen auch sehr spannend.


    Grüße

    Ancarus

  • Stimmt! Wagner & Co. sind sicher keine guten Quellen! Mir ist nur aufgefallen, dass beide, Wodan und Hagen, einäugig dargestellt werden. Und wenn Hagen tatsächlich schon seit altersher als einäugig beschrieben wird, dann ist es ja nur ein weiterer Stein im Mosaik! Wenn nicht sogar eine ganze Hand voll Steine, die einen wichtigen Teil des Mosaiks zusammensetzt! ;)

    Dann lasst uns weiter forschen und philosophieren, denn so lernt man mehr über seinen Glauben und damit sich selbst!


    LG

    Marcel

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  • ich denke das Hagen tatsächlich mit Wotan gleichzusetzen ist bzw. hier dichterisch wohl bewusst Aspekte Wotans auf Hagen übernommen wurden- Siegfried steht zwar anfangs ins Allvaters Gunst, doch durch sein selbstsüchtiges Handeln, seinen Betrug etc. bringt er den Fluch über sich und alle die ihm Folgen.


    Hagen wendet den Fluch ab in dem er Siegfried tötet und den Schatz im Rhein versenkt - vielleicht hat Allvater Siegfried getestet und dieser ist gescheitert?


    lg

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  • Hallo Wolfbald,

    mir gefällt dein Gedankengang sehr gut. Möglicherweise lässt sich daraus auch ableiten, das man sich der Gunst Allvaters und der Götter immer wieder würdig erweisen muss und man sich, ob dieser Gunst, niemals ausruhen darf (?)


    Grüße

    Ancarus