1. Mai - was feiert man da?

  • Hallo Leute,


    passend zum Datum mal eine Frage zum 1. Mai.
    Ich bin schon seit Wochen am recherchieren was da eigentlich gefeiert wird und von wem.


    Sigrblot/Maifest ist ja am 2. Vollmond nach Ostara. Also 14. Mai. Das kann es also nicht sein. Oder doch?
    Ich dachte eher, dass sich das Maifest auf Pfingsten bezieht. Da Pfingsten aber dieses Jahr am 8. Juni ist, fällt das wohl auch flach?!


    Rein vom Inhalt des Rituals her macht für mich der 1. Mai schon Sinn.
    Der Maibaum symbolisiert den Phallus des Mannes, während der Kranz die Vagina der Frau darstellen soll. (Wenn die Leute nur wüssten was sie da jährlich aufstellen :D )
    Es wird für Fruchtbarkeit geopfert und gebetet. Der rituelle Sex in der Nacht soll wahrscheinlich vom Mensch auf die Felder übertragen werden.
    Mit dem ersten Maitag begann für unsere Ahnen der Sommer.
    So gesehen macht es also durchaus alles Sinn.
    Die Kelten nannten/nennen diesen Tag Beltaine bzw. Walpurgisnacht. Das heißt sie hatten dafür einen extra Namen und haben diesen Tag auch gefeiert. Bei uns finde ich dazu aber nichts näheres.


    Ich finde das alles sehr verwirrend. Ich habe auch schon einiges gelesen, dass die Germanen den 1. Mai gar nicht gefeiert haben.
    Aber gerade die Traditionen dazu sind doch heidnisch...


    Kann mich mal bitte jemand aufklären? :D

  • So,


    wie es der Zufall so will habe ich wohl gerade etwas gefunden oder mir ist ein Licht aufgegangen oder wie auch immer.
    Scheinbar gibt es für uns germanische Heiden tatsächlich kein Fest direkt für den 1. Mai, sondern es gibt das Siegopfer, welches am 2. Vollmond nach Ostara gefeiert wird. Ende.
    Wahrscheinlich wurde dieses Fest dann einfach auf den 1. Mai gelegt, damit es eben ein festes Datum hat. Passt ja auch gut... :)


    Nur was es jetzt mit Pfingsten auf sich hat, das weiß ich nicht....

  • Hallo
    Das keltische Beltane ist am 4. Vollmond im Jahreskreis.Die Christen haben dafür das Fest der hl. Walburga eingeführt.Denn Beltane war ein orgastisches Fruchtbarkeitsfest .Das hat der katholischen Kirche garnicht gefallen. In der Neuzeit feiern wir jetzt die Walpurgisnacht. Der Maifeiertag am 1.Mai glaube ich ist auch neuerer Zeit und hat wohl eher mit dem Tag der Arbeit zu tun.

  • habe hier mal einen sehr interessanten link zum Jahreskreis gefunden mit sehr ausführlichen Beschreibungen: Altes und neues Wissen zum Jahreskreis 

    Hallo Mattes, danke für den Link. Leider ist dort eher von der keltischen Seite aus geschrieben aber die Feste selbst kann man dort gut erlesen und bekommt ein gewisses Verständnis dafür. Leider wird auch hier bei Walpurgis nicht auf das Siegopfer oder den evtl. germanisch-heidnischen Ursprung eingegangen.


    Zitat

    Der Maifeiertag am 1.Mai glaube ich ist auch neuerer Zeit und hat wohl eher mit dem Tag der Arbeit zu tun.


    Naja, z.B. das Maibaumstellen hat wohl eher nichts mit Tag der Arbeit zu tun sondern eher mit Fruchtbarkeit, Erneuerung und Wiederbeleben der Natur.
    Auch die (rituellen) Tänze gehören wohl eher nicht zum Tag der Arbeit. Ich gehe schon davon aus, dass es (germanisch-)heidnischen Ursprung hat.
    Unter Mattes' Link steht dazu folgendes:

    Jahreskreis.info schrieb:

    Mit dem 1. Mai beginnt bei den Kelten das Sommerhalbjahr, das vor allem durch Fröhlichkeit, Wärme, Licht, Feste und Feiern gekennzeichnet war.
    Der 1. Mai liegt zwischen der Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche und der Sommersonnwende.
    Beltane wurde früher wohl am nächstgelegenen Vollmond, heute allerdings vorwiegend in der Nacht auf den 1. Mai gefeiert.


    Dann würde es wohl doch zum Siegopfer passen, welches ja immer +/- 2 Wochen um den 1. Mai stattfindet.
    Irgendwann hat wahrscheinlich wirklich der Einfachheit halber das auf den 1. Mai gelegt, damit man einfach ein festes Datum hat.
    Gerade der Maibaum ist ja germanisch-heidnischen Ursprungs.


    Wer weiß wann der Name "Tag der Arbeit" festgelegt wurde.
    Aber der soll ja jetzt laut unseren lieben Politikern auch auf "Tag der Gerechtigkeit" umbenannt werden...


    Naja, back to topic...

  • Grüße & guten Morgen,


    In der Walpurgisnacht wird traditionell der Winter ausgetrieben.
    Mit Festen wie dem Tanz in den Mai, Umzügen und mystischen Feuern wird der
    Frühling begrüßt. Der Gang zwischen zwei Walpurgis-Feuern soll reinigen und
    Krankheiten fernhalten.



    Das Touristenspektakel Walpurgisnacht
    geht nach weit verbreiteter Ansicht auf uralte heidnische Bräuche und
    Aberglauben zurück. Am Abend des 30. April sollen die Hexen zum Brocken
    geritten sein, um sich dort am Feuer mit dem Teufel zu paaren.



    In Stimmung für das erotische Vergnügen
    brachten sich die Hexen Legenden zufolge mit einer aus Misteln, Johanniskraut,
    Stechapfel, Tollkirsche und anderen „magischen“ Zutaten hergestellten Salbe,
    mit der sie auch ihre Fluggeräte einrieben. Unterwegs verhexten sie alles, was
    ihnen in die Quere kam.



    „Satans
    Geburtstag“



    Um ihr Vieh zu schützen, hefteten die
    Bauern Kreuze und Kräuterbüschel an die Stalltüren. Wenn man neun Sorten Holz
    bei sich trug oder auf einem Schemel kniete und betete, mussten die oft als
    Reisigsammlerinnen getarnten Hexen ihre wahre Identität preisgeben. Im Kalender
    satanistischer Gruppen hat der 30. April als „Satans Geburtstag“ bis heute eine
    große Bedeutung.



    Der Walpurgis-Kult hat aber auch
    christliche Ursprünge. So ist der 1. Mai einer von zwei Namenstagen der
    Volksheiligen Walpurga. Sie wurde um 710 in England geboren, war Schwester der
    heiligen Brüder Willibald und Wunibald sowie Begründerin des Benediktinerinnen-Klosters
    in Heidenheim.






    Feier auf dem Brocken seit 1896



    Nach ihrem Tod am 25. Februar 779 wurden
    Walpurgas Gebeine nach Eichstätt in Bayern gebracht. Aus der Steinplatte, auf
    der ihre Reliquien ruhen, soll alljährlich eine ölähnliche Flüssigkeit quellen
    - das Walpurgisöl, das gegen alle Anfechtungen des Leibes und der Seele gut ist
    und in kleinen Fläschchen an die Gläubigen verkauft wird.



    Auf dem Brocken, dem höchsten Berg im
    Harz, gab es die erste für Touristen organisierte Walpurgisfeier im Jahr 1896.
    Ab 1899 konnten die Gäste mit der Brockenbahn den Berg hinauffahren. Aber
    bereits zwei Jahre später bereitete der damalige Brockenbesitzer, der Fürst von
    Stolberg-Wernigerode, dem Spektakel per Dekret ein Ende. Felsformationen auf
    dem Brocken heißen bis heute die Namen Hexenaltar und Teufelskanzel.






    Quelle:Osnabrücker Zeitung


    Grüße


    Mattes

  • Der Vollständigkeit halber mal ein paar Kommentare zu dem Artikel.
    Danke Alb dafür. Schöner Text =)


    Alb schrieb:

    Am Abend des 30. April sollen die Hexen zum Brocken
    geritten sein, um sich dort am Feuer mit dem Teufel zu paaren.


    Der Gedanke der fliegenden Hexe bzw. dass sie auf Besen fliegen kommt übrigens daher, dass die Frauen damals Stöcke/Äste/Reisig dabei hatten für die Einhegung des Ritualplatzes.


    Zitat

    Der Walpurgis-Kult hat aber auch christliche Ursprünge. So ist der 1. Mai einer von zwei Namenstagen der Volksheiligen Walpurga.


    Die Frage ist nur, ob da nicht einfach nur ein Name drübergelegt wurde...

  • Danke für dieses Thema. So habe ich das noch nie gesehen.
    Den 1 Mai habe ich für mich bisher hauptsächlich al ein weltlicher Feiertag der Moderne,
    ( siehe Arbeiterbewegung des 19 Jahrhunderts ) betrachtet.


    Grüße


    Sjard