Enttaufung als Ritual ?

  • Ancarus schrieb:

    Dieses Argument begegnet mir auch immer wieder, vor allem aus der esoterischen Ecke. Das klingt ja auch erstmal ein stückweit plausibel. Dann schau ich aber nach Island, wo jemand wie Sæmundur Sigfússon und Snorri Sturluson gelebt haben, die trotz christlicher Taufe offensichtlich tiefen Kontakt zu den Göttern hatten und ich komme zum Schluss, das da nicht viel dran sein kann.

    Desweiteren ist ja ein ganz bedeutender Teil der heutigen Heiden in Europa christlich getauft wurden und auch diese Menschen haben den Kontakt zu den Göttern gefunden.

    Ancarus schrieb:


    Hier sehe ich aber die "spirituelle" Wirkung in der Abwendung von den Göttern, als in einer magischen Kraft Taufe selbst.

    Es ist zum Teil schon so wie du schreibst. Aber ich denke das kommt daher, das die Beiden wohl als Kinder getauft wurden (wie fast alle von uns heute) und somit ja garnicht wussten wie ihnen geschieht, daher dürfte das Ritual bei Unmündigen nicht so stark wirken wie bei Erwachsen, die wissen was sie tun.


    Wer aber sehrwohl weiss was er tut ist, das ist der Pfaffe und garnicht mal die Eltern oder die Paten, weils die doch garnicht besser wissen.


    Ancarus schrieb:

    Du musst dich nicht für deine Sicht auf die Dinge entschuldigen!

    danke! Mir fehlts manchmal leider einfacht etwas an Empathie ;) Das liegt an der virtuellen Art der Kommunikation ;)


    lg

  • Das mit dem Neuling in der Sippe ist wie bei den Neugeborenen. Nur das bei den Neugeborenen der Vater über die Aufnahme in die Sippe entscheidet, der Säugling wird ihm gereicht oder zu seinen Füssen auf den Boden gelegt. Nimmt er ihn durch über reichen oder aufheben vom Boden so ist er in die Sippe aufgenommenem und wird Getauft. Bloß das bei Neulingen der Sippenrat darüber Entscheidet über die Aufnahme wird beschlossen. Wird er aufgenommen so kommt es zur Taufe.

    Von daher braucht man das Enttaufungs Ritual nicht da ja immer eine Taufe nach unseren Glauben Asatru Statt findet.

    Das ist meine Meinung.

  • Ich hab das Thema hier durch Stöbern entdeckt und auch wenn der letzte Beitrag hier nun natürlich schon eine Weile zurückliegt, schreibe ich mal einen.

    Wie in meiner Vorstellung erwähnt, habe ich mich noch aus Überzeugung firmen lassen, bevor ich zu den alten Göttern gefunden habe. Zur Kommunion bin ich damals auch nicht aus eigener Entscheidung gegangen, sondern "weil es eben so war", da hatte ich mich noch nicht wirklich damit auseinandergesetzt. Wenn man nun davon ausgeht Taufe (und möglicherweise Kommunion) würden nicht wirklich "gelten", da es nicht direkt meine eigene Entscheidung war, so wäre das ja mit der Firmung durchaus der Fall und damit eigentlich ja ein Bekenntnis sich von den Göttern abgewandt zu haben. Würde ich jetzt zumindest so sehen. Witzig ist, dass dieses ganze Thema mir erst hier durch die Beiträge in den Kopf gekommen ist, aber das war sicher kein "Zufall".

    Da ich mich nun endgültig entschieden habe, mich den einzig wahren Göttern zu verschreiben - auch wenn ich wie gesagt eigentlich noch ganz am Anfang stehe - denke ich, würde ich persönlich durchaus eine Art Enttaufung durchzuführen wollen, um mich von allem zu reinigen und ohne Altlasten den Göttern widmen zu können.

    Wäre sehr interessant nun in diesem Fall nochmal ein paar Meinungen von euch zu hören! Hoffe das passt hier jetzt einfach mit rein:D


    Liebe Grüße

    Rhae

  • Ein Kind zu taufen, bedeutet eine / einen unmündige (n) Minderjährige(n), Babys eigentlich, entegegen seiner freien Willentsentscheidung einem Ritual zu unterziehen, dem er oder sie sich nicht entziehen können und auch garnicht verstehen.


    Das Kind weiß doch garnicht was da passiert, im Gegenteil, sie haben meist Angst.


    Ich halte das es daher für unnötig sich entaufen zu lassen, weder hat man selbst was geschworen noch hat man sich zu was verpflichtet.


    Daher halte ich auch eine Enttaufung für absolut unnötig.


    Meiner Meinung nach gehört das Taufen Minderjähriger gesetzlich verboten.

  • Da ich mich nun endgültig entschieden habe, mich den einzig wahren Göttern zu verschreiben - auch wenn ich wie gesagt eigentlich noch ganz am Anfang stehe - denke ich, würde ich persönlich durchaus eine Art Enttaufung durchzuführen wollen, um mich von allem zu reinigen und ohne Altlasten den Göttern widmen zu können.

    Ich würde es sinnvoller finden, wenn Du dann die Zuwendung hin zu den Göttern rituell und feierlich begehen würdest, als die Abkehr vom Christentum zu "feiern".


    Ich empfinde es als einen Grundsatz unseres Glaubens, das unser Fokus auf positiver Zuwendung hin zu den Göttern liegt. Man schwört also nicht dem Negativen ab, sondern man schwört dem Positiven zu folgen. Auch wenn beides ähnlich klingt, so ist doch die Herangehensweise und der "Geist" ein anderer.


    Die "Altlasten" fallen von Dir, wenn Du deinen Weg weiter gehst. Das ist ein Prozess, der Zeit zur Entwicklung braucht. Auf der anderen Seite weiß ich natürlich nicht, was Du da mit "Altlasten" so alles meinst. Denn diese "Altlasten" haben dich jetzt zu den Göttern geführt, vielleicht müssen die ja gar nicht alle von Dir abfallen?


    Grüße

    Ancarus

  • Da es den christlichen Gott nicht gibt, ist eine Taufe nicht nur unwirksam, sondern auch völlig belanglos.

    Demnach muss man sich davon auch nicht lossagen.


    Wie Ancarus schreibt, wäre eine Zuwendung zu den Göttern als bewusste Entscheidung wesentlich sinnvoller.

  • Ich würde es sinnvoller finden, wenn Du dann die Zuwendung hin zu den Göttern rituell und feierlich begehen würdest, als die Abkehr vom Christentum zu "feiern".


    Ich empfinde es als einen Grundsatz unseres Glaubens, das unser Fokus auf positiver Zuwendung hin zu den Göttern liegt. Man schwört also nicht dem Negativen ab, sondern man schwört dem Positiven zu folgen. Auch wenn beides ähnlich klingt, so ist doch die Herangehensweise und der "Geist" ein anderer.

    Dieser Blickwinkel auf die Sache ist natürlich der weit Schönere! Aus der Position habe ich das Ganze noch gar nicht betrachtet, muss ich ehrlich gesagt zugeben, aber mit der Absicht zu beginnen die Zuwendung hin zu den Göttern zu feiern, anstatt die Abwendung fokussiert natürlich auf das Positive und allgemein ist es natürlich viel sinniger sich auf Positives zu fokussieren als auf Negatives! Und ich gebe dir vollkommen Recht, es mag eigentlich ähnlich klingen, aber die Absicht dahinter ist eine vollkommen andere und ich bin sehr dankbar für deinen Blick auf dieses Thema!

    Da es den christlichen Gott nicht gibt, ist eine Taufe nicht nur unwirksam, sondern auch völlig belanglos.

    Demnach muss man sich davon auch nicht lossagen.

    Das stimmt natürlich ebenso. In gewisser Weise gibt man der Taufe/dem Christentum ja dadurch doch Gewicht. Auch daran habe ich so vorher nicht gedacht, aber genau deswegen habe ich mich ja entschieden hier einen Beitrag zu verfassen!


    Ich danke euch für eure Gedanken und Antworten!


    Liebe Grüße

    Rhae

  • Meines Wissens nach haben die Christen die Wassertaufe aus dem germanischen Glauben übernommen, da in der Bibel nur vom untertauchen in einem Fluss die Rede ist. Auch die heidnischen Kelten kannten die Taufe mit Wasser. Aus dem irischen ist ein neunfachen Segensspruch überliefert, der in Zusammenhang mit der dreifaltigen Göttin Brighid steht, und der nahe legt, das wohl bei jedem Spruch, etwas (Quell-) Wasser über das Taufkind gegossen wurde. Da Wasser ja für die Fruchtbarkeit und das Leben an sich steht, verwundert es auch nicht, das sämtliche Teich-,Quell- und Brunnenkulte in Zusammenhang mit einer weiblichen Gottheit stehen, zB. Laga, Nerthus, vielleicht auch Freya und natürlich Holda, aus deren See oder Teich die Seelen der Ungeborenen kommen (später dann durch Maria oder St.Brighid ersetzt). Von daher könnte man in der Wassertaufe, auch einfach "nur" den Willkommensgruss, im Namen der grossen dreieinigen Mutter sehen, auch wenn die Christen diesen im Namen ihres männlichen dreieinigen Gottes, zweckentfremdet haben. Aus dieser Perspektive gesehen wäre die Taufe meiner Meinung nach dann nicht wirklich ungültig, da die massgebliche Kulthandlung ja vollzogen wurde-auch wenn sich der christliche Priester dessen wohl kaum bewusst sein dürfte. Daraus würde sich dann logischerweise ergeben, das eine Enttaufung gar nicht nötig ist. Wenn man allerdings lange Zeit gläubiger Christ war könnte (wie schon erwähnt, zB. vor dem ersten Blot) eine Reinigungszeremonie, beispielsweise mit Salz, Ostara-Wasser oder Räucherwerk (Salbei/Fichtenharz) nicht Schaden, um sich ganz allgemein vom Ballast der Vergangenheit zu befreien. Asenheil: Widulf