Der Lebenskreis

  • Vielleicht verdient dieses Thema eine eigene Kategorie, aber ich wollte es einmal begründen:


    Die Lebenskreisfeste. Wie das Jahr sich dreht, so dreht sich auch der Mensch. Er wird geboren, wächst auf, (heiratet,) er wird alt und er stirbt. Wie so vieles, war bei unseren Ahnen auch dieser Lebenskreis von Ritualen begleitet. Denn alles was wichtig war, war ein Dank- oder Bittopfer wert. Verdankte man ein gesundes Kind doch den Göttern, dass man aufwuchst verdankte man und mit dem Tod hoffte man auf einen geregelten Übergang, sowie ein würdiges Nachleben in der Erinnerung der Angehörigen d.h. der Sippe, die man idealerweise selbst begründet und zum Wohlstand geführt hatte.


    Um welche Punkt kreist das Leben also?


    Nun zum einen die Geburt und hier würde ich gerne von jedem, der mag selbst hören, wie er dieses Fest begehen würde oder sogar schon hat (falls er selbst Vater/Mutter geworden ist).


    Zum zweiten die Mundreife oder die Jugendweihe, das Mann-/Frauwerden eines jeden. Wie habt ihr dieses Fest gegangen oder würdet ihr es für eure Kinder gestalten?


    Dann bleibt noch die Hochzeit. Wer hatte schon die Ehre oder wie würde sich mancher das vorstellen, wenn er vor den Feuerkreis tritt?


    Zum Abschluss der Tod. Hatte der eine oder andere bereits einen Todesfall, den er heidnisch begleitet sehen durfte oder wie würdet ihr euch euer Erbfest vorstellen, an welchem eines eurer Kinder euer Begräbnis und euer Andenken zu gewähren bzw. zu wahren hätte?

    „Hver er þessi Lögsögumaðr? Hann er einn maðr.“


    - „...og hann stendr á helgan stein.“

  • Zitat

    Nun zum einen die Geburt und hier würde ich gerne von jedem, der mag selbst hören, wie er dieses Fest begehen würde oder sogar schon hat (falls er selbst Vater/Mutter geworden ist).


    Leider war es mir nicht vergönnt, die Geburt meines Sohnes direkt feierlich begehen zu können. Jedoch habe ich im Nachhinein die Götter um Gunst und Wohlwollen für meinen Sohn gebeten und auch die Nornen dabei einbezogen. Dazu habe ich mir dann auch noch klar gemacht oder, wenn man so will, visualisiert, das meine Sohn nun ein neuer Teil meiner Sippe ist und somit auch spirituell eine Verbindung besteht.


    Zitat

    Zum zweiten die Mundreife oder die Jugendweihe, das Mann-/Frauwerden eines jeden. Wie habt ihr dieses Fest gegangen oder würdet ihr es für eure Kinder gestalten?


    Ich selbst, bin dieses Moment nicht feierlich begangen. Da ich mir wünschen würde, das mein Sohn dereinst selbst Mitglied in der Gefolgschaft werden wird, würde eine Feier dann wohl innerhalb der Gefolgschaft stattfinden, samt Blót, Gefolgschaftsschwur usw.


    Zitat

    Dann bleibt noch die Hochzeit. Wer hatte schon die Ehre oder wie würde sich mancher das vorstellen, wenn er vor den Feuerkreis tritt?


    Hochzeit ist so ein Thema. Jedoch mal ganz allgemein würde ich mir wünschen, das jemand aus der Gefolgschaft (Gemeinschaft) hier segnend wirken würde.


    Zitat

    Zum Abschluss der Tod. Hatte der eine oder andere bereits einen Todesfall, den er heidnisch begleitet sehen durfte oder wie würdet ihr euch euer Erbfest vorstellen, an welchem eines eurer Kinder euer Begräbnis und euer Andenken zu gewähren bzw. zu wahren hätte?


    Wie, was und wo da passieren würde, knüpfe ich ganz eng mit der Entwicklung der Gefolgschaft der Götter. So ich Mittgard verlassen habe, hoffe ich das die GdG eine starke und stabile Gemeinschaft ist, welche ich die rituelle und feierliche Begehung meines Übergangs anvertrauen kann.

  • Zitat

    Dazu habe ich mir dann auch noch klar gemacht oder, wenn man so will, visualisiert, das meine Sohn nun ein neuer Teil meiner Sippe ist und somit auch spirituell eine Verbindung besteht.


    Das finde ich sehr schön ;-), gelebter Glaube. Darf ich fragen, ob ihr aus der Nachgeburt einen Lebensbaum deines Sohnes gepflanzt habt? Ich muss gestehen, dass ich nicht direkt weiß, woher dieser Brauch stammt, aber manche Heiden praktizieren ihn bereits...


    Zitat

    Da ich mir wünschen würde, das mein Sohn dereinst selbst Mitglied in der Gefolgschaft werden wird, würde eine Feier dann wohl innerhalb der Gefolgschaft stattfinden, samt Blót, Gefolgschaftsschwur usw.


    Darf ich fragen, ob du schon davor Rituale vorgesehen hast?


    Zitat

    Hochzeit ist so ein Thema.


    Darf ich fragen wie du das meinst? Beziehst du dich darauf, dass die Ehe bei den Ahnen (vermutlich) eher privaten Charakter hatte und eher nüchtern betrachtet wurde?


    Zitat

    So ich Mittgard verlassen habe, hoffe ich das die GdG eine starke und stabile Gemeinschaft ist, welche ich die rituelle und feierliche Begehung meines Übergangs anvertrauen kann.


    Aber wie würdest du dir das vorstellen? Eine festliche Verbrennung? Ein Seebegräbnis? Ein großer Erdhügel über dir mit deinen Schätzen? Falls möglich eine Beerdigung auf einem "heidnischen" Friedhof?

    „Hver er þessi Lögsögumaðr? Hann er einn maðr.“


    - „...og hann stendr á helgan stein.“

  • Zitat

    Darf ich fragen, ob ihr aus der Nachgeburt einen Lebensbaum deines Sohnes gepflanzt habt? Ich muss gestehen, dass ich nicht direkt weiß, woher dieser Brauch stammt, aber manche Heiden praktizieren ihn bereits...


    Nein, weil ich eben nicht teilnehmen konnte an der Geburt.


    Zitat

    Darf ich fragen, ob du schon davor Rituale vorgesehen hast?


    Zur Aufnahme neuer Mitglieder gibt es ein Ritual. Ein eigenes Jugendweiheritual bis dato noch nicht.


    Zitat

    Darf ich fragen wie du das meinst? Beziehst du dich darauf, dass die Ehe bei den Ahnen (vermutlich) eher privaten Charakter hatte und eher nüchtern betrachtet wurde?


    Ob sie jetzt nüchtern betrachtet wurde, lasse ich jetzt mal dahingestellt. Doch du hast ja insofern recht, das es zu einer Hochzeit keinen Priester braucht. Auf der anderen Seite ist es aber natürlich auch so, das solch eine "priesterliche" Weihe ja auch nicht schadet und die Hochzeitszeremonie selbst ja auch schöner und intensiver gestaltet. Will heißen: Sollte es innerhalb der GdG den Wunsch geben, das die Gefolgschaft auch Hochzeiten begleiten soll, dann wird sie das auch.


    Zitat

    Aber wie würdest du dir das vorstellen? Eine festliche Verbrennung? Ein Seebegräbnis? Ein großer Erdhügel über dir mit deinen Schätzen? Falls möglich eine Beerdigung auf einem "heidnischen" Friedhof?


    Einfach ein Begräbnis auf einem heidnischen Friedhof. Weitere Erwartungen da zu stellen halte ich, für den jetztigen Zeitpunkt, nicht für richtig :)

  • Grüß euch,

    Nun zum einen die Geburt und hier würde ich gerne von jedem, der mag selbst hören, wie er dieses Fest begehen würde oder sogar schon hat (falls er selbst Vater/Mutter geworden ist).

    Ich habe bis jetzt noch keine Geburt miterleben können. Zwar habe ich mittlerweile 3 Neffen, doch hab ich die auch immer erst nach der Geburt gesehen. Es ist aber immer wieder beeindruckend wie positiv und erwärmend so ein neugeborenes Kind wirkt. Da geht einem sprichwörtlich das Herz auf.


    Ich bin gespannt, ob ich vielleicht im Zuge meines Dienstes als Rettungssanitäter nun mal eine Geburt, wenn auch im Rettungsauto, mitbekommen werde. Einige Kollegen hatten das schon, wie sie berichteten soll dieser Moment wirklich großartig sein.

    Zum zweiten die Mundreife oder die Jugendweihe, das Mann-/Frauwerden eines jeden. Wie habt ihr dieses Fest gegangen oder würdet ihr es für eure Kinder gestalten?

    Gibt es hierbei im Heidentum ein definiertes Alter? Ich wüsste von keinem, wenn es eines gibt dann müsste es wohl auch angepasst, im Anbetracht der Lebenserwartung und Entwicklung damals/heute. (Aber das nur interessehalber am Rande)


    Ich habe so ein Fest nicht gefeiert. Ich wüsste auch nicht, wann ich denn genau "zum Mann" geworden bin, sofern ich jetzt auch nicht die genauen Kriterien für "zum Mann werden" kenne. Ich finde das der Prozess zu einem "richtigen Mann" zu werden, in meiner Definition eines wahren Mannes, sehr lange dauert und somit kein fixes Datum hat. Auch währt er ewig an, denn zu Ende gelernt hat man nie, so sind es für mich immer die derzeitigen Taten, das Verhalten und das Herz was jemanden einen Mann sein lässt, oder auch nicht. Somit ist das auch kein lebenslanger "Titel", sondern ein Ideal.


    Aber das oberhalb erwähnte ist für mich in moralischer Hinsicht des Mannes zu verstehen. In biologischer Hinsicht würde ich ein "zum Mann werden" wohl auch mit Ende der Pubertät oder dergleichen vermuten, zu diesem Zeit


    Dann bleibt noch die Hochzeit. Wer hatte schon die Ehre oder wie würde sich mancher das vorstellen, wenn er vor den Feuerkreis tritt?

    Noch habe nicht geheiratet, aber wer weiß, vielleicht werde ich es eines Tages. Wie das Fest genau aussehen wird, dass wird sich dann herausstellen, konkrete Vorstellungen davon hege ich zur Zeit noch nicht.


    Zum Abschluss der Tod. Hatte der eine oder andere bereits einen Todesfall, den er heidnisch begleitet sehen durfte oder wie würdet ihr euch euer Erbfest vorstellen, an welchem eines eurer Kinder euer Begräbnis und euer Andenken zu gewähren bzw. zu wahren hätte?

    Ich hatte bisher noch keinen Todesfall in meinem engen Familienkreis den bewusst miterlebt habe. Es ist sehr schwer mit 21 schon zu sagen, was ich mir wünsche meine Zeit gekommen ist. So verschieben sich die Wertvorstellungen und wünsche, basierend auf den gesammelten Wissen und der Erfahrung, umso näher man diesem Zeitpunkt kommt. Im Moment wäre es mir wichtig, dass meine Erben nach meinem Tod ein ehrenvolles Bild von mir haben und das, was ich ihnen vermache, sowohl geistig als auch materiell. ihnen auf ihrem Lebensweg weiterhilft.


    Darf ich fragen, ob ihr aus der Nachgeburt einen Lebensbaum deines Sohnes gepflanzt habt?

    Ich bin mir im Moment gar nicht so sicher, ob man die Plazenta im Anschluss einer Geburt "zurückfordern" kann. Im Krankenhaus wird diese nämlich untersucht ob sie vollständig ist, um sicher zu gehen das keine Reste im Körper der Frau zurückbleiben. Danach wird die Plazenta aber entsorgt soweit ich weiß, zumindest hätte ich noch nie gehört das sie jemand zurückbekommen hätte, jedoch weiß ich auch nicht ob sie schon jemand zurückgefordert hat.


    Viele Grüße,
    Philipp

  • Ich kann Ancarus in den Punkten welche unsere Gemeinschaft betreffen nur zustimmen. Auch ich erhoffe mir von der Gemeinschaft eben diese Dinge und schaue in diesen Punkten auch in freudiger Erwartung in die Zukunft der GdG. :)