Berufe für Heiden

  • Hallo,


    wo steht ihr beim Thema Beruf im Bezug auf das Heidentum? Gibt es Konfliktpotenzial zwischen Religiösität und Beruf?


    Überspitz gesagt, gibt es Berufe die ein Heide nicht ausüben sollte oder gar darf?


    Ich würde sagen ja. Zumindest Berufe in Branchen, welche ganz klar Raubbau an unseren Planeten betreiben oder wissentlich Menschen ausbeuten oder bewusst Tierleid in Kauf nehmen.


    Wie seht ihr das, ist das so oder hänge ich hier einem Dogma an ?


    lg

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  • Überspitz gesagt, gibt es Berufe die ein Heide nicht ausüben sollte oder gar darf?

    Also, ich kennen einen Heiden, der ist Lehrer. Das geht also schon mal!

    Gut, Pfarrer oder sonst irgendein Geistlicher einer christlichen Kirche, oder Rabbiner, oder sowas, das geht natürlich nicht! ;)

    Ansonsten fällt mir eigentlich kein Beruf ein, der wirklich nicht ginge! Pfleger (in einem städtischen Altenheim oder Krankenhaus), Polizist, Soldat, Seemann, Feuerwehrmann, Trambahn- oder Busfahrer, LKW-Fahrer, Briefträger, Anwalt, Richter, Notar, Bürgermeister, Florist/Gärtner, Friseur, Bademeister, Bäcker, Metzger, Verkäufer, Bänker, ... Ich wüsste keinen Grund, weshalb man die genannten Berufen nicht ausüben könnte, wenn man Heide ist! Erstens muss man bei den meisten Berufen keine Konfession angeben, wenn sie nicht steuerpflichtig ist (ak, rk, ev, jüd). Und dann, wen geht es an, was Du glaubst? Chem Özdemir ist Mohammedaner, viele Linke sind wahrscheinlich Atheisten oder Agnostiker, und in keiner Kirche, da kannst Du einfach "pagan" angeben, und gut is! Solange Du keine religiösen Zeichen offen am Arbeitsplatz trägst, so dass jemand auf die Idee kommen könnte zu fragen, was das Zeichen bedeutet, kann Dir keiner was!

    Was willst Du da noch arbeiten.Es gibt keinen Beruf durch den Du Niemanden auf irgendeine Weise schadest.

    Also, von den oben aufgezählten berufen würde ich sagen, dass nur Soldat und die letzten vier, also Juristen (wenn sie sich nicht dem Wohl der Menschen zuträglich verhalten) und Politiker da zweifelhaft sind.

    Als anständiger Polizist, bist Du Freund und Helfer der anständigen Mitbürger und schützt sie. Ebenso als Feuerwehrmann.

    OK, als Bänker kommt es letztlich auch auf Deine innere Einstellung an! Legst Du auf Teufel komm raus die Kunden rein, um Profit zu machen, oder handelst Du kundenfreundlich? Aber das gilt letztlich in jedem Beruf!

    Als ehrlicher Mensch ist man vielleicht (leider!) nicht so erfolgreich, wie Lügner und Betrüger, aber solange man sich trotz Ehrlichkeit in seinem Beruf behaupten kann, passt es! So sehe ich das zumindest...

    Und sogar als Autohersteller, und da mit Sicherheit auch als hohes Tier, kann man sich anständig verhalten, indem man alles tut, um umweltfreundliche Autos zu entwickeln und herzustellen, die (trotzdem) guten Absatz finden! Ein ehrlicher, anständiger Mensch (und Heide!) kann sicher viel bewegen, wenn er nur das Zeug dafür hat, andere von seinen Vorstellungen zu überzeugen!

    Ich habe diese Qualität leider nicht, da ich eher ein Beta bin, als ein Alpha, aber vielleicht bist Du ja der Alpha, der ehrlich und anständig ist, Führungsqualitäten besitzt und etwas in einem Beruf bewegen kann, was möglichst vielen Menschen und der Umwelt zu Gute kommt! ;)


    Groß ist der Mensch, der seine Macht zum Guten einzusetzen weiß! Da spielt die Religion nur eine unwesentliche Rolle...

    Friede und langes Leben!

    (Sochya eh dif!)


    Kol-ut-shan

    (Vulkanisch (Star Trek) für: Unendlichen Möglichkeiten in unendlichen Kombinationen)

  • Ich sehe das so. Egal was du machst,man arbeitet immer gegen die Umwelt.Um in die Arbeit zukommen oder für die Arbeit braucht man ein Auto ( Luftverschmutzung ). Der Landwirt macht durch seine Arbeitsweise unsere Umwelt kaput ( Gülle, Insektizide usw. ).

  • Ich brauche kein Auto, da ich keines habe und mit den Öffis fahre, oder zu Fuß gehe. Sollten mal mehr Leute machen.

    Und die konventionell arbeitenden Bauern tun das, das stimmt, aber ein ernsthafter Biobauer, wie zum Beispiel mein Onkel, der nur für den Eigenbedarf verschiedenes anbaut, oder eben ohne viel Dünger und vor allem ohne Insektizide, der schadet der Umwelt "nur" dadurch, dass er Monokulturen anpflanzt. Das wäre aber auch kein allzu großes Problem, wenn man es wie Anno dazumal machen würde, und zyklisch verschiedenes anbauen würde, und dann immer einen Teil des Feldes ruhen lassen würde. Das ist aber nicht "wirtschaftlich"...

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  • Nun das kann man wenden wie man will, am Ende schadet jedwede moderne Lebenstätigkeit der Umwelt...


    Es ist schon so wie Sverker schreibt...


    Wobei ich dann doch sagen muss, man kann sich nicht als Heide bezeichnen und dann in einem Betrieb für Massentierhaltung arbeiten.. zb. mit Legehennen in Käfighaltung (in der EU mittlerweile verboten..)

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    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Wolfbald ()

  • Wenn du den Lohn für deine Familie brauchst hast du manschmal keine andere Möglichkeit dein Geld zu verdienen. Auch ich sehe meinen Beruf als Forstfacharbeiter heute krietisch. Ich habe gesunde Bäume gefällt,auch wenn ich junge Bäume wieder gepflanzt habe. Wenn ich die neusten Erkenntnisse bedenke, das alle Bäume eines Waldes mit einander verbunden sind,ein Baum den anderen miternährt. Habe ich mich schuldig gemacht ?


    Ich habe meinen Beruf von Herzen gerne gemacht.

  • Hallo Sverker,


    die Forstwirtschaft hat gute und auch schlechte Seiten. Ich würde hier nicht von Schuld sprechen. Immerhin hast du ja nicht nur geerntet sondern sicherlich auch vieles zu Borkerkäferbekämpfung und anderer Schädlinge beigetragen etc.


    Zudem hat Forstfacharbeiter zu sein, natürlich den Vorteil das man in der Natur draußen ist. Allerdings ist es auch eine Schwerstarbeit. Aber das muss ich dir wohl nicht sagen ;) 


    Außerdem hat die Fortswirtschaft, wie auch die Almwirtschaft sehr viel zu unserer heutigen Landschaft beigetragen, wodurch Almwiesen überhaupt erst enstehen konnten. Wenn wir uns den überwältigenden Artenreichtum dieser Almwiesen ansehen ist das zb. ein positiver Effekt.


    Mich stört es das man immer die nachhaltige Schonung des Bodens durch Harvester und Forwarder betont...Wenn man sich dann mal eine Rückegasse ansieht wo die langgefahren sind, zeigt sich aber ein ganz anderes Bild. Von Rückeschäden ganz zu schweigen. Da tue ich mir als naturreligiöser Mensch schon schwer diese industrialisierte Forstwirtschaft nach dem Motto, kein Hand am Holz und kein Fuss am Boden, zu akzeptieren.


    Der Grund warum ich dieses Thema erstellt habe ist das ich die letzen Jahren in einem Unternehmen beschäftigt war, welches hauptsächlich mit Sport und Jagdwaffen handelt. Ich habe dort sehr viel erlebt was mir noch immer sehr zu denken gibt.


    Ich hatte täglich mit Menschen zu tun, für die Wildtiere nichts anders sind als biologische Apparate. Wolf, Bär, Luchs etc. nur Schädlinge die es auszurotten gilt. Ich bin selbst Angler und habe den Jagdschein gemacht, aber ich versuche halt mit größt möglichen Respekt mit den Tieren umzugehen.


    Irgendwann war die Situation für mich nicht mehr tragbar, als Heide für ein Unternehmen zu arbeiten was solchen Kunden, wie Großwildjäger, Waffennarren etc. beliefert.



    LG

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  • Mich stört es das man immer die nachhaltige Schonung des Bodens durch Harvester und Forwarder betont...Wenn man sich dann mal eine Rückegasse ansieht wo die langgefahren sind, zeigt sich aber ein ganz anderes Bild. Von Rückeschäden ganz zu schweigen. Da tue ich mir als naturreligiöser Mensch schon schwer diese industrialisierte Forstwirtschaft nach dem Motto, kein Hand am Holz und kein Fuss am Boden, zu akzeptieren.

    Wir haben solange ich im Forst war noch konventional gearbeitet, mit Motorsäge,Rückepferd und Seilwinde. Als sich die Besitzverhältnisse änderten und uns gekündigt wurde,kamen Harvester und Rückezug zum Einsatz. Jetzt nach 30 Jahren stehen nur noch die Bäume,die ich mit gepflanzt habe. Ich kenne mich in meinem " eigenen" Wald nicht mehr aus.


    LG

  • Sverker ich weis was du meinst da mein Verstorbener Vater und meine Mutter mal einen kommpletten Bauernhof gekauft haben und der noch im Besitz ist. So meine Mutter mit Ihren 71 Jahren im Wald mit einen Kleine Haveter Bäume Erntet geht Schneller

    aber der Boden ist hinüber da wächst die nächsten Jahre nichts mehr in der Rückgasse.

    Das ist halt der Fortschritt immmer und Billiger.

    Das ist meiner Meinung nach der Falsche Weg.

  • Hallo zusammen,

    Überspitz gesagt, gibt es Berufe die ein Heide nicht ausüben sollte oder gar darf?

    Ich denke das es da viel mehr darauf ankommt, wie man einen Beruf ausübt, als jetzt auf den Beruf selbst. Meist sind es ja die Arbeitgeber/Firmen welche zum unethischen Verhalten anhalten, nicht der eigentliche Beruf. Zum Beispiel sehe ich es kritisch, wenn man als Erzieher (der Heide ist) in einem katholischen oder evangelischen Kindergarten arbeitet und so dazu angehalten ist, die Kinder christlich zu erziehen.


    Der Grund warum ich dieses Thema erstellt habe ist das ich die letzen Jahren in einem Unternehmen beschäftigt war, welches hauptsächlich mit Sport und Jagdwaffen handelt. Ich habe dort sehr viel erlebt was mir noch immer sehr zu denken gibt.

    Ich hatte täglich mit Menschen zu tun, für die Wildtiere nichts anders sind als biologische Apparate. Wolf, Bär, Luchs etc. nur Schädlinge die es auszurotten gilt. Ich bin selbst Angler und habe den Jagdschein gemacht, aber ich versuche halt mit größt möglichen Respekt mit den Tieren umzugehen.

    Irgendwann war die Situation für mich nicht mehr tragbar, als Heide für ein Unternehmen zu arbeiten was solchen Kunden, wie Großwildjäger, Waffennarren etc. beliefert.

    Das ist sehr ehrbar von Dir und ich kann deine Beweggründe vollends verstehen. Deine Erlebnisse dort spiegeln ein allgemein gesellschaftliche Problematik wider: Es zählt nur noch der Umsatz und der finanzielle Gewinn.


    Ich sehe das so. Egal was du machst,man arbeitet immer gegen die Umwelt.Um in die Arbeit zukommen oder für die Arbeit braucht man ein Auto ( Luftverschmutzung ). Der Landwirt macht durch seine Arbeitsweise unsere Umwelt kaput ( Gülle, Insektizide usw. ).

    Unser Leben belastet auch immer gleichzeitig unsere Umwelt. Grundsätzlich ist diese Belastung aber eben auch Teil der Natur, unserer Natur. Die Götter haben uns so erschaffen und so steht diese Tatsache auch nicht wider die Götter. Schon unsere Ahnen mussten Teile der Wälder abholzen, um Häuser zu bauen und Felder anzulegen. Was zählt, ist das Gleichgewicht. Wenn Du zur Arbeit mit dem Auto fährst, weil Du anders dort nicht hinkommst, dann ist das keine "Sünde".


    Das ist halt der Fortschritt immmer und Billiger.

    Das ist meiner Meinung nach der Falsche Weg.

    Das ist aber kein Problem der Berufswahl, sondern ein Problem unserer Gesellschaft allgemein. Wobei es ja auch sehr wohl dagegen laufende gesellschaftliche Strömungen gibt. Als Heide kann man dann ja versuchen, solche Strömungen zu unterstützen.


    Grüße

    Ancarus

  • Er meint, dass man es muss, zumindest in den Berufen, in denen es mit dem Umweltschutz und anderen Dingen nicht immer richtig läuft...

    Friede und langes Leben!

    (Sochya eh dif!)


    Kol-ut-shan

    (Vulkanisch (Star Trek) für: Unendlichen Möglichkeiten in unendlichen Kombinationen)

  • Er meint, dass man es muss, zumindest in den Berufen, in denen es mit dem Umweltschutz und anderen Dingen nicht immer richtig läuft...

    Die Grundsätze unseres Glaubens müssen immer unbedingte Basis unseres Handelns sein. Der Moral und er Ethik gerecht zu werden, welche uns die Götter lehren, muss immer unser Ziel sein,


    Den eigenen Glauben sofort zu verleugnen, wenn man dadurch vielleicht mal für den Moment einen Nachteil hat, zeugt von einem schwachen Band zu den Göttern. Ein berühmtes Beispiel sind die selbsternannten Krieger, welche nach Walhalla streben, aber sich nicht mal trauen ein Resturante, als erstes, zu betreten (persönlich so erlebt). Gleiches gilt für einen Heiden, der die heiligen Natur zerstört, weil sich im inneren der Erde "Bodenschätze" befinden.


    Doch wie ich auch schrieb: In vielen Fällen des alltäglichen Berufsleben muss man einen solchen Widerspruch nicht fürchten. Nur gibt es halt auch Ausnahmen, da tun sich Widersprüche zum germanischen Heidentum auf und die lassen sich halt dann auch so nicht auflösen.


    Kommt man dann dafür sofort in die "Hölle"?


    Nein, denn so funktioniert das nicht. Im gesamten Kontext der eigenen und der Entwicklung der Sippe ist das nicht vorteilhaft.



    Daher möchte ich hier auch noch Mal ganz deutlich herausstellen, wie sehr ich Wolfbalds Entscheidung respektiere. Er hat nach seinem Gewissen gehandelt und das fordert einfach Respekt.


    Grüße

    Ancarus