Lichtreligion oder was ist "Gut"?

  • Das germanische Heidentum ist eine Lichtreligion und die Götter sind dem Menschen zugewand.. Dies ist eine wichtige und absolut grundlegende Erkenntnis, welche jedoch oft sehr kontrovers diskutiert wird. Dabei können wir schon in der Gylfaginnig lesen:


    Da fragte Gangleri: Wie wurden die Geschlechter von ihm ausgebreitet? oder wie geschahs, daß mehre geschaffen wurden? Oder hältst du ihn für einen Gott, von dem du gesprochen hast? Da antwortete Har: Wir halten ihn mit nichten für einen Gott: er war böse wie alle von seinem Geschlecht, die wir Hrimthursen nennen


    Die Götter sind gut und so ist es auch unsere Aufgabe, nach dem Guten zu streben. Das es viele Heiden gibt, die das verneinen, liegt wohl oft an einem grundlegenden Denkfehler: So wird „Gut“ und „Lichtreligion“ in der Bedeutung verstanden, wie es das Christentum tut. Das ist natürlich ein stückweit verständlich, sind wir doch alle in einer christlichen Gesellschaft aufgewachsen und somit sind gewisse Denkmuster einfach tief verankert, dennoch ist diese Herangehensweise verkehrt.


    Denn das Christentum fasst den Begriff „Gut“ in weiten Teilen anders auf, als es im germanischen Heidentum der Fall ist.
    So bedeutet „christlich gut“ zum Beispiel, jemanden alles zu geben, bis zur Selbstaufgabe. Im Gegensatz zu „heidnisch gut“, wo es um Hilfe zur Selbsthilfe geht. So erwartet ein Christ von seinem „Herrn“ das er Mana vom Himmel regnet lässt. Ein germanischer Heide bittet die Götter darum, ihm die Möglichkeit zu geben, sich selbst „Mana“ zu erarbeiten. Denn die Götter möchten, das wir uns entwickeln und Entwicklung findet nur statt, wenn man sich bewegt und nicht alles in den Schoß gelegt bekommt.


    Stichwort „Natur“: Das germanische Heidentum ist eine Naturreligion und so bettet sich der Begriff „Gut“ selbstverständlich auch in die natürlich Ordnung ein. Ein weiterer, sehr wichtiger Aspekt. Auch hier wieder ein Beispiel:
    Im Christentum ist das Töten verboten. Im germanischen Heidentum das Morden. Nur weil jetzt ein Gott einen Menschen sterben lässt, ist das nicht gleich böse. Genauso wenig ist es böse, jemanden in Notwehr zu töten. Im Christentum darf man nicht töten, soll sogar noch am besten die „andere Wange“ hinhalten und den Märtyrertod sterben. Im germanischen Heidentum ist also auch nicht alleine, das „Ob“ entscheidend, ob etwas Gut ist, sondern auch das „Wie“


    Es gilt also, das germanische Heidentum auch germanisch heidnisch zu begreifen. So ist es dann auch nur völlig logisch, das im germanischen Heidentum nach Harmonie und Frieden gestrebt wird. Strebt doch auch die Natur selbst danach, Leben und Harmonie zu bewahren.
    Denn wie unsere Ahnen schon sagten: „ár ok friðr“


    Nachtrag: Alle positiven Naturkräfte, werden auch von den Göttern bewerkstelligt. Es zeigt sich also auch schon in den ganz grundlegenden Dingen, das die Götter „gut“ sind.

  • Sehr schön geschrieben und ausgedrückt. Dem kann ich mich nur anschließen.
    Das Annehmen der Hilfe zur Sekbsthilfe sollte auch dazu gehören. Dies stärkt ein Miteinander und so eine Gemeinschaft. Manche werten das ja immer gleich als persönlichen Angriff.



    Gruß
    Chris

    Viele Leute sind stolz auf ihre Ahnen, vergessen aber dabei, daß die Nachkommenschaft ebenfalls gern stolz auf ihre Ahnen sein möchte.

  • Zitat

    Sehr schön geschrieben und ausgedrückt.


    Danke


    Zitat

    Das Annehmen der Hilfe zur Sekbsthilfe sollte auch dazu gehören. Dies stärkt ein Miteinander und so eine Gemeinschaft. Manche werten das ja immer gleich als persönlichen Angriff.


    Ich denke, das hier der Respekt sehr wichtig ist. Heute ist es doch oft so, das man sich zur Hilfe herab lässt. Gerade aber auch im Havamal sieht man, wie ich finde, das auch der hilfsbedürftige absolut mit Respekt zu behandeln ist.


    Grüße
    Ancarus

  • Zitat

    Das germanische Heidentum ist eine Naturreligion


    Ich möchte da gerne noch etwas ergänzen, auch wenn das vom eigentlichen Thema etwas weg führt:


    Natur-Religion heißt, die Götter bzw ihr Dasein und ihr Wirken lässt sich in der Natur direkt erfahren. Das ist nämliche eine weitere, sehr wichtige Erkentnis. Denn dies bedeutet ja, das wir alle fähig sind, direkten Kontakt zu den Göttern aufzunehmen bzw sie selbst zu erleben.
    Dabei muss man nur wissen, welcher Aspekt der Natur, von welchem Gott hervorgerufen wird bzw welche jenseitige Aspekt, sich uns in der Natur zeigt. Wenn man das nun einigermaßen weiß, dann kann schon ein Blick aus dem Fenster ein sehr spirituelles Erlebnis sein (klingt jetzt sehr esoterisch, ist aber halt so :P ): Denn, das man da überhaupt etwas sieht, verdanken wir Baldr (Licht), dann kann man möglicherweise sogar Bifröst sehen (Regenbogen) und wenn man das Fenster auf hat, spürt man möglicherweise auch Freyr ´s Wirken (Wärme der Sonne). Ist das Wetter sogar richtig schön, kann man Asgard erblicken und Allvater, wie er auf seinem Thron sitzt. Dies alles kann schon ein einfacher Blick aus dem Fenster offenbaren.


    Grüße
    Ancarus

  • Zitat

    verdanken wir Baldr (Licht), dann kann man möglicherweise sogar Bifröst
    sehen (Regenbogen) und wenn man das Fenster auf hat, spürt man
    möglicherweise auch Freyr ´s Wirken (Wärme der Sonne). Ist das Wetter
    sogar richtig schön, kann man Asgard erblicken und Allvater, wie er auf
    seinem Thron sitzt. Dies alles kann schon ein einfacher Blick aus dem
    Fenster offenbaren.


    Ich bin hier allerdings auch der Meinung, das der Schwerpunkt des Lichts auch im Ritual ein Schwerpunkt sein sollte. Aus diesem Grund halte ich meine Opfer heute auch bei Tageslicht und nicht mehr wie früher bei Nacht.


    Mir kam es bei Nacht auch immer so vor, als ob hier auch nichtlichte Kräfte verstärk angezogen werden würden.


    Lg

  • Wir, als GdG, führen unsere Rituale auch bei Tageslicht durch.



    Zitat

    Mir kam es bei Nacht auch immer so vor, als ob hier auch nichtlichte Kräfte verstärk angezogen werden würden.


    Nachts ein Ritual abzuhalten finde ich nicht per se für falsch. Jedoch ist es dann wichtig, das Ritual zum Tagesanbruch hin abzuhalten und nicht zur Nacht hin. Idealerweise fallen dann die Anrufung und der Sonnenaufgang zusammen oder halt mit Ende des Rituals bricht dann der Tag an. Denn du hast da ja schon absolut recht: Beim Blót soll ja das göttliche Licht gestärkt werden und nicht die thursische Finsternis.


    Grüße
    Ancarus

  • Nachts ein Ritual abzuhalten finde ich nicht per se für falsch. Jedoch ist es dann wichtig, das Ritual zum Tagesanbruch hin abzuhalten und nicht zur Nacht hin. Idealerweise fallen dann die Anrufung und der Sonnenaufgang zusammen oder halt mit Ende des Rituals bricht dann der Tag an. Denn du hast da ja schon absolut recht: Beim Blót soll ja das göttliche Licht gestärkt werden und nicht die thursische Finsternis.

    Schön das es noch Leute gibt, die das auch sehen. Mal abgesehen vom religiösen Aspekt, stellt das Blot in der Nacht auch eine Störung des Wildes dar.


    Ich habe mein Donaropfer heute früh morgens, unter der aufgehenden Sonne, auf einer Wiese/Lichtung im Wald er Stieleiche gehalten, zu der ich mit dem Rat gefahren bin:thumbsup: (bzw. halte ich alle mein Opfer dort).


    Lg

  • Heil, ich bin beim Stöbern hier, grade auf die Thematik Licht/Schatten gestossen und ja, ich weiss dieser Beitrag ist nicht mehr aktuell, aber ich war bis jetzt immer der Meinung, das sowohl im germanischen, als auch im keltischen der Tag aus der Nacht hervorgeht, so wie der Sommer aus dem Winter, weshalb meines Wissens nach ja auch nach Monden (Monaten) gerechnet wird. Aber wenn Dag/Tag der Sohn der Nott/Nacht ist, müsste er doch genau wie sie, auch ein Riese sein und somit eine negative (böse) Wesenheit. Und beide werden ja auch gleichermaßen in der Edda geehrt: " Heil dir Tag, heil euch Tagessöhnen, heil dir Nacht und nährende Erde..." und gleich danach dann die Asen und Asinnen. Bis jetzt war ich eigendlich immer der Ansicht, das sowohl das Licht als auch der Schatten, gleichberechtigt (und ohne moralische Wertung) ihren berechtigten Platz in dieser Welt hätten. Ich opfere auch bevorzugt bei Tag oder noch besser, bei Tagesanbruch aber zum Ahnenfest zB. Gehört für mich Dunkelheit-schon allein wegen der Atmosphäre, oder zu Jul, bzw. zur Mütternacht, woraus (denke ich mal) der heutige heilige Abend wurde. Gruss: Widulf

  • . Aber wenn Dag/Tag der Sohn der Nott/Nacht ist, müsste er doch genau wie sie, auch ein Riese sein und somit eine negative (böse) Wesenheit.

    Bei unseren Ahnen ging die Zuordnung zum Stand bzw die Zugehörigkeit zum Stamm von der Herkunft des Vaters aus. Der Vater von Nótt ist ein Riese. Deswegen wird auch Nótt zu den Riesen gezählt. Der Vater von Dágr ist Dellingr und ich gehe davon aus, das Delligr zu den Asen zu rechnen ist. Dies würde Dágr auch zu einem Asen machen. Jedoch ist auch nicht auszuschließen, das Dellingr zu den Alfen gehört, dann wäre Dágr eine Alfe.

    Riesen sind nicht unbedingt "gut". Ob sie aber damit unbedingt gleich und immer von negativem Wesen sind, würde ich trotzdem nicht sagen.

    Bis jetzt war ich eigendlich immer der Ansicht, das sowohl das Licht als auch der Schatten, gleichberechtigt (und ohne moralische Wertung) ihren berechtigten Platz in dieser Welt hätten.

    Die Gleichung Licht und Dunkelheit erhält insofern eine moralische Wertung, als das Licht und das Lichte immer als Synonym für Gut und Edel in unseren Überlieferungen benutzt wird.


    Ich opfere auch bevorzugt bei Tag oder noch besser, bei Tagesanbruch aber zum Ahnenfest zB. Gehört für mich Dunkelheit-schon allein wegen der Atmosphäre, oder zu Jul, bzw. zur Mütternacht, woraus (denke ich mal) der heutige heilige Abend wurde.

    Das stimmt, hier gilt es dann aber zum Tag hin zu feiern. Man wendet sich dann auch symbolisch dem Licht zu.



    Grüße

    Ancarus

  • Ich wollte auch eher zum Ausdruck bringen, das viele Menschen ein Problem mit negativen Themen, wie Tod, Verlust oder auch der eigenen dunklen Seite in sich selbst haben. Natürlich sollte aber das göttliche Licht an sich, das Ideal sein nach dem man strebt. Aber ohne Licht kein Schatten und ohne Hindernisse, auch keine Weiterentwicklung. Im übrigen hab ich es mir angewöhnt, zwischen den Jötun im allgemeinen und ihren schadbringenden Verwandten, den Thursen, zu unterscheiden, da die Asen ja selbst riesischen Ursprungs sind. Grüße: Widulf

  • Ich wollte auch eher zum Ausdruck bringen, das viele Menschen ein Problem mit negativen Themen, wie Tod, Verlust oder auch der eigenen dunklen Seite in sich selbst haben. Natürlich sollte aber das göttliche Licht an sich, das Ideal sein nach dem man strebt. Aber ohne Licht kein Schatten und ohne Hindernisse, auch keine Weiterentwicklung.

    Gerade im Umstand dieser Weiterentwicklung sehe ich einen (oder vielleicht auch den) Grund für unsere Existenz.



    . Im übrigen hab ich es mir angewöhnt, zwischen den Jötun im allgemeinen und ihren schadbringenden Verwandten, den Thursen, zu unterscheiden,

    Das halte ich auch so.


    Grüße

    Ancarus

  • Aber wie sieht es eigentlich mit der Unterweltsgöttin Hel/Hella aus? Einerseits gibt es ja viele, die ihr opfern (zumindest zum Ahnenfest), da die meisten von uns wohl in Helheim landen werden. Andererseits wird sie aber zu den Weltenfeinden gezählt. Ich Versuche die isländischen Überlieferungen nicht zu wörtlich zu nehmen (schon allein, weil ich mich als Südgermanen sehe), aber steht dort eigentlich, was beim Ragnaröck mit den Bewohnern der Unterwelt geschieht? Versammelt Hella ein Heer aus Untoten um sich? Denn wenn dem so wäre, müssten diese doch gegen die Asen und deren Gefolge in die Schlacht ziehen?! Gruß: Widulf

  • Heil, Ancarus. Dann werde ich mal bis zum Wochenende warten. Heil Sverker. Ich ehre die dunkle Mutter ebenfalls, da der Tod für mich zum Leben mit dazugehört und ich hoffe, in Helheim meine ganzen verstorbenen Freunde und vielleicht sogar meinen Hund wieder zu sehen. Nichts für ungut, aber auf Wallhall kann ich gut verzichten-da kenn ich ja keinen. Gruß: Widulf

  • Aber wie sieht es eigentlich mit der Unterweltsgöttin Hel/Hella aus? Einerseits gibt es ja viele, die ihr opfern (zumindest zum Ahnenfest), da die meisten von uns wohl in Helheim landen werden. Andererseits wird sie aber zu den Weltenfeinden gezählt.

    Hel ist nicht gleich Hel. Gerade in neuheidnischen Kreisen werden da verschiedene Aspekte in einen Topf geworfen, was sicherlich auch daran liegt, das die Quellenlage da nicht einfach zu verstehen ist. Auch weil wir wohl davon ausgehen müssen, das gewisse Überlieferungen auch einfach verloren gegangen sind.

    Nachfolgend versuche ich eine kleine Übersicht zu geben:


    Hel(heim) - Die Welt der Toten


    Hel ist die Welt der Toten. Das bedeutet, Valhalla, Folgswangr usw befinden sich in Hel. Das ist nicht leicht erlesbar aus den Quellen, aber Hel ist nicht einfach ein Haus, sondern ein ganzer "Landstrich".

    Die heutigen MIssverständnisse rühren wohl von den Wikingern, da ihre Überlieferung von Hel und Valhall nur noch verkürzt überliefert ist bzw da einen ganz bestimmten Schwerpunkt hat: Den Heldentod, Der wird an anderer Stelle wieder etwas revidiert, aber bei den meisten bleibt halt Valhalla = Kriegertod hängen. Dabei sagen nicht mal die Wikinger, das alle Schlachttoten nach Valhalla kommen, aber das will ich jetzt nicht weiter ausführen. Also wieder zu Hel:

    Verkürzt sagen die Wikinger, das Krieger, welche nicht auf dem Schlachtfeld sterben, nicht nach Valhalla kommen, sondern nach Hel. Stichwort: Strohtod. Ich gehe davon aus, das dies so gemeint ist, das dass Lebensziel eines Wikingerkriegers war, auf dem Schlachtfeld zu sterben. Stirbt also ein Wikingerkrieger nun außerhalb der Schlacht, hat er sein Lebensziel verfehlt und erhält kein Zugang zu Valhalla, er/sie muss in folge dessen durch Hel wandern. Dieses "Wandern" muss hier aber nicht als Umschreibung von "Obdachlosigkeit" gedeutet werden, sondern könnte bedeuten, das solche Menschen direkt wieder geboren werden, um ihr Lebensziel weiter zu verfolgen. Diese Thematik Krieger-Valhalla-Hel ist aber zu umfassend, als das ich jetzt hier davon weiter schreiben kann. Das würde sonst jeden Rahmen sprengen.

    Also kurze Zusammenfassung: Hel kann bzw ist die Umschreibung für die Welt der Toten, ganz allgemein.


    Hel - Die Riesin


    In den nordgermanischen Überlieferungen taucht dann Hel nicht nur als Bezeichnung für die Welt der Toten auf, sondern auch als die Bezeichnung für die Herrin, dieser Welt, Hel die Riesin. Das Bemerkenswerte ist hier, das Hel nur bei den Nordgermanen überliefert ist, alle anderen germanischen Stämme kennen sie nicht bzw es gibt da keine Überlieferungen (mehr). Dazu aber später mehr.

    Warum wird Hel nun aber als Riesin identifiziert?

    Der Tod hat viele Aspekte, wie jeder Teil der Existenz. So sind Götter und Riesen eben auch Primat über Aspekte. Deswegen gibt es mehrere Sonnengötter, Feuergötter usw. Hel ist der kalte, verlustbringende Aspekt des Todes. Dieser Tod mag nötig sein, aber er bringt keine Freude. Infolge dessen, wurde Hel nicht geopfert und man sollte hier auch heute nicht opfern. Niemand kann ernsthaft wollen, das diese Aspekte im eigenen Leben Stärkung finden.


    Hel - Frau Holle


    Der Tod ist aber nicht nur kalt und verlustbringend. Er verheißt auch Frieden und Rückkehr (auch in verschiedener Hinsicht). In diesem Aspekt finden wir Frau Holle. Wobei Frau Holle schlicht ein Beiname von Frigg ist, Mutter Erde. Frigg weiß die Geschicke aller Menschen, weil alle Menschen zu ihr zurückkehren. Denn die Toten gehen ja alle in die Erde. So umarmt uns Frigg nicht nur im Leben, sondern auch im Tod und verbindet uns so auch, in gewissermaßen, mit unseren verstorbenen Lieben.

    Ich plädiere ganz stark dafür, Frigg/Frau Holle zu opfern, wenn es um Ahnenfeste und ähnliches geht.



    Natürlich ist jetzt die Frage, warum die Südgermanen anscheinend die Riesin Hel nicht gekannt haben?


    Ich denke, das dieser Teil des südgermanischen Heidentums im Sand der Zeit verloren gegangen ist bzw vergraben wurde in den Tiefen von Volksmärchen und Mythen. Man muss sich halt auch vor Augen führen, das dass Christentum im Bereich der Südgermanen sehr viel früher und sehr viel stärker war, als es für lange Zeit im Bereich der Nordgermanen der Fall war. Uns ist unheimlich viel Wissen verloren gegangen.


    Nachtrag: Ich denke, das die Hindus, in dieser Vielschichtigkeit von Mutter Erde und Tod, die Göttin Kali erkannt haben.



    Nachtrag 2: Die Übersicht ist gröber ausgefallen, als zuerst von mir geplant. Sie ist damit bei weitem nicht vollständig. Es gibt so viele Aspekte, die man da betrachten könnte, aber ich denke das würde aber hier jeden Rahmen sprengen.



    Grüße

    Ancarus

  • Heil Ancarus, danke für die ausführliche Beschreibung. Ich verehre die Totengöttin unter dem Namen (Titel) Holda, also "die Holde", allerdings find ich es interessant ,das du gerade Kali als Beispiel gewählt hast. Als mein bester Freund damals starb, bestand seine Frau darauf das wir gemeinsam, der Göttin Kali opfern und sie darum bitten, das besagter Freund gute Aufnahme im Totenreich finde. Da wir den ganzen Abend auf ihn getrunken hatten, waren wir auch ziemlich Hacke und kamen zu dem Entschluss, uns mit einer Nadel in den Finger zu stechen und ihre Kali-figur mit unserem Blut zu bestreichen, wobei ich ihr erklärte, das ich Kali aber ausschließlich mit "Holda" anreden werde. Ich weiß, es gibt hier im Forum Leute die mögen es nicht wenn es um so private Dinge geht, aber ich finde das Thema Tod/Ahnenverehrung schon wichtig und dann finde ich es auch besser, seinen persönlichen Umgang mit solchen Themen gefunden zu haben, als eben nur immer theoretisch darüber zu philosophieren. Gruß: Widulf