Ragnarök ein Keislauf (?)

  • Hallo zusammen,

    ich schaue immer Mal wieder auch in andere heidnische Foren, Manchmal lese ich da inspirierendes und manchmal auch kurioses. In der Regel ist es so, das ich da Themen anderer Foren hier nicht übernehme. Einfach weil viele Forenbetreiber bei so etwas sehr aggressiv reagieren und weil so ein Themenverweis auch dazu verleitet, wieder nur übereinander, anstatt miteinander zu reden und so das eigentliche Thema wieder in den Hintergrund rückt.

    Nur bei diesem Thema muss ich da nun tatsächlich eine Ausnahme machen, einfach weil ich, vielleicht aufgrund zu großer Naivität, wirklich nicht auf die Idee gekommen bin, das diese Frage wirklich innerhalb des Heidentums noch behandelt werden muss:

    Ist Ragnarök ein Kreislauf? (https://asatru-forum.de/index.…&postID=377157#post377157)


    Seit dem ich Heide bin und den Ragnarök-Mythos kenne, stand es für mich nie in Frage, das der Ragnarok-Mythos nicht Anfangs- und Endpunkt zugleich ist. Für mich erklärt sich das schon alleine aus der Logik, das dass germanische Heidentum eine Naturreligion ist: Das ewige Werden und Vergehen ist doch unbedingter Teil der Natur und von jedem direkt erlebbar. Für mich war es bisher immer absolut logisch, das dieser Kreislauf auch im kosmischen Rahmen gilt. Auch in "anderen" heidnischen Religionen ist dieser Kreislauf unbedingter Bestandteil.


    Wie denkt ihr darüber?


    Grüße

    Ancarus

  • Hallo Ancarus!


    Ich habe auch oft gelesen, dass Ragnarök eher ein Kreislauf sein soll. Vermutlich weiß ich noch nicht genug über das Thema um mir eine endgültige Meinung zu bilden. Bislang finde ich aber die Vorstellung, dass Ragnarök und andere Weltuntergangsszenarien eher Teile eines Kreislaufes sind recht plausibel.


    Wir gehen schließlich im Heidentum mehrheitlich davon aus, dass alle polytheistischen Religionen und Kulturen die selben Götter verehren (nur halt unter anderen Namen). Das muss doch auch bedeuten, dass grundsätzliche Vorstellungen der universellen Ordnung für das gesamte Heidentum gelten.

    Aber wenn Ragnarök das endgültige Ende und der Tod der Götter sein sollte, dann gäbe es Widersprüche innerhalb des Heidentums, da es bedeuten würde, dass die Götter letzendlich sterblich wären. Aber in der griechischen und römischen Religion gelten Götter grundsätzlich als unsterblich. Das müsste also theoretisch heißen, dass eine von beiden Überlieferungen falsch ist.

    Wenn Ragnarök aber Teil eines Kreislaufes ist und die Götter daher auch der nordischen Überlieferung zufolge unsterblich sind, dann gibt es keine Widersprüche mehr zwischen den griechischen und nordischen Überlieferungen.


    Beste Grüße


    Epanterias

  • Bislang finde ich aber die Vorstellung, dass Ragnarök und andere Weltuntergangsszenarien eher Teile eines Kreislaufes sind recht plausibel.

    Es deckt sich auch einfach mit allem anderem auch. Ebenso lassen sich auch die Mythen wunderbar so lesen.


    Wir gehen schließlich im Heidentum mehrheitlich davon aus, dass alle polytheistischen Religionen und Kulturen die selben Götter verehren (nur halt unter anderen Namen). Das muss doch auch bedeuten, dass grundsätzliche Vorstellungen der universellen Ordnung für das gesamte Heidentum gelten.

    Das tun wir, aber offensichtlich gibt es Heiden, die das völlig anders sehen.


    Aber wenn Ragnarök das endgültige Ende und der Tod der Götter sein sollte, dann gäbe es Widersprüche innerhalb des Heidentums, da es bedeuten würde, dass die Götter letzendlich sterblich wären. Aber in der griechischen und römischen Religion gelten Götter grundsätzlich als unsterblich. Das müsste also theoretisch heißen, dass eine von beiden Überlieferungen falsch ist.

    Wenn Ragnarök aber Teil eines Kreislaufes ist und die Götter daher auch der nordischen Überlieferung zufolge unsterblich sind, dann gibt es keine Widersprüche mehr zwischen den griechischen und nordischen Überlieferungen.

    Das ist auch einer der Gründe, warum es für mich überhaupt keinen Sinn macht, nicht an einen "ewigen Kreislauf" zu glauben. Nach meinem Verständnis für die Götter schließt ihre Art der Existenz die Möglichkeit aus, endgültig sterben zu können. Wesen, welche jenseits aller Existenz sind, können dann ja schlicht aus dieser getilgt werden. Zumal ich auch der Meinung bin, das der Tod ja nicht mal für uns endgültig ist.


    Grüße

    Ancarus

  • Wenn ihr mich fragt, ist es ein Kreislauf und kein Ereigniss. Bei vielen Menschen habe ich das Gefühl, das sie bei den Göttern, eher an an Superhelden oder sowas denken....


    Das Alte weicht dem neuen Jahr etc.. Nicht anders ist es mit Ragnarök, für mich ist es der Jahresverlauf.

    See the ravens fly there
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    Where the spiritless are born


    I - Far Beyond the Quiet

  • Wenn ihr mich fragt, ist es ein Kreislauf und kein Ereigniss. Bei vielen Menschen habe ich das Gefühl, das sie bei den Göttern, eher an an Superhelden oder sowas denken....


    Das Alte weicht dem neuen Jahr etc.. Nicht anders ist es mit Ragnarök, für mich ist es der Jahresverlauf.

    Das sehe ich genauso. Ich glaube aber, dass das nicht für alle gleich offensichtlich ist. Vor allem dadurch, dass heutzutage durch Film und Kino so unglaublich viele komische Darstellungen über das Heidentum und unsere Götter existieren, dass vor allem neue Leute erstmal eine Zeit brauchen um ihre Informationen zu filtern.


    Auch wenn wir unsere feste Meinung dazu haben, finde ich es trotzdem gut wenn andere Leute darüber diskutieren. So beschäftigen sie sich zumindest damit und versuchen ihren Horizont zu erweitern. Gefällt mir noch besser als ein G. der kommt und sagt: Das ist so leb damit ich irre mich nie.

  • Nun ja ohne Neuanfang gibt es kein Ragner Röck und ohne das Ende keinen Neuanfang.

    Es ist meiner Meinung nach schon ein Kreislauf. Nur ob wir als Menschen bei dem nächsten Neustart noch dabei sind ist Offen.

  • Ragnarök wird immer wieder falsch interpretiert.

    Die Götter werden dort eigentlich viel zu sehr vermenschlicht dargestellt.


    Ragnarök ist sicher nicht, der Weltuntergang und schon gar keine Götterdämmerung . Die Götter halten Gericht, es ist das Ende des Jahreskreises.


    Lg

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  • Man kann das auch als Jahreskreis sehen. Dann wäre der Winter die zeit in welcher sie durch Gebete nicht erreichbar sind und so mit wäre es schon eine Dämmerung.

    Das faszinierende an den überlieferten Mythen ist ja, das sie gleich mehrere Bedeutungsebenen haben. Letztendlich läuft es aber immer auf einen Kreislauf aus Werden und Vergehen hinaus. Ob nun auf kosmischer, jährlicher oder sogar Tagesebene.


    Auf das Wirken der Götter selbst, hat dies aber keinen Einfluss. Unser höchstes Fest "Júl" findet ja zum Beispiel auch im Winter statt.


    Grüße

    Ancarus