Ist das christliche Ostern über das heidnische Ostarafest gelegt worden - ja oder nein?

  • Hallo,


    habe heute durch Zufall folgenden Artikel im Focus gefunden: klick


    Meiner Meinung nach ist der Artikel sehr einseitig geschrieben und für mich machen die Begründungen keinen Sinn.
    Es ist eindeutig erkennbar, dass man einen Christ interviewed hat.



    Um mal ein paar Argumente zu "entkräften":


    Zitat

    Häufig werde argumentiert, dass schon der Name des Osterfests auf seinen heidnischen Ursprung hindeutet. Er stamme angeblich von einer germanischen Frühlingsgöttin namens Ostara. Diese aber ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts.


    Es ist keine Erfindung sondern, ethymologisch gesehen, eine durchaus wahrscheinliche Möglichkeit. Ostara hat die gleichen Wurzeln wie lateinisch Aurora (Morgenröte) bzw. griechisch "Eos" (= Morgenröte). Weiterhin gibt es den altdeutschen Monatsnamen Ostarun. Im altenglischen gibt es wohl Eostre.
    Letztendlich hat das Ganze wohl auch mit der Himmelsrichtung zu tun. Osten. Da wo die Sonne aufgeht, wo die Frühlingswärme ihren Anfang nimmt.



    Zitat

    Die Morgenröte spiele eine so große Rolle, weil am Ostermorgen ein Gottesdienst gefeiert wird, der vor Tagesanbruch beginnt und die Morgenröte erlebt, sagt der Theologe.


    Das ist ja wohl lächerlich... Ostern (nach christlichem Verständnis) ist doch wohl die Auferstehung Josuhas und hat wenig bis gar nichts mit Morgenröte zu tun.
    Im Gegenteil. Wenn es tatsächlich mit der Morgenröte zu tun hätte, wäre es kein "Jesu-Auferstehungsfest" sondern ein "Frühlingsfest" und wohl damit kein christliches Fest.



    Zitat

    Als drittes Argument ziehen Neopaganen die Symbolik heran. Ostereier und Osterfeuer seien heidnischen Ursprungs: Das Ei sei ein altes Fruchtbarkeitssymbol, die Osterfeuer seien Teil des germanischen Sonnenkults. Sie sollten den Winter vertreiben und die Saat vor bösen Geistern zu schützen. Zudem wurde den Flammen erneuernde Kraft zugeschrieben.


    So ist es. Das Ei ist schon immer ein Symbol für Fruchtbarkeit. Auch in den anderen heidnischen Kulten.
    Das Feuer bzw. die Feuerräder haben auch heute noch reinigende Wirkung. Also auch das war sicherlich früher schon so.
    Gerade die Christen haben ja diesen Gedanken im Sinne des reinigenden Fegefeuers aufgegriffen.


    Zitat

    Rot gefärbt, steht es für die Farbe des Blutes, und damit für das Grab Christi, in dem das Leben nicht erloschen ist.“


    Es steht für das Blut und gleichzeitig für das nicht erloschene Leben???? Verstehe ich nicht. Sorry. Für mich ist das total widersprüchlich. Oder ist es das gleiche frische, reinigende Regelblut wie bei Ostara?


    Zitat

    Letztlich haben alle großen Religionen voneinander und von älteren Kulturen geborgt.


    Ein paar beschwichtigende Worte, die das vorher Gesagte weiter entkräften...





    Mich würde aber eure Meinung mal interessieren.

  • Schön, dass du das Thema auch hierher getragen hast, denn es ist durchaus von großer Relevanz.


    Zitat

    Häufig werde argumentiert, dass schon der Name des Osterfests auf seinen heidnischen Ursprung hindeutet. Er stamme angeblich von einer germanischen Frühlingsgöttin namens Ostara. Diese aber ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts.


    Das ist insofern eine dreiste Lüge, als dass Beda Venerabilis (ein angelsächsischer Chronist) dieses Fest explizit so erwähnt. Er spricht von einem Fest, dass einer heidnische Göttin Eostre geweiht sei und von IHR (nicht anders herum) den Namen trage. Wie gesagt: Ein christlicher Chronist. Und ein zuverlässiger dazu. Wenn also heute Christen dieses Fest als Erfindung hinstellen wollen, diskreditieren sie einen aufrechten, christliche Chronisten!


    Zitat

    Die Morgenröte spiele eine so große Rolle, weil am Ostermorgen ein Gottesdienst gefeiert wird, der vor Tagesanbruch beginnt und die Morgenröte erlebt, sagt der Theologe.


    Das hingegen trifft zu. Wegen der Entdeckung des leeren Grabes Jesu „früh am Morgen, als eben die Sonne aufging“ (Markusevangelium 16,2) ist die Morgenröte im Christentum ein Symbol der Auferstehung ihres "Herrn". Die Canones Hippolyti (um 350) gaben daher für die Osternacht die Weisung: Nemo igitur illa nocte dormiat usque ad auroram („Niemand soll in dieser Nacht schlafen, sondern wach bleiben bis zur Morgenröte“). Dieser Brauch wird auch heute noch von Christen gepflegt. Allerdings spricht das meiner Meinung eher dafür, dass die bisherigen Bräuchen UMSO LEICHTER überlagert werden konnten. Die Germanen ehrten eine Göttin des herannahenden Frühlings, die sich mit der Morgenröte zeigte. Die Christen ihren "Heiland", der ihnen in der Morgenröte angeblich erschienen war.


    Zitat

    Rot gefärbt, steht es für die Farbe des Blutes, und damit für das Grab Christi, in dem das Leben nicht erloschen ist.“


    Das halte ich wiederum für nicht sonderlich wahrscheinlich. Die rote Farbe kann für sehr vieles stehen. Für Donar den möglichen Mann der Ostara, falls sie mit Sif identisch ist, allgemein für Lebenskraft oder einfach für die MorgenRÖTE selbst. Naja, der Theologe wollte es eben mal versuchen ;-)

    „Hver er þessi Lögsögumaðr? Hann er einn maðr.“


    - „...og hann stendr á helgan stein.“

  • Das hingegen trifft zu. Wegen der Entdeckung des leeren Grabes Jesu „früh am Morgen, als eben die Sonne aufging“ (Markusevangelium 16,2) ist die Morgenröte im Christentum ein Symbol der Auferstehung ihres "Herrn". Die Canones Hippolyti (um 350) gaben daher für die Osternacht die Weisung: Nemo igitur illa nocte dormiat usque ad auroram („Niemand soll in dieser Nacht schlafen, sondern wach bleiben bis zur Morgenröte“). Dieser Brauch wird auch heute noch von Christen gepflegt. Allerdings spricht das meiner Meinung eher dafür, dass die bisherigen Bräuchen UMSO LEICHTER überlagert werden konnten. Die Germanen ehrten eine Göttin des herannahenden Frühlings, die sich mit der Morgenröte zeigte. Die Christen ihren "Heiland", der ihnen in der Morgenröte angeblich erschienen war.


    Hallo Sengwareis,


    ja, dieses Thema halte ich, gerade auch für Neulinge, für sehr wichtig.
    Das oben zitierte wusste ich tatsächlich nicht. So genau kenne ich auch die Bibel nicht ;)
    Es macht natürlich Sinn, wenn tatsächlich die Morgenröte direkt mit der Auferstehung in Verbindung gebracht wird.


    Es ist natürlich schwierig von dem einen aufs andere zu schließen. Die beiden Frauen gingen des Morgens, als die Sonne aufging, zum Grab. Das stimmt soweit.
    Sind sie aber schon am Grab als sie aufging oder kamen sie erst später an? Außerdem saß bereits ein Mann im Grab, sodass die Auferstehung schon früher stattgefunden hat.
    Das ist natürlich Haarspalterei. Aber es ist ein Denkansatz ;-)
    Nichts desto trotz möchte ich ja nicht gegen alles sprechen. Es kann also durchaus möglich sein, wie du es sprichst.


    Einen kleinen Seitenhieb kann ich mir aber nicht verkneifen: Als ich früher mit meinen Eltern in den Ostergottesdienst gegangen bin, habe ich absolut keinen Millimeter Morgenröte in diesem kalten und dunklen Gemäuer gesehen ;-)

  • Zitat

    Einen kleinen Seitenhieb kann ich mir aber nicht verkneifen: Als ich früher mit meinen Eltern in den Ostergottesdienst gegangen bin, habe ich absolut keinen Millimeter Morgenröte in diesem kalten und dunklen Gemäuer gesehen ;-)


    Das ist natürlich auch absolut berechtigt. Selbst wenn die Kirche lauter Fenster hätte durch die die Sonnenstrahlen hereinfallen könnten, wäre das nicht ansatzweise zu vergleichen mit einer heidnischen Gemeinde, die im Freien auf die aufgehende Sonne wartet und sie beim ersten Aufstieg über den Himmelsrand erblicken kann und ihre warmen Strahlen tatsächlich spürt...

    „Hver er þessi Lögsögumaðr? Hann er einn maðr.“


    - „...og hann stendr á helgan stein.“

  • Hallo
    Ostara ist der südgermanische Nahme der Göttin Freya.Das Fest das ihr zu ehren an der Frühlings Tag und Nachtgleiche gefeiert wird,konnte von der Kirche nicht einfach verboten werden.Da mußte die Kirche schon einen christlischen Feiertag drüber setzen.

  • ich denke das der termin des chrislichen osterfestes an das frühere germanische datum angenähert wurde.
    wir feiern zu neu oder vollmond, die christen normalerweise zum sonntag.
    meine argumentation habe ich bereits in einem anderen thema dargelegt und ich habe dem nichts weiter hinzuzufügen.


    Link:
    Varblot- Varthing/Ostara wie feiern ?

    Ich binn nur für das verantwortlich was ich schreibe und nicht für das was ihr versteht!!!
    Wenn ich meine Meinung abgrenze darf dieses gerne wörtlich genommen werden