Met - Lebenssaft oder Honigwein ?

  • Bei den germanischen Jahresfeiern ist der Genuß von Met als Honigwein ein
    unverzichtbarer Bestandteil der Rituale.
    Doch meines Wissens liegt die Herkunft des edlen Mets beim Weltenbaum.
    Als oberster Hüter der Metquelle wird in der Edda Mimir genannt.
    Walvater Odin erhielt schon in jungen Jahren einen Trank
    des Met-Saftes aus Mimirs Brunnen, nachdem er sein Auge opferte
    und gleichzeitig sinnstiftend für das Opfer an sich wirkte.
    Der Met-Trunk stärkte auf wundersame Kraft seine Kraft und Eingebung.
    Heimdall durfte schon als Kind aus allen drei Weltenbaum-Quellen
    trinken ( Hyndlalied 35 - 38 ) und wurde dadurch "aukinn" d.h.
    krafterweitert. Auch Thor wurde so aukinn also ebenfalls krafterweitert.


    Daneben gibt es noch eine weitere Art von Met, nämlich jenen,
    der aus den weißen Blättern des Weltenbaums gewonnen wird.
    In der germanischen Mythologie wird dieser weiße Met von der
    Milch der Ziege Heidrun symbolisiert von der die Einherier in
    Walhalla ihre Stärkung und Unsterblichkeit gewinnen.
    Lif und Leifthrasir, das unbeschadete Menschenpaar im
    Weltenbaum, ernährt Yggdrasils Morgentau.
    Der Weltenbaum ist also auch ein Metbaum.
    Ich bin in letzter Zeit oft zu dem Schluss gekommen das
    der Weltenbaum für die Germanen die Bäume und Wälder
    tief verehrten, ein Sinnbild für die Natur und
    das Leben in ihr als gesamtes ist.
    Auch Sätze wie das an den Zweigen des Weltenbaums
    hundertausend Arten von Pflanzen gedeihen und auch
    alle Arten von Früchten legen diesen Schluss mir nahe.


    Grüße


    Sjard

  • Hallo Sverker,


    wissen wir doch alle. ;) 
    Mir ging es darum, nach zu forschen ob der Met-Honigwein bei unseren Ritualen symbolisch ist
    für die Energie bzw. den Lebenssaft innerhalb der Natur, die / der alles am Leben erhält und
    wachsen lässt, also den göttlichen Met.


    Grüße


    Sjard

  • Zitat

    Den Met den wir trinken ist von Menschen gemacht. Er ist nicht göttlich. Wir können ihn aber den Göttern weihen.


    Innerhalb des Rituals, ist es ja nicht mehr nur einfacher Met.


    Sjard führt das ja gut aus, das der Met ein wichtiges Symbol ist, taucht er doch auch immer wieder in den Mythen auf.



    Grüße
    Ancarus

  • Hallo zusammen


    also ich halte Met für einen Begriff, der die göttliche Energie umschreibt die der Natur
    innewohnt und Lebewesen wachsen und stärker und bewusster werden und länger
    leben lässt.
    Ich finde, das ist die wahrheitsgemäße Umschreibung von Met.
    In der geistigen Welt unserer Vorfahren hat der Met eine wichtige Rolle gespielt
    und so wurde als Sinnbild und Erinnerung an den
    göttlichen Met der Met-Wein als Symbol dafür ins Leben gerufen und wurde bei den
    Ritualen verwendet.
    Jeder, der die Edda liest und ihre Beschreibungen des göttlichen Mets in seinen Formen
    auf sich wirken lässt, wird irgendwann verstehen, das dem so ist.


    Grüße


    Sjard

  • Grüße!


    Eine wunderbare Beschreibung des Geistes des Mets! Vielen Dank, Sjard!


    Ich finde Met durchaus als Getränk von Göttlichkeit anzusehen. Aber für mich haben auch wir Menschen göttliches in uns, da wir von den Göttern geschaffen wurden. Wenn wir den Met nun als so brauen, wie es uns von den Göttern übermittelt wurde, dann ist dieser auch göttlich. So verwenden wir auch Runenstäbe die von Menschen geritzt werden und dennoch göttliche Symbole sind.


    Viele Grüße,
    Philipp

  • Zitat

    Doch meines Wissens liegt die Herkunft des edlen Mets beim Weltenbaum.
    Als oberster Hüter der Metquelle wird in der Edda Mimir genannt.


    Ich möchte nicht frech erscheinen, aber dass es sich um eine Met-Quelle handelt steht so nicht in der Völuspá. Mimir ist der Hüter der Quelle und er trinkt jeden morgen Met aus Walvaters Pfand (seinem Auge). Ich bin da etwas zurückhaltend aus der Weisheits-Quelle eine Met-Quelle zu machen, weil Mimir Met aus Wodans Auge trinkt (noch dazu, weil die beiden Textstellen so angereiht nicht dem Reim-Schema entsprechen und sie eigentlich an anderer Stelle dem rituellen Aufsage-Rhythmus entsprechen würden, wo dann auch gar keine Verbindung zwischen Quelle und Met-Trinken mehr besteht).


    Zitat

    Der Met-Trunk stärkte auf wundersame Kraft seine Kraft und Eingebung.


    Ohne den Met zu entzaubern glaube ich eher, dass wir es mit einem Wasser der Weisheit zu tun haben. Einem Weisheitswasser, das nur Wodan jemals trank.


    Allerdings was den Skalden-Met angeht, der ist auch laut den Quellen eindeutig Met und mit dem indischen Soma sinngemäß identisch wie auch dem griechischen Nektar. Wie auch das Soma Rauschtrank der Götter ist, sowie ein bei Opfern benutztes Ritualgetränk, so verstehe ich auch den Honig-Met. Das besondere am Dichter-Met ist immerhin, dass er gebraut wurde! Er entspringt nicht aus dem Nichts wie eine Quelle.


    Also vom Met geht Kraft und Stärke aus. Besonders natürlich bei Ritualen. Und er war den Ahnen heilig.

    „Hver er þessi Lögsögumaðr? Hann er einn maðr.“


    - „...og hann stendr á helgan stein.“

  • Hallo Sengwareis,
    Met taucht ja immer wieder in den Mythen auf, eben gerade auch als Trank der Götter. Einfach auch, weil (Honig)Wein das Getränk der Edlen war und ist und es gibt nunmal keine Edleren, als die Götter. In der Gylfagnynning wird ja auch davon gesprochen, das selbstverständlich den Einherjar Met dargeboten wird. Zwar würde ich tatsächlich auch sagen, das im Naturmythos Mimirs Quelle der Ozean ist, er als Quelle aber dennoch Met führen könnte. Einfach weil Wasser zu "gewöhnlich" ist.



    Grüße
    Ancarus

  • Hallo Sengwareis


    danke für deine Ergänzung. Der Skaldenmet entstand meines Wissen ja durch den Weisen Kvasir
    der aus dem Speichel der Asen und Vanen entstand. Die Zwerge Fjalar und Galar töteten ihn
    um an seine Weisheit zu gelangen und brauten aus seinem Blut und Honig den Skaldenmet,
    der jedem der davon trank, die Gabe der Dichtkunst verleiht.


    Ich denke in diesen Liedern der Edda ist eine tiefere Weisheit verborgen und mich interessiert
    eben die Frage woher der Met stammt und ob er den Lebenssaft bzw. die Lebenskraft an sich
    symbolisiert.
    Das Heimdall und Thor aukinn wurden also krafterweitert zeigt doch das dieQuellen Yggdrasils
    nicht nur Weisheits-Quellen waren, sondern auch Kraftquellen.


    Grüße


    Sjard

  • Getränke und Lebensmittel in Verbindung mit den Jenseitswelten ist ohnehin so ein Thema:


    Wenn die Götter, Einherjar usw Nahrung aufnehmen, tun sie das ja nicht, wie wir Menschen bzw Midgard-Bewohner. Beim Met trinken die Götter und Einherjar also nicht das alkholische Getränk, welches jeder von uns slebst brauen kann, sondern sie nehmen die Kräfte und Eigenschaften auf, für die der Met steht. Auch Iduns Äpfel sind ein weiteres Beispiel: Die Götter essen da nicht einfach Äpfel, sondern sie nehmen erneuernde/verjüngende Energie auf, wofür der Apfel steht und nicht umsonst wird auch ein Eber in Valhall zubereitet. Denn der Eber steht für Stärke, Mut usw. Die Einherjar nähren sich also von diesen Eigenschaften. Wollen wir jetzt also herausfinden, ob Mimirs Quelle "nur" Wasser als Getränk bereithält, müsste man mal schauen, wofür Wasser denn stehen kann bzw ob es vielleicht Beispiele aus anderen Mythen gibt, die Wasser auch als Weisheitstrank ausführen. Rein aus dem Gedächnis geholt, er scheint mir halt Wasser zu unedel, als göttliches Getränk.


    Grüße
    Ancarus

  • Hallo Ancarus


    das ist eben die Frage ob Wasser als göttliches Getränk gelten kann. In der Mythologie unserer
    Ahnen gibt es das sogenannte Heilawac ( Heilwasser ) und es gibt viele Quellen,
    die nachweislich heilig sind und Göttern wie Donar, Frau Holle ( Huldr )
    oder Balder geweiht sind.
    Das heilige Wasser hat man versprengt um Räume zu reinigen, einem Neugeborenen
    einen Namen zu geben und es war folglich Bestandteil des rituellen Lebens.


    Auch haben die Germanen ja geglaubt das böse Geister Wasser nicht überqueren können
    was auf das Wirken der Götter zurückzuführen sei.


    Grüße


    Sjard

  • Hallo Sjard,
    da hast du absolut recht. Wasser hat absolut seinen Platz im rituellen Leben unserer Ahnen, alleine schon weil es ohne Wasser kein Leben gibt. In diesen Zusammenhang wird Wasser ja eine heilende/heiligende, vielleicht auch fruchtbarkeitspendende Kraft zugewiesen.
    Ich kann da aber, für mich, noch keinen zwingenden Beweis ableiten, das Mimirs Quelle damit weisheitsspendendes Wasser geben sollte.


    Grüße
    Ancarus

  • Zitat

    Rein aus dem Gedächnis geholt, er scheint mir halt Wasser zu unedel, als göttliches Getränk.


    Nun, bei solchen Fragestellungen versuche ich immer den heutigen (modernen) Standpunkt aufzugeben und mich in die Lage der Ahnen zu versetzen. Ist Wasser wirklich so selbstverständlich? Wenn wir gewöhnliches Wasser meinen, wie es damals üblich war, angereichert mit Unrat, Pflanzen, Käfern und anderen Verunreinigungen, dann war es sicherlich unedel.


    Wenn wir aber jetzt an eine stille Quelle denken, tief im Walde, die Wasser birgt, das so rein und klar ist, dass man sich ohne Mühen wie im Spiegel erkennt, dann ist dieses Wasser für mich heilig. Heilig, weil es rein ist, weil es zur Einsicht verhilft und sei es dadurch, dass man sich eben wahrhaftig "selbst erkennt"! Damals waren Spiegel keine Alltagsgegenstände, ganz im Gegenteil, unsere Ahnen übernahmen ein lateinisches Work speculum „Spiegel, Abbild”, weil sie dafür kein Wort hatten. Sein Abbild erkannte man nur in klaren, reinen Quellen, die somit etwas Magisches in sich bargen.



    Die Quellenverehrung ist gerade bei unseren Ahnen ein überaus gut belegtes Faktum. Wie auch bei allen anderen indogermanischen Völkern, seien es Griechen oder Römer oder Kelten. Und dieser Quellen-Kult hat auch die Christianisierung wunderbar überstanden. Da würde ich schon eine gewisse Grundhaltung unserer Ahnen zu bestimmtem Quellwasser als heilig annehmen.

    „Hver er þessi Lögsögumaðr? Hann er einn maðr.“


    - „...og hann stendr á helgan stein.“

  • Zitat

    Die Quellenverehrung ist gerade bei unseren Ahnen ein überaus gut belegtes Faktum. Wie auch bei allen anderen indogermanischen Völkern, seien es Griechen oder Römer oder Kelten. Und dieser Quellen-Kult hat auch die Christianisierung wunderbar überstanden. Da würde ich schon eine gewisse Grundhaltung unserer Ahnen zu bestimmtem Quellwasser als heilig annehmen.


    Ich glaube, wir schreiben grad einander vorbei. Ich bestreite doch garnicht, das es Quellheiligtümer gab und gibt ?(


    Ich habe geschrieben:

    Zitat

    Ich kann da aber, für mich, noch keinen zwingenden Beweis ableiten, das Mimirs Quelle damit weisheitsspendendes Wasser geben sollte.


    Grüße
    Ancarus

  • Achso ;-),




    aber wie kommst du überhaupt darauf, dass Mimirs Quelle aus Met bestehen sollte? Met-spendende Quelle sind nirgends erwähnt. Alles was es gibt ist der Satz, dass Mimir aus Wodans Auge Met trinkt (was ohnehin erstmal ein sehr kryptischer Satz ist). Da bin ich mir noch nicht mal sicher, ob das wörtlich oder sinngemäß zu verstehen ist. Met trinken aus etwas = sich an etwas erfreuen. Vor allem:




    Drekkr mjöð Mímir / morgun hverjan, wie der Satz lautet, bietet keinen Platz für vatn oder vari (Wasser), da es dann vatni bzw. vara lauten würde, bei beiden Wörtern wird der Sprecher zur Betonung gezwungen, während bei mjöð die Stimme sich senken kann, um Mimir zu betonen, der dann mit morgun stabt. Es tut mir Leid, wenn ich hier zu sehr ins Detail gehe, das sind nur Sachverhalte, die mir aufgefallen sind... Das sind natürlich nur sprachliche Geschichten, persönliche Vorstellungen wollte ich nie angreifen! Niemand muss mir dabei folgen auf die Sprache so großen Wert zu legen!

    „Hver er þessi Lögsögumaðr? Hann er einn maðr.“


    - „...og hann stendr á helgan stein.“

  • Zitat

    aber wie kommst du überhaupt darauf, dass Mimirs Quelle aus Met bestehen sollte? Met-spendende Quelle sind nirgends erwähnt. Alles was es gibt ist der Satz, dass Mimir aus Wodans Auge Met trinkt (was ohnehin erstmal ein sehr kryptischer Satz ist). Da bin ich mir noch nicht mal sicher, ob das wörtlich oder sinngemäß zu verstehen ist. Met trinken aus etwas = sich an etwas erfreuen. Vor allem:


    Also in der Quelle Mimirs liegt Weisheit. Ob diese Weisheit nun ihren Ausdruck in Met oder Wasser findet weiß ich (aktuell) nicht. Ich überlege hier nur laut. Was jetzt da "Valvaters Pfand meint" hab ich da zwei Überlegungen:


    A: Valvatters Pfand meint hier nicht Wodans Auge, sondern Mimirs Brunnen, worin ja das Auge Wodans liegt. Da ja ein Auge eher ein schlechtes Gefäss abgibt ---> Also Met im Brunnen von Mimir


    B: Odins Auge ist hier doch das Trinkgefässs Mimirs. Ich würde es dann schon logisch finden, da ja Odins Auge in Mimirs Quelle liegt, das er sein "Trinkgefäss" also täglich aus dem Brunnen zieht um dann halt daraus zu trinken ---> Auch hier würde dann der Brunnen Met führen.


    Zitat

    Drekkr mjöð Mímir / morgun hverjan, wie der Satz lautet, bietet keinen Platz für vatn oder vari (Wasser),


    Hab ich ja auch garnicht behauptet :D


    Zitat

    ... Das sind natürlich nur sprachliche Geschichten, persönliche Vorstellungen wollte ich nie angreifen! Niemand muss mir dabei folgen auf die Sprache so großen Wert zu legen!


    Ich behaupte jetzt mal ganz frech, das niemand von uns erleuchtet ist. Demnach sind wir alle darauf angewiesen zu forschen und uns auszutauschen und genau dafür bin ich hier :)


    Grüße
    Ancarus

  • Vielleicht bin ich auch einfach zu sehr voreingenommen und verbinde einen Met-Brunnen mehr mit dem mittelalterlichen Schlaraffenland.


    Es gibt natürlich gute Gründe auch in Mimirs Quelle eine Met-Speicher-Stätte zu sehen. Riesen treten in der Mythologie durchaus als Bierbrauer auf, wie z.B. Ägir oder Hymir selbst, wie die Tatsache, dass er viele Kessel zum Bierbrauen hat eindeutig belegt. Das Met-Brauen scheint ein Handwerk zu sein, dass die Götter niederen oder schlechten Wiesen überlassen, wie Zwergen und Riesen. Was aber auch sinnbildlich eines zeigt: Aus dem Werk eines Bösen (Riesen) kann etwas Gutes (Met) entstehen.


    Naja, wie dem auch sei: Die Kraft und der Geschmack des Mets bleibt, egal ob in Mimirs Quelle oder nicht ;-)

    „Hver er þessi Lögsögumaðr? Hann er einn maðr.“


    - „...og hann stendr á helgan stein.“

  • Zitat

    Naja, wie dem auch sei: Die Kraft und der Geschmack des Mets bleibt, egal ob in Mimirs Quelle oder nicht ;-)


    Absolut :)


    Zitat

    Vielleicht bin ich auch einfach zu sehr voreingenommen und verbinde einen Met-Brunnen mehr mit dem mittelalterlichen Schlaraffenland.


    Das wäre es so oder so nicht --> Havamal


    Zitat

    Das Met-Brauen scheint ein Handwerk zu sein, dass die Götter niederen oder schlechten Wiesen überlassen, wie Zwergen und Riesen.


    Das ist ja auch das spannende bei den Mythen, sie haben sehr viele Ebenen und Dinge, die erstmal sehr profan aussehen, sind es eben auch oft nicht.

  • Der Met - Honigwein ist einer der reinsten Formen der Getränke die es gibt.

    Code
    1. Denn er ist den Göttern würdig nur das Herstellen ist mit Normaler Arbeit verbunden deshalb überlassen sie den Zwergen und Riesen Met zu machen.
    2. Wenn wir Met machen ist dasselbe wie Zwerge und Riesen und bei einen Blot kommt dann die Göttliche Energie dazu.
    3. Deshalb Weihen wir für unsere Treffen Glasballons mit Met.
    4. So haben wir immer den Göttlichen Trunk zu verfügung.