Herbstfest/Herbstblót

  • Zum Herbstblót begehen wir feierlich den Übergang der lichten Jahreszeit in dunkle. Mit der Herbst Tag- und Nachtgleiche werden die Nächte wieder länger. Fährt Baldr (Gottes des Lichts) nun zur Hel. Durch das schwächer werdende Licht, wird auch der „Schleier“ zur Totenwelt dünner und so fällt es unseren Ahnen nun auch leichter wieder Zugang zu Midgard zu gewinnen. Auch Odin und Frigg sind nun verstärkt (in ihrem Aspekt als Totengötter) mit ihrem Gefolge auf Midgard unterwegs. Etwas, was durch die Herbststürme seinen Ausdruck findet.


    So ist dann auch ein Aspekt des Herbstblóts die verstorbenen Ahnen zu ehren und auch Baldr´s Weg zur Hel ehrenvoll zu begleiten und natürlich werden auch Odin und Frigg geehrt, sind sie doch die Götter der Toten und Eltern Baldr´s.


    Gerade bei Odin (Sonne/Himmel) und Frigg (Mutter Erde) findet noch ein weiterer Aspekt des Herbstblót´s seinen Ausdruck: Dem Erntedank. Es wird Odin und Frigg für eine gute Ernte gedankt bzw um diese gebeten. Ein alter Brauch bei den Bauern war es so zum Beispiel, Odin (bzw seinem Pferd) einen Teil der Ernte zu lassen. Ein Teil der Ernte wurde also nicht eingeholt, sondern auf dem Feld belassen. Möglicherweise auch als Dank an die Wachstumsgeister, welche ja auch im Feld leben.


    Insofern wäre das Herbstblót auch ein guter Zeitpunkt den Naturgeistern etwas zu opfern. Vor allem
    wenn man selbst Boden bewirtschaftet.


    Zum Herbstblót wird also auch die Dualität bzw der Wandel unserer Existenz ganz besonders deutlich: Der Übergang von Leben zum Tod und wieder zum Leben.


    So rufen wir dann (als GdG) Baldr, Odin und Frigg zum Herbstblót an und Trinken auf die Ahnen.


    In der GdG ist es mittlerweile Tradition, das wir immer jeweils drei Götter zu den Festen anrufen. Trotzdem möchte ich natürlich nicht unerwähnt lassen, das auch Idúnn (Göttin der Jugend) und Týr (Gott des Things) ihre Bedeutung zum Herbstblót haben. Als Göttin der Jugend sind Idúnn die Äpfel geweiht, welche ja auch nun geerntet werden und in den Mythen bietet Idúnn ihre Äpfel den anderen Götter an, damit diese wieder Kraft gewinnen, um sich erneuern zu können.
    Desweiteren war das Herbstblót bei unseren Ahnen auch immer Zeitpunkt eines Things und Týr ist eben Gott des Things.


    Die Anrufung im Detail:


    Baldr! Baldr! Baldr!
    Gott des Lichts und der Erleuchtung;


    Sohn des Odinn und der Frigg.
    Wir laden Dich ein, am Blót teilzunehmen.
    Baldr! Baldr! Baldr!



    Odinn! Odinn! Odinn!
    Schöpfer des Himmels und der Erde;
    Allvater,
    Sohn des Bohr und der Bestla,
    Gemahl Friggs, Gott der Toten


    Asgards Fürst, Valhalls Weiser.


    Wir laden Dich ein, am Blót teilzunehmen.


    Odinn! Odinn! Odinn!



    Frigg! Frigg! Frigg!


    Göttin der Erde und der Natur;
    Tochter Fjorgyns, Gemahlin Odinns. Göttin der Toten


    Wir laden Dich ein, am Blót teilzunehmen.


    Frigg! Frigg! Frigg!



    Link: Ein Beispiel für den Ablauf eines kompletten Blóts der GdG Winternacht (samt Blótausarbeitung)


  • Hallo Ancarus
    Danke für die Ausführung.


    auch ich danke für die Ausführung.


    Sehr gerne!


    Zitat

    Wie wichtig ist es denn tatsächlich den Namen der Gottheit jeweils dreimal zu nennen?
    Muss man das tun oder sollte man es tun oder ist es nur als Teil des Rituals eben so drin?


    Ich erachte das dreimalige Nennen des Götternamens als sehr wichtig und das aus mehreren Gründen:


    1. Das dreimalige Nennen des Namens stellt klar heraus, das man die Gottheit tatsächlich anrufen möchte. Im Alltag sagt man ja manchmal Gott XY lass gutes Wetter sein oder Gott XY nicht schon wieder usw. Durch die dreifache Nennung grenzt man sich also auch von normalen Alltag ab.


    2. Götternamen sind heilig und die Zahl drei ist eine magische und symbolische Größe. Es gibt den altertümlichen Auspruch: Sei dreimal verhext oder sei dreimal verflucht. Im Christentum hallt da noch die Dreieinigkeit Gottes mit usw. Auch in unseren Überlieferungen taucht die Zahl drei immer wieder auf, so haben ja zum Beispiel drei Götter den Menschen erschaffen oder es gibt drei Stände usw. Durch das dreimalige Nennen des Götternamens wird also auch eine Form von Energie erzeugt.


    3. Analog zu Punkt 1 hilft es einen auch selbst, sich auf den angerufenen Gott sehr viel besser zu fokusieren. Man öffnet sich dadurch selbst für die jeweilige Gottheit usw


    Grüße
    Ancarus